Ausreichend Brennholz vorhanden

Hier ist die Wärme hausgemacht

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Holz zum Heizen wird immer beliebter. Trotzdem muss man keine Knappheit fürchten, versichert das Forstamt Dieburg. Thomas Schmalenberg befeuert den Holzofen im Keller des Forstamts.

Babenhausen/Dieburg - Öl und Gas werden teurer, Strom ebenso. Wer wohlige Wärme in seinen vier Wänden haben will, holt sich den nötigen Rohstoff immer öfter aus dem Wald. Schon gibt es Befürchtungen, dass das vorhandene Brennholz knapp werden könnte. Von Verena Scholze

„Holz ist heute ein begehrter Rohstoff“, sagt Thomas Schmalenberg. „Nichts desto trotz steht jedem Verbraucher genügend Brennholz zur Verfügung.“ Die Aussage des Bereichsleiters Produktion des Forstamts Dieburg, zu dem auch Babenhausen gehört, untermauert auch eine Umfrage des HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik, die in bundesweit 30 Forstämtern erhoben wurde. Auch in allen anderen befragten Forstämtern ist ausreichend Brennholz vorhanden, und die Nachfrage kann bedient werden.

Die Aussage, dass Holz knapp wird, ist nach Ansicht Schmalenbergs auch langfristig unbegründet, denn der deutsche Wald wächst. Allein in Deutschland wachsen 120 Millionen Festmeter Holz pro Jahr, davon werden jedoch nur rund zwei Drittel, also zirka 80 bis 85 Millionen Festmeter verwendet. Das Dieburger Forstamt verzeichnet jährlich 100.000 Festmeter Zuwachs, davon kommen nur rund 75.000 zur Verwertung. Das bedeutet, dass die Holzvorräte jedes Jahr zunehmen. Indem der Verbraucher regional geschlagenes Brennholz kauft, leistet er zudem einen Beitrag zum notwendigen Umbau der Wälder: weg von Monokulturen aus Fichten und Kiefern, hin zu artenreichen Mischwäldern. Der Holzverkauf ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Forstbetriebe und stellt somit die wirtschaftliche Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dar.

„Auch hier im Umkreis ist ein kontinuierlicher Anstieg der Nachfrage nach Brennholz in den vergangenen Jahren festzustellen“, erklärt Schmalenberg. Das lässt sich besonders an der wachsenden Personenzahl feststellen, die ihr Brennholz selbst schlägt. In den vergangenen acht Jahren wurden vom Forstamt rund 2.500 Personen an der Motorsäge ausgebildet. Diese Kurse sind Pflicht für Brennholz-Selbstwerber. Hier lernen die Teilnehmer die Aufarbeitung von bereits gefällten Bäumen sowie die sichere Schneide- und Arbeitstechnik für die Aufarbeitung. „Rund 12.500 Raummeter unseres Einschlags geht in die Brennholzverwendung“, sagt Schmalenberg.

Die Preise pro Raummeter richten sich unter anderem danach, ob das Holz an den Wegrand gerückt wird oder nicht. Verglichen mit Heizöl sind die Preise für Brennholz jedoch immer noch sehr günstig. Die Zeiten für das Schlagen von Brennholz sind vom Forstamt fest vorgeschrieben. „Der Brennholzeinschlag kann von September bis Februar erfolgen, die beste Zeit ist von November bis Januar“, so Schmalenberg.

Im Frühjahr ist, bedingt durch die Brut- und Setzzeiten verschiedener Tierarten kein Einschlag erlaubt. Besonders beliebt sind Hartholzarten wie Buche oder Eiche. Jedoch ist auch Kiefer, entgegen der vorherrschenden Meinung, geeignet. „Kiefer besitzt zwar einen geringeren Brennwert als Hartholz, lässt sich jedoch ebenso gut verbrennen“, erklärte Schmalenberg. Dabei sind beim Verbrennen von selbst geschlagenem Holz einige Dinge zu beachten. „Wichtig ist die richtige Trocknung und Lagerung, nasses Holz sollte niemals verbrannt werden“, erklärt Schmalenberg. Das naturbelassene Holz sollte gespalten und aufgeschichtet an der Luft trocknen.

Zwei Sommer sind dabei die empfohlene Trocknungszeit. Ideal ist eine Holzfeuchte von unter 20 Prozent. Um diesen idealen Wert zu ermitteln, gibt es Messgeräte für einige Euro im Handel zu erwerben. Beim Thema „Heizen mit Holz“ gehen die Forstangestellten bereits mit gutem Beispiel voran. So musste die alte Heizung vor einiger Zeit einem Holzbrennofen weichen, der nicht nur für behagliche Wärme im Forstamt sorgt, sondern auch noch klimaneutral heizt – das Holz stammt aus den eigenen Wäldern.

Quelle: op-online.de

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