„Turnverein ist eine große Familie“

Die neue Sportmanagerin des TV Babenhausen im exklusiven OP-Interview

Seit einem Jahr Sportmanagerin beim TV Babenhausen: Andrea Zemke.
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Seit einem Jahr Sportmanagerin beim TV Babenhausen: Andrea Zemke.

Interview mit Andrea Zemke, Sportmanagerin des TV Babenhausen, über die Entwicklungspläne in der größten Organisation der Stadt, den Mix aus Haupt- und Ehrenamt und die Umsetzung des neuen Vereins-Leitbilds.

Babenhausen – Seit einem Jahr hat Babenhausens größter Verein eine Sportmanagerin: Beim 1 800 Mitglieder starken Turnverein (siehe Bericht unten) setzt seit Februar 2019 Andrea Zemke neue Impulse. Derzeit noch mit acht Wochenstunden beschäftigt, soll das Engagement der 42-jährigen Sportwissenschaftlerin beim TVB sukzessive ausgebaut werden. Wie die Kleestädterin zur Entwicklung des Babenhäuser Mehrspartenvereins beitragen will, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Frau Zemke, der TV Babenhausen und Sie: Wie haben Sie zueinander gefunden?

Über die Sportkreisjugend Darmstadt-Dieburg. Dort bin ich im Vorstand, und 2017 sowie 2018 haben wir in Babenhausen ein Sport- und Spielfest für Familien gemacht. Dabei habe ich Ute Teuchner, eine der Vorsitzenden des Turnvereins, kennengelernt.

Auf welchem Weg erfolgte die Annäherung?

Mein Einstieg im Verein lief über eine Kooperation mit dem Kindergarten in Harreshausen. Dann wurde am Sitz des Turnvereins in der Ziegelhüttenstraße der dritte Sportraum fertig, der zusätzliche Möglichkeiten geschaffen hat. Der Turnverein brauchte deshalb eine Kraft, die sportfachliches Know-how im Hauptamt einbringt.

Was haben Sie im ersten Jahr als Sportmanagerin des TVB angeleiert?

Momentan sind wir dabei, optimierte Strukturen auf der Geschäftsstelle zu schaffen. Dort haben wir zwei Mitarbeiterinnen, zwei FSJler, eine Reinigungskraft sowie eine Person, die sich nur um die Verwaltung des Reha- und Orthopädiesports kümmert. Außerdem berate ich den Vorstand des Vereins und stelle Kontakte her. Das ist der Start – wir haben uns da schon ganz gut gefunden.

In welchen weiteren Bereichen wollen sie zur Entwicklung des Turnvereins beitragen?

Das reicht von administrativen Geschichten bis zu den Finanzen. Auch die Sportentwicklung ist mir ein wichtiges Anliegen. Zudem soll die Öffentlichkeitsarbeit nun neu ins Rollen kommen.

Letzteres ist auch ein Resultat des über drei Jahre hinweg vom TVB gemeinsam mit der Sportjugend Hessen erarbeiteten Vereins-Leitbilds ...

Genau, diesen Prozess haben wir im November ganz frisch abgeschlossen. In mehreren Gruppen haben wir geklärt: Wer sind wir? Was wollen wir? Das Leitbild geht nun in seine konkrete Umsetzung. Begonnen haben wir da mit der Öffentlichkeitsarbeit.

Was alles nur Sinn macht, wenn sich im Babenhäuser Turnverein auch perspektivisch genug Menschen in ihrer Freizeit engagieren ...

Richtig. Was seine Vereine und das Ehrenamt betrifft, ist Deutschland auf der Welt einzigartig. Das ist einmalig und unbezahlbar! Unsere sieben Vorstandsmitglieder sind alle ehrenamtlich tätig. Das gilt auch für unsere Abteilungsleiter und – trotz teilweiser, kleiner Aufwandsentschädigungen – für unsere mehr als 100 Trainer. Von denen sind mehr als 80 mit A, B oder C Lizenzen des DOSB, als Sportpädagogen oder Physiotherapeuten qualifiziert, alle weiteren haben Assistentenausbildungen – ein ganz großes Qualitätsmerkmal dieses Vereins. Ich kenne den Sportkreis Darmstadt-Dieburg wirklich in- und auswendig und bin auch viel in ganz Hessen unterwegs: Eine solche Quote habe ich wirklich selten gesehen.

Wie sieht Ihre personelle Prognose für den TVB aus?

Ich habe – trotz ein paar eingekaufter Trainer – wirklich das Gefühl, dass der Turnverein eine große Familie ist. Diese familiäre Atmosphäre ist für mich die Grundlage, die wir unbedingt bewahren sollten. Mein Eindruck von diesem Verein ist, dass wir eine sehr hohe Zahl an ehrenamtlichen Mitarbeitern haben.

In welchem Maß sind hauptamtliche Kräfte beim über 1 800 Mitglieder starken Babenhäuser Turnverein dennoch unumgänglich?

Ganz ohne Hauptamt geht es mittlerweile nicht mehr. Es ist aber immer noch ein Verein – da muss es einfach eine gute Mischung aus Ehrenamt und professionellen Kräften sein.

Das Gespräch führte Jens Dörr

Die Stadt Babenhausen bekommt eine Sporthalle - umsonst. Die Kosten trägt der Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Quelle: op-online.de

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