Tierische Hinterlassenschaften

Kiloweise Hundekot wird immer mehr zum Problem

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Mitglieder der Royal Rangers beim Einsammeln der Kothaufen und anderem Müll.

Auf dem schmalen Grünstreifen entlang der Stadtmauer sprießen die ersten Krokusse – und direkt daneben liegen etliche Hundehaufen. Nur eine Momentaufnahme? Leider nicht.

Babenhausen – Die Royal Rangers des Gospelhauses haben vor wenigen Tagen erst in einer 90-minütigen Aktion die unglaubliche Menge von etwa 15 Kilogramm Hundekot auf der Grünfläche eingesammelt. Hinzu kamen noch einmal etwa fast acht Kilo an sonstigem Müll entlang des historischen Gemäuers. Diese Menge an Hinterlassenschaften von Zwei- und Vierbeinern ist vor allem deshalb erstaunlich, da es auf der kleinen Anlage vier Mülleimer und zusätzliche eine Dogstation mit kostenlosen Tütchen für den Hundekot gibt. Bürgermeister Joachim Knoke dankte den Kindern und Jugendlichen und ihren Betreuern für den Einsatz und hoffte, dass solch ein ehrenamtlicher Einsatz „so schnell nicht mehr vonnöten ist“.

In Sichtweite des Behälters mit den kostenlosen Tüten und eines Mülleimers liegt dieser Hundehaufen an der Stadtmauer.

Allerdings hat der Rathaus-Chef nicht mit der Dreistigkeit der Hundebesitzer gerechnet. Gestern Vormittag waren auf nur wenigen Metern Fußweg, direkt gegenüber des Parkplatzes an der katholischen Kirche, sechs mehr oder weniger große Hinterlassenschaften zu sehen. „Schade, dass es nicht die rudimentäre Existenz eines Gehirns braucht, um in Deutschland einen Hund zu halten“, sagt Knoke über diese Art der Hundehalter. Auf mindestens 20 Euro taxiert Heiko Duda, Fachbereichsleiter „Sicherheit und Ordnung“, die Geldbuße. Macht bei den gestern erspähten sechs Haufen 120 Euro, die in den Stadtsäckel fließen würden. Wenn denn die Hundehalter auf frischer Tat ertappt werden könnten. Das sei die Krux an der Sache, wie Duda ausführt. Konstante Kontrollen seien personalbedingt kaum möglich. Zumal die Wegstrecke entlang der Stadtmauer nicht der einzige Hundekot-Hotspot im Stadtgebiet ist.

Jörg Kurschildgen, SPD-Fraktionsvorsitzender, aber auch regelmäßiger Gassigeher, berichtet, dass der von Hundebesitzern liegen gelassene Hundekot, gerade im direkten Umfeld von einer Dogstation, auch in Harpertshausen Thema sei. Eine Familie, vor deren Grundstück so eine Dogstation steht, habe alle Haufen mit Fähnchen markiert. „Es ist erschreckend“, so Kurschildgen. Als verantwortungsbewusster Gassigeher fragt er sich: Welche Sorte Mitmensch lässt das zu? „Durch die Ignoranz einiger weniger unbelehrbarer wird ein schlechtes Licht auf alle bemühten Hundehalter geworfen, die ihrem Vierbeiner der Ordnung halber und auch im eigenen Interesse hinterherräumen“, so Kurschildgen. Er kann auch davon berichten, dass es Hundebesitzer zwar schaffen, einen Kotbeutel zu benutzen, diesen dann aber als Wurfgeschoss verwenden und Beutel samt Inhalt mit Schwung in die Pampa feuern. In der heute Abend stattfindenden Ortsbeiratssitzung in Harreshausen ist Hundekot ebenfalls Thema. Es geht um das Aufstellen von Dogstations.

Von Norman Körtge

Quelle: op-online.de

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