Mangel an Kitaplätzen

Babenhausen: Neubau der Kita in Hergershausen soll größer werden

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Auf dem städtischen Grundstück neben der Bachwiesenschule (im Hintergrund) soll die neue Hergershäuser Kindertagesstätte errichtet werden.

In Babenhausen wir der Mangel an Kitaplätzen bekämpft. Dafür gibt es unterschiedliche Pläne und Maßnahmen.

Babenhausen – Der geplante Waldkindergarten in Harpertshausen, die Kinderbetreuung auf dem ehemaligen Kasernengelände und der Neubau der Kindertagesstätte in Hergershausen haben am Mittwochabend den Sozialausschuss beschäftigt. Dazu gab es von Fachbereichsleiterin Regina Lange aktuelles Zahlenmaterial. Demzufolge fehlten zum Stichtag 30. Juni für das nun gestartete Kindergartenjahr 2019/20 52 Krippenplätze (U3-Bereich) und 107 Plätze für Drei- bis Sechsjährige (Ü3). Tendenz steigend. Für das Kitajahr 2020/21 geht die Prognose von 128 fehlenden Plätzen im Ü3-Bereich aus. Aus der Einwohnermeldestatistik gehe der starke Anstieg an neugebornen Kindern hervor: Wurden 2017 158 Babys registriert, waren es 2018 bereits 196.

„Wir haben immer nur zwölf Monate Vorlauf“, berichtete Bürgermeister Joachim Knoke über die Schwierigkeit, möglichst genaue Zahlen zu eruieren. Denn nach dem ersten Lebensjahr könnten schon Krippenplätze in Anspruch genommen werden. Schulträger hätten da eine längere Vorlaufphase.

Mangel an Kitaplätzen bekämpfen

Den voraussichtlich Ostern 2020 bezugsfertigen Neubau der evangelischen Kindertagesstätte an der Martin-Luther-Straße, den für Oktober geplanten Start des Waldkindergartens in Harpertshausen und die in Planung befindliche Interims-Kita auf dem Kasernengelände nannte Lange als die zeitlich naheliegenden Möglichkeiten, um den Mangel an Kitaplätzen abzubauen. In der zweiten Jahreshälfte 2020 könnte die Kaisergärten-Kita in der ehemaligen amerikanischen Grundschule in Betrieb gehen. Und in frühestens zwei Jahren der bereits im März 2015 beschlossene Neubau in Hergershausen, dem größten Babenhäuser Stadtteil.

Vier Ü3- und eine U3-Gruppe werden derzeit im Hergershäuser Römerweg betreut. Dass der Bedarf höher ist, haben Verwaltung und Lokalpolitik schon vor vier Jahren erkannt und einen Neubau für sechs Gruppen beschlossen. Das Verschieben der Haushaltsmittel für die Planung von Jahr zu Jahr sowie fehlende personelle Ressourcen in der Stadtverwaltung legten das Projekt mehr oder weniger auf Eis – und der Kitaplatzbedarf wuchs.

5,6 Millionen Euro für Neubau

Wenn es nach Willen des Magistrats geht, soll nun auf dem knapp 4 000 Quadratmeter großen städtischen Grundstück neben der Bachwiesenschule ein acht Gruppen Platz bietender Neubau errichtet werden. Die Gesamtkosten belaufen sich dafür auf grob geschätzt 5,6 Millionen Euro, ist dem Antrag zu entnehmen. Wie berichtet, stehen zur Finanzierung 2,5 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm Hessenkasse zur Verfügung. Geplant ist, das Gesamtprojekt als schlüsselfertige Totalunternehmerleistung zu vergeben. Bereits beim Neubau der evangelischen Kita wurde so verfahren.

Angesichts der angespannten Haushaltslage hinterfragte CDU-Politiker Ingo Rohrwasser, ob denn wirklich solche „riesenhaften Kitas“ gebaut werden müssten. Vor allen im Hinblick darauf, dass es auch wieder niedrigerer Geburtenzahlen geben könnte und Gruppenräume leer stünden: „Diesen Luxus, den ich gerne hätte, können wir uns nicht leisten.“ Allerdings wolle er die am Mittwochabend erstmals präsentierten Zahlen zu fehlenden Kita-Plätzen erst noch in der Fraktion besprechen, damit in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 29. August, abgestimmt werden kann. Ihre Zustimmung signalisierte Milena Scinardo für die FDP-Fraktion, allerdings nur unter der Bedingung, dass nach dem 2015 getroffenen Grundsatzbeschluss nun auch „endlich was passiert“.

Kindertagesstätten am Römerweg bleiben Kinderbetreuungseinrichtungen

Die Kindertagesstätte am Römerweg wird wahrscheinlich auch nach dem frühestens 2021, wahrscheinlich eher 2022, fertiggestellten Neubau weiter als Kinderbetreuungseinrichtung zur Verfügung stehen müssen. Zumindest plant die Stadtverwaltung dies ein, wenn in zwei bis drei Jahren weiterhin ein großer Mangel an Kita-Plätzen herrsche, wobei der zuständige Fachbereich dabei nicht nur Hergershausen, sondern das komplette Stadtgebiet im Blick hat.

Sollte das Römerweg-Grundstück nicht mehr für eine Kita benötigt werden, könnte es verkauft und anschließend zur Wohnbebauung genutzt werden. Für das knapp 2 500 Quadratmeter große Areal erhofft sich die Stadtverwaltung derzeit einen Verkaufserlös von etwa 550 000 Euro.

von Norman Körtge

Quelle: op-online.de

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