Angeklagter soll gedroht haben

Attacke im Sozialamt: Mann rammt Sacharbeiter Kugelschreiber in den Hals

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War es Vorsatz als ein 50-jähriger Mann aus Babenhausen einen Sacharbeiter des Sozialamts mit einem Kugelschreiber angegriffen hat?

War es Vorsatz als ein 50 Jahre alter Mann aus Babenhausen am 4. Januar einen Sacharbeiter des Sozialamts in der Dieburger Albinistraße mit einem Kugelschreiber angegriffen und an den Hals gestochen hat?

Dieburg/Babenhausen – Das lässt zumindest die Aussage des Babenhäuser Ordnungsamtsleiters vermuten, der für den zweiten Verhandlungstag als Zeuge vor dem Amtsgericht Dieburg geladen war. Auch der Angriff des Angeklagten auf seinen ehemaligen Vermieter und einen Gefängnismitarbeiter war gestern Vormittag Thema. Nach dem Prozessauftakt Anfang Juli, waren nun, am zweiten nur zwei Stunden dauernden Verhandlungstag, insgesamt sechs Zeugen geladen.

Einer von ihnen der städtische Fachbereichsleiter. Der berichtete von seinen bisherigen Begegnungen mit dem Angeklagten. Zunächst seien sie in Kontakt gekommen, als der 50-Jährige in Babenhausen nach einer Wohnung suchte. Zu diesem Zeitpunkt wohnte der Angeklagte nicht mehr in seiner Wohnung in Babenhausen, weil er seinen Vermieter Ende 2018 nach einem Streit um Mietzahlungen mit einem Messer bedroht hatte, wie der so Bedrohte berichtete. Daraufhin habe er die Polizei gerufen, der Angeklagte wurde mit auf die Wache genommen und ihm ein Hausverbot beim Vermieter erteilt.

Attacke im Sozialamt: Aussage des Ordnungsamtschefs ist wichtig

Zurück zum Rathaus-Mitarbeiter: Nachdem der 50-Jährige bereits mehrmals wegen einer Wohnung bei der Stadt gewesen sei, habe der Ordnungsamtsleiter gemeinsam mit einem örtlichen Pfarrer – dort wohnte der Angeklagte übergangsweise – beschlossen, dem nun Angeklagten dabei zu helfen, in seine italienische Heimat zu fahren. Dort hätte er bessere Chancen, nicht obdachlos zu bleiben. Doch bevor es dazu kam, attackierte der 50-Jährige den Sacharbeiter des Sozialamts in Dieburg mit einem Kugelschreiber.

Wichtig in diesem Zusammenhang die Aussage des Ordnungsamtschefs: Noch bevor der Angeklagte zum Landratsamt nach Dieburg fuhr, habe er dem Pfarrer erzählt, dass „etwas passiere“, wenn ihm dort niemand helfen könne. Das habe der Pfarrer dem Rathaus-Mitarbeiter berichtet, der daraufhin bei der Polizei anrief. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Polizei bereits auf dem Weg zum Landratsamt, um nach der Attacke den 50-Jährigen festzunehmen.

Attacke im Sozialamt: Mann spuckt

Neben diesen beiden Taten – Angriff mit dem Kugelschreiber, Bedrohen des Vermieters – werden dem Angeklagten noch zwei weitere Vorfälle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Weiterstadt vorgeworfen. Zum einen habe er im Januar kurz nach seiner Inhaftierung einen Mitarbeiter beleidigt. Zum anderen soll er im März einem Gefängniswärter an den Hinterkopf gespuckt haben. Der Mitarbeiter habe zunächst laute Schläge gehört, berichtete er.

Daraufhin habe er den Angeklagten darauf hingewiesen, es zu unterlassen, sein Fenster ständig zuzuschlagen. Als der Mitarbeiter sich umdrehte und wegging, habe der 50-Jährige ihm an den Hinterkopf gespuckt. Dieser bestritt das aber mit einem Zwischenruf: „Ich habe auf den Boden gespuckt.“ „Sie haben jetzt nicht das Wort“, wies ihn Richter Christian Meisinger zurecht.

Am Donnerstag, 25. Juli, wird der Prozess mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt.

VON LARS HERD

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