Lehrer-Awards vergeben

Joachim-Schumann-Schüler feiern ihren Abschluss in der Stadthalle

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Gala zur Zeugnisübergabe: Die Stadthalle war mit schicken Roben nur so gespickt. Manche Lehrer waren selbst noch bei der Entlassungsfeier kritisch: Jan Willand (unten, rechts) mit den Moderatoren Niklas Etling und Enes Atalay.

Babenhausen - Das Lernen auf der Joachim-Schumann-Schule ist für sie vorbei: In schicker Ball- und Abendgarderobe erhielten rund 140 Real-, Haupt- und PuSch-Schüler ihre Abschlusszeugnisse. Von Michael Just 

Die Feier in der Stadthalle war in ein abendfüllendes Programm gepackt, in dem auch die Lehrer-Awards überreicht wurden.
Was muss man tun, um als sportlichster Lehrer ausgezeichnet zu werden? Preisträger Jan Willand konnte sich beim Verkünden seines Names von den Moderatoren Niklas Etling, Giulia Bonfig und Enes Atalay nicht gleich einen Reim auf seine Ernennung machen. „Ich laufe wohl zuviel im Trainingsanzug herum“, lautete seine Erklärung. Das wars wohl nicht alleine, wie die etwas unverhoffte Begründung der Jury ergab: „Auch im Handy-Abnehmen sind Sie eine Sports-kanone.“ Über weitere Awards durften sich Wolfgang Seidl als lustigster Lehrer, Oliver Solleder als größter Schlaumeier, Barbara Meuer als fürsorgliche Jahrgangsmutti und Janina Fink sowie Benni Braun als die hübschesten Pauker („immer noch so jung wie damals“) freuen. Mit einem Augenzwinkern war der Preis an Barbara Pfeifer unter dem Stichwort „Verpeilt aber liebenswert“ zu sehen.

Die Award-Verleihung war der einzige Programmpunkt, bei dem in Gänze die Lehrer im Mittelpunkt standen. Ansonsten richtete sich der Fokus der über dreistündigen Veranstaltung auf die jungen Menschen, für die nach fünf beziehungsweise sechs Jahren an der JSS nun ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht. Das Ziel, die Entlassungsfeier in einen unvergesslichen Rahmen aus Wehmut und Freude zu packen, ging eine 15-köpfige Orga-Gruppe aus dem zehnten Schuljahr an. Freizeit musste dafür nicht geopfert werden: Die Aufgabe ließ sich über zwölf Monate in einem eigens dafür eingerichteten Wahlpflichtfach verrichten. „Für den Abend haben wir Geld gebraucht. Das wurde über Kuchenverkauf, eine Halloweenparty sowie eine Weihnachtsdisco generiert“, erzählt Lehrer Benni Braun, bei dem die Fäden zusammenliefen.

Wählte man für die Abschlussfeiern in der Vergangenheit fast überproportional Mottos mit Hollywood und Film, fiel die Entscheidung diesmal auf einen venezianischen Abend. Sowohl beim Slogan („Die Maske fällt, der letzte Vorhang ebenso“), dem Hallenschmuck als auch den vielen Erinnerungsfotos mit venezianischen Masken wurde die Überschrift evident.

Bilder: Joachim-Schumann-Schule Babenhausen feiert Schulabgänger

Für die meisten Abgänger steht nun eine Berufsausbildung oder der Weg auf eine weiterführende Schule bevor. Schulleiter Rainer Becker sagte in seiner Rede, dass er dafür mehr Chancen als Risiken sieht. Als freie Menschen in einer freien Ordnung, zuzüglich der bisher erworbenen Kompetenzen sowie der vorhandenen Energien, lägen gute Perspektiven vor. Allerdings bleibe die Herausforderung, aus einer Vielzahl von Möglichkeiten das Richtige zu wählen. Hier riet Schulleiter Becker, genau zu vergleichen, was zur eigenen Persönlichkeit passt.

Besonders optimistisch können jene Schüler sein, die für den besten Notenschnitt geehrt wurden. Das waren Ruben de Jonge (1,2), Moritz Schnur (1,3), Luciana De Jesus (1,8), Benjamin Nezzer (1,8), Alisa Katzenmeier (2,2) und Angelika Podstawa (2,3). Den Preis für vorbildliches soziales Engagement erhielt Sanja Basmangin für ihr Wirken im Sanitätsdienst der Schule.

Neben dem Motto fiel der Abend mit einer ungewohnten Sitzordnung auf. Saßen Schüler und Eltern über Jahre an langen Tischreihen mit dem Profil zur Bühne, nahmen die Klassen diesmal an großen, runden Tischen vor der Bühne Platz. Für die Eltern war der hintere Teil der Halle mit Kinoatmosphäre, das heißt ohne Tische, gemünzt. Die riesigen Kerzenleuchter auf den Tischen der Schüler durften aus Brandschutzgründen nicht angezündet werden. Ein uneingeschränktes Nutzungsrecht galt dagegen für den roten Teppich. Das Beschreiten wurde, die Filmfestspiele in Venedig vor Augen, mit hohem Wohlfühlfaktor genossen. Anders als die Deko musste das Orga-Team den Teppich nicht anschaffen: Das gute Stück vererben sich die Abgänger gegenseitig.

Quelle: op-online.de

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