Geburtstagsfeier der SG Rot-Weiss

Mit Faust und Oma durchs Möbelhaus

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Roland Hotz vom Kikeriki-Darmstadt gastierte am Wochenende mit Puppen und Kollegen in Babenhausen. Schon beim Theaterbild und den Requisiten wurden Aktzente gesetzt, die bei den Besuchern in langer Erinnerung bleiben werden.

Babenhausen - „Die Stadthalle war nass vor Lachtränen!“ So wird Rolf Kreisel, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei den Handballern der SG Rot-Weiss, das von seinem Verein initiierte Gastspiel des Darmstädter Kikeriki-Theaters am Wochenende in Erinnerung behalten. Von Michael Just 

Gleich an zwei Tagen, am Freitag und am Samstag, gastierte das komödiantische Puppen- und Menschentheater aus Bessungen in der Stadthalle mit dem Stück „Faust - ein teuflisches Jahrmarktspiel“. Mit der Veranstaltung erinnerten und feierten die Löwen ihre Vereinsgründung vor 40 Jahren. Die Erwartungen an einen großen Zuspruch wurden nicht enttäuscht: An beiden Tagen vermeldete die SG mit mehr als 750 Besuchern „volles Haus“.

Die Handballer wären ihrem Ruf als Veranstaltungsprofis und Ideenschmiede wohl nicht gerecht geworden, hätte man lediglich einen Gastauftritt des Kikeriki-Theaters organisiert. Für den Vorstand durfte und musste es etwas mehr sein. Diesen Anspruch lösten die Verantwortlichen damit, dass sie vor die Comedy noch ein „Dinner-Duell“ setzten. Gegen einen Mehrpreis konnten sich die Besucher den Gaumen von den Küchen der Restaurants „Roter Hahn“ und „Schwartzer Löwe“ verwöhnen lassen.

„Beide Gastronomiebetriebe unterstützen den Babenhäuser Handball als Sponsoren“, so SG-Vorsitzender Andreas Bludau. Jeder Besucher bekam zwei komplett unterschiedliche Menüs, die von der Größe so gewählt waren, dass sich nicht frühzeitig ein Sättigungsgefühl einstellte. Auf den Tellern konkurrierten unter anderem Doraden-Filets auf mediterranem Blattspinat gegen Schweinelendchen in delikater Champion-Creme-Sauce. Nach dieser Gourmet-Erfahrung durfte jeder Gast für sich entscheiden, welcher Küchenchef besser gezaubert hatte.

Ein Frontalangriff

Im Anschluss startete das Kikeriki-Theater seinen Frontalangriff auf die Lachmuskulatur. Löwen-Geschäftsführer Peter Scheer hatte vor wenigen Jahren zum 100-jährigen Bestehen des TSV Langstadt, wo er ebenfalls aktiv ist, mit dem Kikeriki-Theater schon sehr gute Erfahrung gemacht, so dass die perfekte Kombination mit dem Dinner-Duell schnell gefunden war. Seinem Kultstatus in Südhessen angemessen, gab Kikeriki der SG die Eintrittspreise und die Gewinnbeteiligung vor, übernahm dafür aber auch jegliches finanzielles Risiko bei der Besucherzahl.

Für ihr Gastspiel stellte die Bessunger Comedy-Hall einen gigantischen Puppentheater-Kasten auf, der die gesamte Bühne einnahm und im Sichtfeld reichlich Platz für die Interaktion von Puppen und Menschen bot. Mit Faust griff Kikeriki einen Klassiker auf, der schon lange vor Goethe die Volkstheater-Bühnen bestimmte und in dem Hanswurst und Kasper zur Volksbelustigung dem Teufel sowie den Furien komödiantisch reichlich Paroli bieten.

Die Meisterleistung von Kikeriki bestand darin, eine Verbindung in die Gegenwart zu schlagen: Vom Seelenverkauf des Dr. Faust ging’s rasant zu den Grillhandschuhen im Wiesbadener Ikea, zu dessen Teelichtern und durch den gesamten Store, darunter auch am berühmten „Bällchenbad“ vorbei. Auch Gegenstand des Vortrages: Der Duft der eigenen Oma, der laut Hotz mit Vivil-Bonbon im Mund und 4711 am Hals an den Geruch in der Körperweltenausstellung erinnere.

Beim witzigen wie absurden Sprachfeuerwerk stand Roland Hotz als Kasperl im Mittelpunkt. Er ließ keinen Zweifel daran, Anspruch auf die größte und herrlichste „Babbelschnuud“ in Hessen zu erheben. Eine, die kein Auge trocken lässt. Nicht weniger treffsicher zeigte sich sein Improvisationstalent: „Es steht noch 0:0 für die Bayern“, informierte er die Besucher am Samstagabend, als parallel zum Auftritt das DFB-Pokal-Endspiel lief.

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Quelle: op-online.de

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