Lärm lockt Zuhörer

Im Kasernen-Ausschuss geht es um die Verkehrsbelastung

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Hinter den stehen bleibenden Wohnhäuser türmen sich Schuttberge und Abrissmaterial. 

Einen komprimierten, aber sehr informativen Ritt durch die Kasernenkonversion erlebten am Donnerstagabend die zahlreichen Besucher, die der Ausschusssitzung   von der Zuschauertribüne aus folgten. 

Babenhausen –  Ist das Interesse der Babenhäuser an dem was auf dem ehemaligen Militärgelände passiert, seit jeher schon groß, sorgte die Tatsache, dass in den vergangenen Wochen mehr oder weniger starker Unmut in Teilen der Bevölkerung aufgekommen war, für einen zusätzlichen Publikumsandrang.

Da ist die Verkehrslärmproblematik entlang der B26. Wie diese Woche berichtet, hat sich die im vergangenen Jahr gegründete „Bürgerinitiative Verkehr“ zu Wort gemeldet. Sie befürchtet, durch das Besiedeln der Kaserne und der Zunahme des Verkehrs, dass Anwohner noch mehr als bislang unter dem Straßenlärm leiden werden. 

Unter dem Lärm leiden

Deshalb mahnte BI-Sprecher Tino Eidebenz Lösungen an. Bei der Kasernen-Konversionsgesellschaft ist er damit auf Verständnis und Gehör gestoßen. Geschäftsführer Daniel Beitlich berichtete, dass der TÜV, der bereits Verkehrslärm und -schadstoffgutachten für das originäre Kasernengelände erstellt hat, dies nun auch für die gesamte Wohnbebauung entlang des innerstädtischen Teils der Bundesstraße machen werde. Auf Kosten der Kasernen-Konversionsgesellschaft, die das gar nicht müsste, wie Beitlich sagte. Wenn die Ergebnisse da sind, würde man sich an einen Tisch setzen. Beitlich betonte aber auch, dass offensichtlich bereits seit Jahren die B26-Anlieger unter dem Lärm leiden und es daher kein eigentliches Kasernenproblem sei.

Blick über Schuttberge auf den historischen Teil der Kaserne mit dem Wasserturm.

Bürgermeister Joachim Knoke merkte dazu an, dass auch der Lärm durch den Bahnverkehr, vor allem durch den zunehmenden Güterverkehr, eine große Rolle spielt. Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm (CDU) erinnerte daran, dass es auch einen Stadtverordnetenbeschluss gibt, der die seit Jahrzehnten diskutierte Südumgehung einfordert. Allerdings ist zuletzt diese Ortsumfahrung im Bundesverkehrswegeplan sogar zurückgestuft worden. Zum großen Bedauern der Stadtverantwortlichen, die diese Entscheidung kritisieren.

Bewohner können auf Minderung hoffen

Auf eine schnelle Lärmminderung können hingegen die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße hoffen. Jürgen Stein hatte federführend in einer umfangreichen, der Redaktion vorliegenden Präsentation erarbeitet, wie sehr er und Nachbarn unter dem von Lastwagen verursachten Lärm leiden. Die Lkw dienen die bereits auf den zukünftigen Gewerbeflächen angesiedelten Unternehmen auch nachts an. Einige Lkw-Fahrer hätten sich dabei regelrecht Beschleunigungsrennen auf der mehrere hundert Meter langen, schnurgeraden ehemaligen Panzerstraße geliefert. Das Überfahren einer Temposchwelle gleich zu Beginn der Strecke habe für zusätzlichen Lärm gesorgt. Bei einem gemeinsamen Gespräch am Donnerstagvormittag mit Stadtverwaltung und Kasernen-Konversionsgesellschaft wurde schnelle Abhilfe versprochen. So soll die Schwelle entfernt und auf der Panzerstraße Hindernisse aufgebaut werden, damit dort nicht mehr gerast werden kann. Auch der Lärm durch Lkw-Rangierarbeiten auf dem extra hergerichteten Ausweich-Schwimmbadparkplatz werde ab Sonntag der Vergangenheit angehören. Dann endet die Freibadsaison und der Parkplatz wird geschlossen. Anwohner Stein lobte das konstruktive Gespräch und das zugesagte Umsetzen der Maßnahmen.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

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