Altstadtfest noch nicht abgesagt

Veranstalter des Stadtfests hofft und setzt auf Klage der Schaustellerverbände

Wird es solch ein Bild auch dieses Jahr geben? Helmut Fendt (links) bei der Eröffnung des Altstadtfestes 2019. Foto: Grimm
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Wird es solch ein Bild auch dieses Jahr geben? Helmut Fendt (links) bei der Eröffnung des Altstadtfestes 2019.

Die Ausrichtung des Altstadtfestes in Babenhausen steht auf der Kippe. Der Aufwand aufgrund der Corona-Auflagen ist groß.

Babenhausen – Wie wird eigentlich das traditionelle Altstadtfest am zweiten Septemberwochenende im Jahr eins der Corona-Pandemie über das Pflaster gehen? Wird es überhaupt stattfinden können? Helmut Fendt, der Vorsitzende des Babenhäuser Vereinsgremiums, das die große Open-Air-Veranstaltung seit vier Jahrzehnten ausrichtet, hat noch keine endgültige Entscheidung für das Festwochenende am 12. und 13. September getroffen.

Fendt hofft, dass das Verbot von Großveranstaltungen, das kürzlich bis Ende Oktober verlängert worden ist, wieder gekippt wird. „Die Schaustellerverbände wollen deshalb wegen Ungleichbehandlung vor das Verfassungsgericht ziehen. Denn man kann durchaus auch bei Großveranstaltungen für Sicherheit sorgen“, ist Fendt, selbst Schausteller, überzeugt. Daher warte das Vereinsgremium auch mit einer Entscheidung für oder gegen das Altstadtfest. „Vor ein paar Tagen war ich eigentlich entschlossen, alles abzusagen. Jetzt denke ich, wir sitzen das aus. Es ändert sich ständig was und es ist so viel im Fluss im Moment. Die meisten Verträge mit den Händlern, die ihre Stände aufbauen, haben wir ja auch schon im Januar gemacht. Denen sage ich noch nicht ab“, berichtet Fendt weiter.

Ein Hygienekonzept der Veranstalter, das eine Ausbreitung des Virus verhindern soll, liege dem Gesundheitsamt vor, sagt Fendt. Die beiden zentralen Elemente dieses Hygieneplans sind ein Rundweg durch die Altstadt, der als Einbahnstraße konzipiert ist, und Einlasskontrollen an mehreren Stellen, die die Anzahl der Flaneure auf der Festmeile begrenzen sollen. Wenn bei der Anzahl der erlaubten Besucher die Latte aber zu niedrig gelegt werde, müsse man das Fest wohl absagen, so der Gremiumsvorsitzende: „Wenn wir nicht wenigstens tausend Leute reinlassen dürfen, lohnt sich der Aufwand für die Vereine nicht.“

Zehn solcher Zugänge mit Sicherheitspersonal, das die Besucher zählt und ihre Gesamtzahl auf dem Fest überwacht, sind geplant. Dass es an diesen „Eingängen“ nicht zu Menschentrauben und Warteschlangen kommt, an denen dann die Abstandsregeln nicht mehr funktionieren, gehöre zu den Bedenken, die der Landkreis bereits geäußert habe, so Fendt. „Wir müssen verhindern, dass die Abgewiesenen sich an diesen Zugängen länger aufhalten und Ansammlungen bilden“, lautet nach Aussage von Fendt eines der zu klärenden Themen. 

„Und was mir auch ein bisschen Bauchweh bereitet sind die großen Partys am Samstagabend, beispielsweise bei der SG Rot-Weiss, dem TVB oder auch dem Eintracht-Fanclub“. Auch darüber müsse man sich noch Gedanken machen, so Fendt, der wie immer optimistisch bleibt und hofft, dass die Babenhäuser und ihre Gäste das beliebte Gemeinschaftsfest auch in Corona-Zeiten mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen feiern können.

VON PETRA GRIMM

Quelle: op-online.de

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