Gründungsmitglied geehrt

Angelnde Naturschützer: ASV Harreshausen feiert 50-Jähriges

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Die Jubiläumsgäste ließen sich die Forellen schmecken.

50 Jahre Angelsportverein (ASV) Harreshausen heißt seit einem halben Jahrhundert in Gemeinschaft ein geliebtes Hobby und aktiv Naturschutz zu betreiben. Grund genug am Pfingstsonntag ein großes Fischerfest zu feiern.

Harreshausen – So wurden das Vereinsheim und der ehemalige Kiessee, der als naturnahes Angelgewässer gepflegt und genutzt wird, Ziel fröhlicher Pilgerströme. Bürger aller Generationen und aus allen Stadtteilen feierten mit den Harreshäuser Anglern, an der Spitze der Vorsitzende Michael Göttsch und seine Stellvertreterin Maria Farruggio-Eiselt.

Mit Spezialitäten aus Neptuns Reich, aber auch gegrillten Steaks und Würsten verwöhnte das 45 Helfer starke Team, darunter viele Nichtmitglieder, die Besucher. Für die kleinen Gäste war Spaß auf einer großen Hüpfburg und beim Kinderschminken geboten.

Ein Zeitzeuge der Anfangsjahre ist Gründungsmitglied Franz Utmelleki senior. Nach seinen Beschreibungen war das erste Vereinsheim wohl eher eine Art Lagerhalle, die die Angler nutzen durften. Erst vor etwa 14 Jahren sei das heutige Vereinsdomizil mit vereinten Kräften gebaut worden. Der 84-Jährige angelt seit Kindertagen, je nach Lebensalter mehr oder weniger. „Seit ich in Rente war, habe ich dann eigentlich fast täglich geangelt. Es ist ein herrliches Erlebnis“, sagte Utmelleki, der – befragt nach seinem größten Fang – einen 1,15 Meter großen und 24 Pfund schweren Hecht nennt. In früheren Jahren engagierte sich der Jubilar auch als Gewässerwart im Vorstand. Das aktive Angeln habe er erst im vergangenen Jahr, krankheitsbedingt, eingestellt. Weitergegeben hat er seine Leidenschaft auch an seinen Sohn Franz Utmelleki junior, der von 2007 bis 2014 als Vorsitzender die Geschicke des Vereins geleitet hat und seinem Vater beim Jubiläumsfest zur Seite stand. Denn als einziges Gründungsmitglied, das noch im Verein ist, kam Utmelleki senior zu Ehren. Aus den Händen von Landrat Klaus Peter Schellhaas erhielt er im Namen des Hessischen Fischereiverbandes das goldene Verdienstabzeichen und einen Pokal. Erster Stadtrat Reinhard Rupprecht überreichte ihm die Verdienstmedaille der Stadt.

Das goldene Verdienstabzeichen des Hessischen Fischereiverbandes und die Verdienstmedaille der Stadt Babenhausen erhielt ASV-Gründungsmitglied Franz Utmelleki senior (Dritter von links). Das Ehrungs-Gruppenfoto zeigt außerdem seinen Sohn Franz Utmelleki (von links), Vereinsvorsitzenden Michael Göttsch, Landrat Klaus Peter Schellhaas, die stellvertretende Vorsitzende Maria Farruggio-Eiselt und Ersten Stadtrat Reinhard Rupprecht. 

Schellhaas gratulierte und beschenkte den aktuell 80 Mitglieder, darunter 35 aktive Angler, zählenden ASV, und übergab einen Ehrenteller des Hessischen Fischereiverbandes. Er dankte „allen, die den Verein über die 50 Jahre getragen haben, den Menschen, die sich besonders engagiert haben, nicht nur den Gründungsmitgliedern“. Utmelleki wurde auch vom Vorstand des ASV beschenkt. Denn gemeinsam mit seinen damaligen Mitstreitern habe er die Grundlage für das heutige Vereinsleben geschaffen.

Neben dem Vereinsgewässer, in dem sich unter anderem Hechte, Karpfen, Barsche oder auch Rotaugen wohl fühlen, gehen die Harreshäuser Angler auch an einem etwa vier Kilometer langen bis zur bayerischen Grenze reichenden Gersprenz-Abschnitt ihrem Hobby nach. Welche verschiedenen Maßnahmen nötig sind, um aus dem etwa 1,8 Hektar großen früheren Baggersee ein möglichst naturnahes Gewässer mit optimalen Reproduktionsbedingungen für die Fische zu schaffen, war bei den Führungen zu erfahren, die Gewässerwart Kevin Kuhn den Besuchern anbot. „Die wenigsten wissen, dass wir auch Naturschutz betreiben. Viele Menschen denken, wir werfen Fische in den Teich und angeln sie dann wieder“, sagte Kuhn schmunzelnd. Dass dem nicht so ist, wurde bei der Tour mit ihm deutlich. An mehreren Stellen waren im See liegende umgestürzte Bäume und anderes Totholz zu sehen. „Das liegt mit Absicht auf der Wasseroberfläche. Ebenso wie die Seerosen und andere Pflanzen, die wir eingebracht haben, dient das Holz den Jungfischen und kleineren Fischen als Versteck und Unterstand“, erklärte der Gewässerwart. Auch das geplante „Fischhotel“ aus Holz solle diesem Zweck dienen, nämlich als Bruthöhle und zum Schutz der Fische, beispielsweise auch vor dem Kormoran, so der Vorsitzende Göttsch.

Kuhn zeigte am Ufer Stellen, an denen die Angler Bäume pflanzen, um für Schatten zu sorgen, und andere Stellen, wo sie Bäume entnehmen, um mehr Sonne durchzulassen. „Wenn das Wasser wärmer ist, ist das zum Laichen der Fische besser“. Schaden die extrem heißen Sommer wie zum Beispiel im vergangenen Jahr dem Gewässer und seinen Bewohnern? „Der See ist so tief, die tiefste Stelle ist zwölf Meter, und verfügt über drei bis vier Quellen, sodass er im Sommer eigentlich nie zu warm wird“, antwortete Kuhn, aber wegen des sinkenden Grundwassers im vergangenen Sommer sei der See auch etwa einen halben Meter abgesunken.

VON PETRA GRIMM

Quelle: op-online.de

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