Unsichtbare Angstbazillen vertreiben

Kinderbuchautorin Gabi Deeg zu Gast in der Schule im Kirchgarten

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„Zilli-Faustdick“ ist der Name von Gabi Deegs zauberhaftem Kinderbuch, aus dem sie den Grundschülern vorlas.

Warum fürchten wir uns im Dunkeln vor Monstern, haben Angst vor Spinnen oder dass uns jemand auslacht? Die Antwort auf diese Fragen sind in Gabi Deegs zauberhaftem Kinderbuch „Zilli-Faustdick hinter den Zotteln“ zu finden.

Babenhausen – Schuld sind nämlich die für Menschen eigentlich unsichtbaren Angstbazillen, die uns die absurdesten Ängste einflüstern, die wir dann für unsere eigenen Gedanken halten. Weil die kleine Bazille Zilli dabei versagt und einfach keine angsteinflößenden Ideen hat, bleibt sie hinter ihrer Klasse zurück, wird ausgegrenzt und verspottet. Schließlich lernt sie das Mädchen Mina kennen und findet zu einer wichtigen Erkenntnis.

Mit einer Lesung aus ihrem ersten Kinderbuch, das 2017 im Fabulus Verlag erschienen ist, gastierte Gabi Deeg in der Schule im Kirchgarten, genauer gesagt in der Aula der benachbarten Bachgauschule. Die Geschichte eigne sich für Kinder ab sechs Jahren zum Vorlesen und ab acht zum selbst lesen. „Das Buch soll Kindern helfen, die eigenen Angstbazillen zu vertreiben und Ängste selbst zu bewältigen“, sagte die in Köln lebende Autorin.

Finanziert vom Schulförderverein kamen alle vier Jahrgänge und die Vorklasse, rund 400 Schüler, nacheinander in den Genuss der rund 45-minütigen Lesung, bei der auch viel gelacht wurde. Denn ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger ging es nicht nur im Buch, sondern auch in Gesprächen bei der Lesung darum, unsinnige Ängste von klugen, die uns vor Gefahren schützen, zu unterscheiden. „Wenn ihr mal wieder Angst habt, überlegt mal, ob es eine schlaue Angst ist, oder eine, die euch eine Angstbazille eingeflößt hat?“

Deeg, die ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert hat und Improvisationstheater spielt, unterbrach das Lesen immer wieder, um mit den Schülern über deren eigene Gefühle und die von Zilli, mit der man sich identifizieren kann, zu sprechen. Ausgrenzungserfahrungen, Versagensängste oder Einsamkeit kennen auch viele Kinder. Die Autorin wurde zum Schreiben des Buches auch von den Erfahrungen mit ihren eigenen Kindern angeregt. Erfreut nahmen die kleinen Zuhörer einen Bastelbogen entgegen, mit dem sie sich selbst aus Papier eine kleine Zilli anfertigen können. Als Überraschung präsentierte Deeg am Ende die erst am Vorabend fertig gewordene wuschelige Zilli-Handpuppe. „Denn im kommenden Jahr wird es wahrscheinlich auch ein Theaterstück über die kleine Angstbazille geben“, kündigte sie an. Entstanden wäre diese Zilli-Puppe nicht ohne den Beitrag der Lehrerin Fabiana Lang aus Harreshausen, die viele bereits als Modelliererin von fantasievollen Ballongeschöpfen kennen und die ganz offensichtlich auch tolle Puppen bauen kann.  pg

Quelle: op-online.de

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