Demokratie-Medien-Convent

Medienflut reflektieren lernen

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In Workshops erarbeiteten Jugendliche der Joachim-Schumann- und der Bachgauschule Themen wie Partizipation von Schülern und die Macht der Medien. 

Es sind rhetorische Fragen, die Peter Holnick den etwa 100 vor ihm sitzenden Jugendlichen stellte. „Wer von euch nutzt WhatsApp?“ Alle Hände gehen nach oben. „Wer ist bei Instagram?“ Wieder gehen fast alle Hände nach oben. 

Babenhausen - „Und wer hat euch den Umgang mit den neuen Medien beigebracht?“ „Ja, genau, ihr habt euch die Kommunikation des 21. Jahrhunderts selbst erklärt“, ergänzt der Geschäftsführer des Darmstädter Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation die Antwort eines Schülers. 

 Holnick hatte damit einen Schwerpunkt des Demokratie-Medien-Convents – abgekürzt: Dem. Med. Con – angerissen, der gestern im ehemaligen Verwaltungsgebäude auf dem Kasernengelände stattfand.

Vortrag in Babenhausen: "Demokratie und Medien"

„Demokratie und Medien – Was soll das?“, war Holnicks Kurzvortrag betitelt, mit dem er die Jugendlichen der Joachim-Schumann-Schule und des Bachgau-Gymnasiums zu Beginn des Convents, der zum vierten Mal im Landkreis Darmstadt-Dieburg stattfand, auf die kommenden Stunden einstimmte. Zu seinen Kernthesen gehört, dass jeder Mensch seine eigene Realität produziert. Massiv beeinflusst werde diese durch den Medienkonsum. „Medien prägen unsere Wünsche“, sagte er. 

Daher sei das Hinterfragen um so wichtiger. Ähnlich der Umweltbewegung „Fridays for Future“ müsse es auch einen „Monday for Media“ geben, forderte er.

Peter Holnick vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen leitete mit einem Vortrag den Demokratie-Medien-Convent auf dem Kasernengelände ein.

Monika Zentgraf, Leiterin der Bachgauschule, hob in ihrer kurzen Ansprache die Bedeutung, aber auch die Gefahren der digitalen Medien hervor. Sie wünsche den Jugendlichen „ein waches Auseinandersetzen mit der Medienwelt“. 

Ihr Kollege von der Joachim-Schumann-Schule, Rainer Becker, berichtete, dass er bei der vor Kurzem stattgefundenen Begrüßung der neuen Fünftklässler bereits über die Rolle von Smartphones sprechen musste, da mittlerweile viele der Zehnjährigen ein solches Gerät besitzen. 

Schüler reflektieren in Babenhausen Nutzung von Medien 

Auch Becker hob die positiven Aspekte der neuen Medien hervor, aber es sei eben auch wichtig, dass man seinen Medienkonsum auch selbst reflektieren muss. Nach dem Motto: „Was macht die Medienflut mit mir?“

Das Thema der Bürgerbeteiligung skizzierte Daniel Beitlich, Geschäftsführer der Kasernenkonversionsgesellschaft und somit Gastgeber des „Dem.Med.Con.“ Der Übergang des Areals von der militärischen zur zivilen Nutzung sei „ein lebendes Beispiel dafür, wie man sich einbringen kann“, sagte er. 

Vielleicht seien Skaterbahnen bei Jugendlichen gar nicht mehr gefragt, sondern Handyweitwurfstationen, scherzte er. Deshalb ist es wichtig, dass sich bei Bürgerbeteiligungen nicht wie meist nur ältere Menschen einbringen. „Das ist nicht die Zukunft. Die Zukunft sitzt hier“, sagte Beitlich zu den Schülern.

Demokratie-Medien-Convent in Babenhausen 

Den Abschluss bildete gestern Nachmittag eine Plenumsveranstaltung, in der die Ergebnisse der Workshops vorgestellt und anschließend mit Lokalpolitikern diskutiert wurden. „Seid dann kritisch und fragt viel“, gab der städtische Jugendpfleger Michael Spiehl den Jugendlichen mit auf dem Weg, bevor sie in den Workshops an Themen wie „Die Macht der Medien“ arbeiteten. Ob Spiehls Wunsch erfüllt wurde? Bericht folgt.  Von Norman Körtge

Mehr zu Babenhausen: Das Landgericht Kassel hat den Wiederaufnahmeantrag des wegen Doppelmordes verurteilten Andreas Darsow aus Babenhausen abgelehnt.

Quelle: op-online.de

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