Nur in Unterwäsche im Hof 

Harpertshausen feiert seine Kerb

Kerbmudder Larissa Dreizehner mit der weißen Messlatte beim Kerbumzug.

Im kleinsten Ortsteil Babenhausens ging es am Wochenende hoch her, denn Harpertshausen feierte sein Kirchweihfest. Mit Festumzug, Kerbspruch, Frühschoppen und vielen weiteren Höhepunkten begingen die Harpertshäuser ihr traditionelles Fest.

Harpertshausen – Karsten Kratz vom DRK-Ortsverein war umtriebig und fast an allen Ecken und Enden ansprechbar und erzählte, dass die Organisation der Kerb in Harpertshausen von vielen Schultern getragen werde. Hauptsächlich verantwortlich sind die Freiwillige Feuerwehr und der DRK-Ortsverband, aber auch weitere Gruppen bringen sich ein.

Ein Höhepunkt war der Umzug am Sonntagnachmittag. „Wenn die Lengschder schönes Wetter an Kerb haben, regnet es in Harpertshausen“, rief eine Teilnehmerin beim Kerbumzug. Aber keiner der rund 80 Teilnehmer ließ sich den Spaß, ob des nassen Wetters verdrießen. Mit Schirmen und Regenzeug ausgerüstet kurvte die Umzügler durch die Harpertshäuser Straßen und Gassen.

Der Start am Wittmunder Platz wurde durch Ortsvorsteherin Martina Seuß mit Pistolenschuss und Leuchtrakete ausgelöst. Nach knapp einer Stunde erreichten die von Kerbmudder Larissa Dreizehner angeführten Fußgruppen von der Jugendfeuerwehr und den Gymnastikfrauen des DRK sowie die Wagen der Gruppe Holzhacker, die Glorreichen 8, den Kerbburschen und -mädels und den Kojoten das Festgelände am DRK-Heim.

Beim anschließenden Kerbspruch berichtete Kerbmudder Dreizehner, die mit einer weißen Messlatte traditionell die Kerb ausmisst – ein uralter Brauch, der auf frühere Techniken zur Längenmessung in Feld und Flur beruht – die Besucher über Pleiten, Pech und Pannen der Dorfbewohner. Mit der Geschichte über die junge Frau, die in Unterwäsche im eigenen Hof mit der Katze auf dem Arm auf die Mutter wartete, da sie sich ausgesperrt hatte, nahm sie sich dabei selbst auf die Schippe.

Gut lachen hatten diese Zuschauer, die an der Bushaltestelle neben der Linde ein trockenes Plätzchen gefunden hatten. Fotos: Kutscher

Doch nicht nur am verregneten Sonntag, auch an den anderen Tagen war ständig was los im Dorf. Bedingt durch den Feiertag am 3. Oktober hatten auch viele Harpertshäuser den Brückentag zum Anlass genommen, dass Fest ausgiebig zu feiern. Die Kerb begann freitags um 20 Uhr mit dem Kerbanstich im Hause der Freiwilligen Feuerwehr. Dazu war „DJ Schuler“ engagiert, der für den musikalischen Rahmen sorgte und die viele Gäste gekonnt unterhielt. Weiter ging es mit dem Kerbschoppen am Samstagabend im DRK-Heim. Schließlich setzte der traditionelle Frühschoppen mit Haspelessen am gestrigen Montag das Programm fort, und mit seiner tollen Stimmungsmusik traf Norbert Herbert, der „Happy Man“ aus Babenhausen, den Geschmack der Gäste.

„Traurig aber wahr“, so lautet das Fazit der Veranstalter: „Alles hat sei End’, auch die Kerb, die wird am Dienstag verbrennt“. Beginn heute Abend ist um 19.30 Uhr auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr, Kirchstraße. zwk

Quelle: op-online.de

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