Größe - in jeder Beziehung

+
Eindrucksvoll gestaltete sich das Jubiläumskonzert am Ostersonntag mit 100 Mitwirkenden. Am Ostermontag traten die Sänger und Musiker noch einmal in der evangelischen Kirche in Schaafheim auf.

Babenhausen - Jubiläumskonzert „100 Jahre evangelischer Kirchenchor Babenhausen“ wartet mit vielen Akteuren und klangvoller Musik auf. Von Michael Just 

Die Zahl der Sänger, die vom Seiteneingang der Stadtkirche einlaufen und sich vor dem Altar platzieren, will gar kein Ende nehmen. Die Frauen und Männer werden vom Publikum mit anerkennendem Applaus empfangen, genauso wie die Musiker, die gleich im Anschluss einziehen. Am Ende steht eine dreistellige Zahl an Akteuren im Blick des Betrachters.

Das Jubiläumskonzert „100 Jahre evangelischer Kirchenchor Babenhausen“, bewies am Ostersonntag Größe - und das in jeder Beziehung. Kein Wunder, hatte man zum Geburtstag gleich mehrere große Herausforderungen angenommen: Dazu gehörte Franz Schuberts „Deutsche Messe“ sowie Johann Sebastian Bachs Kantate Nr. 30 „Freut euch erlöste Schar“. Letzteres Werk hatte Bach extra zu Ostern kombiniert, so dass dessen Interpretation ideal zum größten Fest der Christen passte. Zum anderen wurde im Vorfeld extra ein Projektchor gegründet, um dem großen Anspruch an eine chorsinfonische Literatur gerecht zu werden. „Man braucht alleine 70 bis 80 Sänger, um sich vom Orchester abzuheben, für eine Geige rechnet man vier Sänger“, erläuterte Chorleiter Ralph Scheiner.

Vor der Pause stand Franz Schuberts „Deutsche Messe“ mit ihren neun Abschnitten im Vordergrund, im zweiten Teil dann die Bach´sche Kantate. In der Pause war ein kurzer Umtrunk im Gemeindehaus angesagt.

Viele Unterstützer des Konzerts

Verstärkt hatte sich der Kirchenchor durch ein Orchester mit Musikern aus der Region, vier Solisten sowie jenem bereits besagten Projektchor, der 30 Köpfe umfasste. Mit ihm konnten die 50 Kirchensänger ihre Gesamtzahl auf 80 erweitern. Die Projektmitglieder kamen aus dem Umkreis sowie aus anderen lokalen Chören und Kirchengemeinden, darunter von der Emmaus-Gemeinde und von St. Josef.

„Wir haben für unser Projekt viele Unterstützer gefunden. Dieser Chor ist Sinnbild für eine übergreifende Zusammenarbeit im Sinne der Musik. Das ist toll“, lobte Scheiner. Zum 100. Geburtstag hatten sich die Macher eigentlich vorgenommen, 100 Sänger aufzubieten. Diese ehrgeizige Zahl wurde nicht ganz erreicht. Zusammen mit den Musikern war sie dann aber doch dreistellig.

Drei Monate lang, genauer gesagt, seit Januar, liefen die wöchentlichen Vorbereitungen, für die die Singstunde auf drei Stunden anwuchs. Seinen Schützlingen im Projektchor stellte es Scheiner frei, entweder bei Schubert oder bei Bach mitzuwirken. Die meisten entschieden sich für beide Teile.

Eine Meisterleistung

Mit dem über eineinhalbstündigen Konzert lieferte der evangelische Kirchenchor und seine Unterstützer eine Meisterleistung ab. Das Kollektiv setzte die chorsinfonische Literatur durchweg bravourös um. Dazu gehörte die Ausarbeitung der harmonischen Klangreize bei der Deutschen Messe ebenso wie der filigrane, polyphone Ausdruck im barocken Werk von Bach. Zum Teil kamen sogar Parallelen zum international bekannten Darmstädter Konzertchor auf, der alljährlich an Weihnachten in der Stadtkirche begeistert.

Mit seinen 50 Aktiven ist der evangelische Kirchenchor derzeit der größte Chor in Babenhausen. Um Begeisterung fürs Singen zu wecken, blickt er regelmäßig über den Tellerrand hinaus, so etwa bei den Projektchören und der Zusammenarbeit mit Clemens Bittlinger und Kathy Kelly. Mit dem jüngsten Jubiläumskonzert brachte er ein weiteres Großprojekt zu einem erfolgreichen Abschluss. Und auch in Zukunft soll es laut Scheiner alle zwei bis drei Jahren einen Projektchor samt beeindruckendem Abschlusskonzert geben. Dafür scheinen die Kirchensänger auf die Unterstützung der Babenhäuser Bevölkerung vertrauen zu können.

Am Ostersonntag zumindest zeigte sich die Stadtkirche komplett besetzt. „Dieses Bild hätten wir gerne jeden Sonntag“, sagte Christoph Kleinert vom Kirchenvorstand bei diesem Anblick.

Quelle: op-online.de

Kommentare