Im bundesweiten Blickfeld

Hofreite wird Drehort für Krimi von Nele Neuhaus

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Hergershäuser Langfeldsmühle als Schauplatz für Film nach einem Roman von Nele Neuhaus. Doch zunächst vergnügen sich Gäste beim Mühlentag. Mit dem Rad kamen viele Gäste zum Mühlentag nach Hergershausen.

Hergershausen - Mit allerlei Anekdoten und wissenswerten Details über das traditionelle Handwerk und die Geschichte würzte Thomas Winter die Führungen durch die Langfeldsmühle am Pfingstmontag. Von Petra Grimm

Winter, seit sieben Jahren Besitzer der historischen Hofreite an der Gersprenz, nahm zum fünften Mal am Deutschen Mühlentag teil. Und die Rundgänge kamen gut an bei den zahlreichen Gästen, die das malerische Gehöft am Ortsrand von Hergershausen trotz der tropischen Temperaturen bevölkerten.

War die idyllisch gelegene Hofreite bislang eher regional bekannt, gerät sie demnächst auch bundesweit ins Blickfeld, denn Ende Juni wird an drei Tagen hier für das ZDF der Taunus-Krimi „Wer Wind sät“ nach dem Buch von Nele Neuhaus gedreht. Der 90-minütige Film mit Felicitas Woll und Tim Bergmann wird neben anderen Orten auch in der Langfeldsmühle spielen. „Vor drei, vier Monaten stand plötzlich einer mit einem Moped vor meiner Tür und sagte, dass er sich für die Mühle als Drehort interessiere. Im Vergleich mit anderen Gehöfte, die sie sich angeschaut hätten, wäre sie am besten geeignet“, erzählt Thomas Winter, der sich auch gleich eine Statistenrolle gesichert hat. „Als mir die Leute gesagt haben, dass das Fällen eines Baums in der Nähe der Mühle zur Handlung gehört, hab ich gleich gesagt, das mache ich mit meinem Kumpel. Wann hat man schließlich schon mal die Chance, in einem Fernsehfilm mitzuspielen“, sagt er schmunzelnd.

Historie steht im Vordergrund

Am Mühlentag stand aber die Historie des Areals im Vordergrund. Zum Abschluss des informativen Rundgangs warfen die Besucher noch einen Blick in den Technikbereich der 1692 erbauten Mühle. Hier produziert eine Tag und Nacht laufende Wasserturbine maximal 30 Kilowatt Strom in der Stunde. „Was wir nicht selbst verbrauchen, wird ins Netz eingespeist“, sagte Winter.

Der vor einem Jahr eröffnete Biergarten, der Innenhof und das Lokal im ehemaligen Kuhstall waren um die Mittagszeit gut besetzt. Wenn auch der große Publikumsansturm, der in den Vorjahren über Thomas Winter und sein Helferteam hereinbrach, in diesem Jahr sicher wetterbedingt gedämpfter ausfiel. Neben Geschichte zum Anfassen unterhielten das TVH-Blasorchester, Ponyreiten und Kutschfahrten, ein kleiner Trödelstand und ein Rosenverkauf. Die Dieburger Schlepperschrauber präsentierten einige ihrer liebevoll restaurierten Oldtimer-Traktoren. „Das Interesse der Menschen an ihrer eigenen Geschichte und Kultur ist größer geworden“, so der Eindruck von Winter, der nicht nur Besucher aus der näheren Umgebung, sondern bis aus Frankfurt begrüßte.

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„Wir waren schon oft am Mühlentag und auch am Tag des offenen Denkmals unterwegs. Die Mühle in Seligenstadt haben wir uns schon angeschaut und den Mühlenwanderweg in Oberursel. Es ist doch wichtig, den Anschluss an die eigene Geschichte zu finden“, erzählte eine Frankfurterin, die mit ihrer Freundin an der Führung durch das Gebäude teilnahm. „Brot gehört ja auch dazu, die Menschheit zu ernähren“, sagte sie. In der Hergershäuser Mühle, die ihren Betrieb erst in den 1970er Jahren einstellte, wurden früher pro Jahr 110 Tonnen Getreide und 50 Tonnen Öl produziert.

Quelle: op-online.de

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