110 Nachwuchskicker bei den Kickers

Hergershausen profitiert vom Neubaugebiet und kooperiert mit Kleestadt und Langstadt

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Die G-Junioren des SV Kickers Hergershausen (weiß) beim Gersprenz-Cup im Spiel gegen den TV Lampertheim.

Für den Fußball beim SV Kickers Hergershausen sind es bewegte Tage.

Babenhausen – Vor zwei Wochen stiegen die erste und die zweite Mannschaft des Sportvereins binnen zwei Stunden in die Kreisliga A beziehungsweise C auf und feierten mit 400 Zuschauern auf dem Sportgelände eine große Sause. Nun folgte an drei Tagen der Gersprenz-Cup mit den Turnieren für den Nachwuchs (siehe Infokasten). Überhaupt läuft es bei den Kickers derzeit bestens. Lediglich vom fußballerischen Vakuum in der Kernstadt profitieren sie im größten Babenhäuser Stadtteil kaum.

Schließlich müssen sich Jugendliche aus Babenhausen inzwischen in die Stadtteile begeben, wenn sie im Verein Fußball spielen wollen. Der SV Germania Babenhausen existiert zwar noch, macht derzeit aber – auch weil sie das Gelände am Ostheimer Hang räumen müssen – keine Jugendarbeit. Die Aktiven der Germania sind in der Spielgemeinschaft mit dem TSV Langstadt zusammengeschlossen und trainieren und spielen ausschließlich dort.

Den stärksten Effekt, das betont etwa Vorstandsmitglied Hüsa Kayaci schon seit Längerem, spürt der TSV Harreshausen, zu dem viele Kinder nicht nur aus dem eigenen Stadtteil, sondern auch aus der Kernstadt zum Kicken kommen. Was auch Thomas Gehringer, Jugendleiter der Hergershäuser Kickers, bestätigt: „Wir haben vereinzelt zwar Kinder aus Babenhausen bei uns. Die meisten dort wählen aber den kürzeren Weg nach Harreshausen.“ Sickenhofen ist derzeit auch keine Option, da der SVS hat momentan ausschließlich zwei Aktiventeams im Spielbetrieb hat. Ein Grund für manche Eltern, ihre Kinder aus Babenhausen eher nach Harres- denn Hergershausen zu fahren, liege auch im regelmäßigen Chaos auf der B26: „Im Berufsverkehr will sich dort keiner in den Stau stellen.“

Bei den Kickers kommen die meisten Kinder und Jugendlichen – aktuell 110 an der Zahl – entsprechend aus dem eigenen Stadtteil. „Unter anderem das Neubaugebiet haben wir gemerkt“, sagt Gehringer, der die Geschicke des Hergershäuser Nachwuchses Seite an Seite mit dem zweiten Jugendleiter Arno Willand lenkt. In der Saison 2017/18 verfügten die Kickers gar über den Luxus zweier eigener A-Junioren-Teams, von denen man schon einige Spieler in die erste Mannschaft eingebaut hat. Zuletzt musste man bei A-, B- und C-Junioren auf eine Spielgemeinschaft setzen, wählte den SV Viktoria Kleestadt als Partner. „Nach Kleestadt ist es für uns im Berufsverkehr leichter zu fahren als nach Babenhausen“, sagt Gehringer. Eine Kooperation mit dem FV Eppertshausen habe man ebenfalls überlegt, „dort orientiert man sich aber eher Richtung Münster oder Ober-Roden“.

Kommende Saison wird man in Hergershausen die A-Junioren zusammen mit Kleestadt und Langstadt stellen und die B-Junioren unbesetzt lassen müssen. Bei den C-Junioren wird es zwei Teams zusammen mit Kleestadt und Langstadt geben, „von den G- bis zu den D-Junioren haben wir alles allein besetzt“. Was für einen Stadtteil mit kaum mehr als 2 000 Einwohnern respektabel ist, sei aber auch dort kein Selbstläufer, betont Gehringer: „Die Kinder sind vielfältiger geworden und im Fußball-Kreis Dieburg ist die Entwicklung insgesamt rückläufig. Es dürfte darauf hinauslaufen, dass mit der Zeit immer öfter Jugendfördervereine wie der in Groß-Umstadt gebildet werden.“ Doch noch läuft es beim SV Kickers und in Relation zur Ortsgröße jedoch bemerkenswert gut.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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