SPD-Fraktion mahnt zur Eile

Hängepartie um Kasernen-Kita

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Dschungel-Raum nennt Fotograf Reinhold Blaha den mit Farnen und Pflanzen zugewucherten und abrissreifen Anbau an der ehemaligen amerikanischen Grundschule. In den in deutlich besserem Zustand befindlichen Hauptgebäuden könnte eine neue Kindertagesstätte entstehen.

Babenhausen – Lange diskutiert, aber keine Entscheidung getroffen: Mit den Stimmen von CDU, FDP und Teilen der Freien Wähler ist in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ein Grundsatzbeschluss zur geplanten Kindertagesstätte auf dem ehemaligen Kasernengelände vertagt worden.

Angesichts des Zeitdrucks für die Entwicklung des neuen Wohngebietes „Kaisergärten“ und der Gesamtsituation in der Stadt ist das aus Sicht der SPD-Fraktion nicht nachvollziehbar.

„Wenn im nächsten Jahr die ersten Familien einziehen, muss ein Kita-Angebot vorhanden sein. Wir können uns keine Verzögerung leisten“, schreibt SPD-Fraktionsmitglied und Bauausschussvorsitzende Martina Seuß in einer Stellungnahme. Es gehe darum, grundsätzlich grünes Licht für die Umwandlung der alten amerikanischen Schule in eine Kita zu geben. Diese Entscheidung braucht der Investor, um zeitgerecht das Gebäude entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umzuwandeln, um es dann – wie berichtet – für zehn Euro pro Quadratmeter an die Stadt zu vermieten.

Ein überaus wichtiger Aspekt, der für eine schnelle Grundsatzentscheidung spricht, sei außerdem die notwendige Suche nach einem neuen Betreiber und nach Erziehungspersonal für die neue Kindertagesstätte. „Eine vorgeschriebene europaweite Ausschreibung der Trägerschaft nimmt bis zu zwölf Monaten in Anspruch. Ist der neue Träger schließlich gefunden, begibt er sich auf die Personalsuche, was sich auf einem nahezu leer gefegten Markt als äußerst schwierig erweisen wird, wie Babenhausen bereits leidvoll erfahren musste“, so Seuß.

Stattdessen werde das Thema durch CDU, FDP und Teile der Freien Wähler verzögert und man verstricke sich in Fragestellungen, „die zu einem späteren Zeitpunkt locker noch entschieden werden können“, meint die SPD-Politikerin. Dazu zähle, ob es denn acht, neun oder zwölf Gruppen werden sollen. Gleiches gelte für die Ausstattung.

Die CDU-Fraktion habe in der vergangenen Legislaturperiode immense Forderungen an die Gruppenzahlen in Babenhausen gestellt. „Das scheint nun vollkommen in Vergessenheit geraten zu sein“, kritisiert Seuß. Auch die vorgeschlagene Ausweitung der Kindertagespflege wurde rigoros abgelehnt. „Für mich vollkommen unverständlich, da sich jetzt die gesellschaftliche Tendenz immer mehr bemerkbar macht, dass Frauen häufiger und immer früher von einer Babypause in den Beruf zurückkehren und gleichzeitig die Geburtenzahlen steigen“, so Seuß weiter.

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Das sei einer der Gründe, warum der Bedarf an Kita-Plätzen steigen wird. Auch der starke Aufwärtstrend der Stadt trage dazu bei: 600 Wohneinheiten sind auf den „Kaisergärten“ geplant. Dazu kämen die Baugebiete Lachewiesen I und II, das Gärtnereigelände Grünewald, die Entwicklung auf dem ehemaligen Brauereigelände und die angedachte Umwandlung des Gebiets „Boßwenhain“. „Hier muss man kein Hellseher sein, um zu sehen, dass die Stadt einen enormen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen hat“, fasst Seuß zusammen. (nkö)

Quelle: op-online.de

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