Nicht nur für die Katz’

In der Ausbildung lernen Tierpfleger alles rund um Haltung und Versorgung

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Johanna und Markus haben ihre Ausbildung zum Tierpfleger erfolgreich im Babenhäuser Tierheim absolviert. 

Der Alltag eines angehenden Tierpflegers besteht nicht nur im Streicheln von Katzen und dem Spazierengehen mit Hunden. Tierpfleger der Fachrichtung Tierheime und -pensionen haben vielmehr einen überaus verantwortungsvollen Job mit einer Vielzahl von Aufgaben.

Babenhausen – Die Haltung, Pflege, Unterbringung und Versorgung verschiedenster Haustiere – vom Hamster über Hunde und Katzen bis zu Schafen und Pferden – gehören zum Ausbildungsprofil. Krankheiten erkennen und behandeln, Hygienebestimmungen und Quarantänevorschriften sowie Tierschutz sind weitere Elemente der Tierpfleger-Ausbildung. Natürlich müssen Tierpfleger auch Kenntnisse über das Verhalten von Haustieren besitzen. Zu den umfangreichen Ausbildungsinhalten kommt noch der richtige Umgang mit exotischen Tieren, wie Reptilien, die in immer mehr Haushalten anzutreffen sind.

Babenhausen: Ausbildung zum Tierpfleger

All das hat Johanna im Tierheim Babenhausen während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Tierpflegerin in Tierheimen und -pensionen gelernt. „Es gibt drei verschiedene Ausbildungsrichtungen. Man kann sich auch als Labortierpfleger in Forschungseinrichtungen oder als Pfleger von Zootieren spezialisieren“, erklärt Johanna, die ihre Ausbildung nun erfolgreich abgeschlossen hat.

Sie ist der sechste Auszubildende, der das Babenhäuser Heim als geprüfter Tierpfleger verlässt. Die Leiterin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Babenhausen-Münster bedauert, dass sie Johanna nicht übernehmen kann. „Einen weiteren Tierpfleger können wir uns aus finanziellen Gründen nicht leisten“, erklärt Beate Balzer. Jedoch will das Tierheim jungen Menschen zumindest eine fundierte, hochwertige Ausbildung bieten, die ihnen den weiteren beruflichen Weg ebnet. Jetzt beginnen erneut zwei Leute ihre Ausbildung im Tierheim Babenhausen.

Babenhausen: Ausbildung im Tierheim

Mit Markus Neff hat das Tierheim bereits einen ehemaligen Auszubildenden übernommen. Der junge Mann hat inzwischen die stellvertretende Leitung der Einrichtung. Neben den beiden Angestellten gibt es einen Mitarbeiter, der auf 450-Euro-Basis beschäftigt, ist und zwei Personen, die gegen eine Mehraufwandsentschädigung im Tierheim arbeiten. Hinzu kommen junge Menschen im Bundesfreiwilligendienst.

„Wir nehmen immer wieder auch Tagespraktikanten und haben Schulklassen oder Kindergartengruppen zu Besuch“, erzählt die Heimleiterin. Denn Tierheim und Trägerverein haben es sich auch zur Aufgabe gemacht, junge Menschen an den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren heranzuführen. Idealerweise wird so manchem Tier der Weg ins Heim erspart bleiben.

Babenhausen: Eltern suchen in Tierheim nach Haustier

Denn noch immer komme es vor, dass Eltern im Tierheim Hund, Katze oder Meerschweinchen für ihre Kinder suchen. „Wenn ein Elternteil zu mir kommt und sagt: „Ich hätte gern ein Tier für meine Tochter“, dann antworte ich, dass wir hier keine Tauschgeschäfte machen“, sagt Balzer. Die spontane Anschaffung eines Tieres, dessen dauerhaft zuverlässige Pflege nicht sichergestellt werden kann, werde vom Babenhäuser Tierheim nicht gefördert.

„Es kommt selten vor, dass ein ehemaliger Tierheimbewohner wieder zu uns zurückkommt, da wir uns die neuen Besitzer schon genau ansehen. Wir bieten Interessenten auch die Möglichkeit, mit einem favorisierten Hund einige Male Gassi zu gehen. So können sich Mensch und Hund ein wenig kennenlernen und herausfinden, ob sie zueinander passen.“

Babenhausen: Tierheim vermittelt Hunde

Der Vermittlungsschwerpunkt liegt auf Hunden, da das Babenhäuser Tierheim mit der „Tierhilfe Hoffnung“ in Rumänien zusammenarbeitet. 170 bis 180 Hunde würden durchschnittlich pro Jahr vermittelt, sagt Balzer. „Es ist immer schön, wenn man ein Tier vermitteln konnte. Wenn ein Tier in gute Hände kommt, weiß man auch, wofür man die Arbeit macht.“

Arbeitsreich ist der Alltag im Tierheim durchaus. Der etwa 600 Mitglieder starke Trägerverein ermöglicht die gute tierärztliche Versorgung, zu der auch hin und wieder größere und somit kostspielige Operationen und Nachsorge gehören. Auch müssen die Unterkünfte von Hunden, Katzen und Kleintieren instandgehalten und, wie im Fall des Katzenhauses, erweitert werden. Wenn dazu noch Unwetter, wie der Sturm Fabienne im vergangenen Herbst, Teile der Gebäude beschädigen, sind viele helfende Hände und finanzielle Gönner ein großer Segen.

„Wir freuen uns, dass die Jugend so großes Interesse an unseren Tieren hat“, sagt Balzer. „Beim jüngsten Sponsorenlauf an der Joachim-Schumann-Schule kamen beispielsweise 2 400 Euro zusammen, die uns die Schüler gespendet haben.“  zeta

Quelle: op-online.de

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