Inklusiver Pakt

Kirchgarten- und Flanagan-Schule ausgezeichnet

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Stolz auf die Preisträgerurkunde für die Nachmittagsbetreuung sind Edward-Flanagan-Rektor Peter Baumann (hinten von links), „Schule im Kirchgarten“-Leiterin Silke Schulz-Mandl und Shqipe Mustafa vom Arbeiter-Samariter-Bund.

„Ein leistungsfähiges Bildungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass die Vielfalt von Begabungen, Interessen und kulturellen Identitäten berücksichtigt werden und gleichzeitig Schüler miteinander und voneinander lernen“, sagt Claus Lau, Vorstandsvorsitzender des Unternehmerverbands Südhessen.

Babenhausen – Ein Paradebeispiel dafür findet sich in Babenhausen. Genauer gesagt im gemeinsamen „Pakt für den Nachmittag“-Inklusionsprojekt der Grundschule im Kirchgarten und der Edward-Flanagan-Schule (Förderschule). Deshalb gehört es, wie berichtet, zu den vier Preisträgern des vom Unternehmerverband ausgelobten Innovationswettbewerbs unter dem Motto „Inklusion – gemeinsam miteinander und voneinander lernen“.

Zur Vorgeschichte: Die Schule im Kirchgarten gehörte zu den ersten im Landkreis, die im Schuljahr 2015/16 den „Pakt für den Nachmittag“ schlossen. Seit dem laufenden Schuljahr gehört diesem auch die Edward-Flanagan-Schule an. Nicht eigenständig, sondern in einem gemeinsamen Konzept mit der Kirchgarten-Schule. „Das ist sicher einer der Gründe, warum wir ausgezeichnet worden sind“, meint Flanagan-Schulleiter Peter Baumann. Immerhin 2000 Euro Preisgeld hat das den beiden Schulen eingebracht, die in ein gemeinsames Erlebnis investiert werden sollen. In einer gemeinsamen Präsentation hatten Grund- und Förderschüler ihre Betreuungsangebot vorgestellt. Ein Tenor daraus: „Ohne das gemeinsame Angebot hätten wir uns nicht kennengelernt und würden nicht zusammen spielen“, fasst Baumann zusammen.

In der Kurzbeschreibung heißt das ganz nüchtern: „Kinder der Grundschule mit und ohne Anspruch auf sonderpädagogische Förderung sowie Kinder der Förderschule lernen gemeinsam. Nachdem die Kinder vormittags in beiden Schulen differenziert unterrichtet wurden, verbringen sie den Nachmittag gemeinsam.“

Auch Schach wird in der Betreuung an der Schule im Kirchgarten gespielt.

Und in den Stunden nach dem regulären Unterricht – gebucht werden können zwei Betreuungsmodelle: 7.30 bis 14.30 oder 7.30 bis 17 Uhr – wird unter Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes einiges in den Räumen der Schule im Kirchgarten geboten. Neben der Lernzeit/Hausaufgabenhilfe gibt es kaum Wünsche, die das Programm offenlassen. Neben offenen Angeboten in Fußball-, Basketball-, Computer- und Bastel-AGs, gibt es Einwahlangebote für Schach, Chor, Blasorchester, Reiten, Yoga und Theater. Hinzu kommen Spiele- und Bastelzimmer sowie ein Bauraum mit Legosteinen und Bauklötzen. Außerdem gibt es eine Ruhe- und eine Leseecke. In einer Mensa kann zu Mittag gegessen werden. Überall dabei sind Mitarbeiter des ASB.

Von den 370 Kirchgarten- und 76 Flanagan-Schülern nutzen derzeit 180 das Nachmittagsangebot. Noch sind es nur wenige Förderschüler, was vor allen daran liege, dass viele nicht aus Babenhausen kommen, sondern in Schaafheim, Groß-Umstadt oder Otzberg wohnen. Wenn eine Lösung mit dem Bustransfer gefunden sei, würden es sicherlich mehr werden, so Baumann.

Dass das Betreuungsangebot auf jeden Fall weiter ausgebaut wird, davon kann Kirchgarten-Schulleiterin Silke Schulz-Mandl berichten. Für das kommende Schuljahr wird es 240 Betreuungsplätze geben. „Der Bedarf ist einfach da“, sagt sie.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

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