Erster Entwurf

Endspurt zum B-Plan: Wohngebiet Kaisergärten nimmt Form an

+
Magersandrasen statt Asphalt – die Start- und Landebahn hinter dem Kasernengelände (links) in Babenhausen verschwindet bald.

Das Wohngebiet Kaisergärten auf dem ehemaligen Kasernenareal in Babenhausen nimmt weiter Formen an. Im Frühjahr soll der Bebauungsplan endlich Rechtskraft erlangen.

Babenhausen – Doppel- und Reihenhäuser, freistehende Villen sowie Mehrfamilienwohnblocks – und nach wie vor viel Grün. Die Mitglieder des öffentlich tagenden Kasernenkonversionsausschusses in Babenhausen haben in ihrer jüngsten Sitzung einen ersten städtebaulichen Entwurf zu Gesicht bekommen. Anstatt wie bislang lediglich skizzierte Flächen oder Baufenster, hatten die Planer verschiedene Bautypen eingezeichnet. Dass sich dies in Gesprächen mit den größtenteils feststehenden Investoren noch in Teilbereichen ändern könnte, hoben die Geschäftsführer der Kasernenkonversionsgesellschaft, Daniel Beitlich sowie Markus und Kevin Aumann, immer wieder hervor.

Anlass für eine größere Diskussion war das vorgesehene Wohngebiet mit Reihen- und Doppelhäusern im südwestlichen Bereich, der ans Freibad grenzt. Den hatten die Lokalpolitiker offensichtlich in anderer Erinnerung gehabt. In der Tat haben die Planer dort ein kleines Eck, das zuvor als Fläche für Gewerbe angedacht war, zum Wohngebiet gemacht. Etwa zehn Wohneinheiten sind auf diese Weise hinzugekommen. Der weitaus größere Teil dieses Bereichs, inklusive der geplanten Ringstraße zur Erschließung, war aber bereits bei der Präsentation eines Bebauungsplanvorentwurfs im September 2018 als Wohngebiet ausgewiesen gewesen. Ein Blick ins Zeitungsarchiv – Offenbach-Post vom 20. September 2018 – bestätigt dies. Auch habe sich an der Zahl von bis zu 2 400 zukünftigen Kaisergärten-Bewohner nichts geändert. so die Kasernen-Geschäftsführer.

Neu ist, dass der Ostheimer Weg an die Schaafheimer Straße angeschlossen, allerdings für den Durchgangsverkehr gesperrt werden soll. Über die Schaafheimer Straße wird das Gewerbegebiet im Süden an den Straßenverkehr sowie die geplante Grundschule angeschlossen. Zu Fuß und mit dem Rad ist die Schule allerdings aus dem Wohngebiet erreichbar. Auch hält auf der Seite des Wohngebietes der Bus.

Auch was die Zeitschiene des Bauleitverfahrens betraf, wartete die Kasernenkonversionsgesellschaft mit Terminen auf. Sie geht davon aus, dass die Stadtverordneten im Februar die Offenlage des Bebaungsplans (B-Plan) beschließen können. Ein Satzungsbeschluss, und damit Baurecht, im April oder Mai wäre dann wünschenswert. Eigentlich hätte der B-Plan bereits im vergangenen Sommer veröffentlich werden sollen. Zu einer erheblichen Verzögerung ist es gekommen, da Hessen Mobil als Genehmigungsbehörde betreffend der verkehrlichen Erschließung nicht nur die beiden Zufahrten von der B26 und über die Schaafheimer Straße aus im Plan haben wollte, sondern alle im ausgetüftelten Verkehrskonzept (wir berichteten) betroffenen Knotenpunkte mit einbezogen haben möchte. Dementsprechend mussten diese vermessen werden. Neben dem zeitlichen Faktor war dies auch ein finanzieller. Etwa 250 000 Euro an Mehrkosten seien dadurch entstanden, so Markus Aumann: „Aber besser jetzt als während der Offenlage.“

Zu einer Attraktion könnte der kleine, etwa sechs Meter hohe Aussichtshügel im Süden werden, von dem dann, mit einem Fernglas wohlgemerkt, die Przewalskipferde im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet beobachtet werden können. Der Blick wird dann über eine reine Magersandrasen-Steppe gleiten. Denn wo jetzt noch die einstige Start- und Landebahn des Luftsportclubs den Boden versiegelt, entsteht eine ökologische Ausgleichsfläche für das Kasernenareal.

Die historischen Gebäude im sogenannten Kreativquartier sind zu 90 Prozent vermarktet, berichtet Aumann. „Babenhausen ist keine Bürostadt“, kommentiert er den Fakt, dass es so gut wie keine Nachfrage nach solchen Räumen gegeben habe.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare