Kartoffelverkauf in der Werkstatt

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Birgit und Markus Ankenbrand bauen im Nebenerwerb Gemüse, Kürbisse und Getreide an. Birgit und Markus Ankenbrand vor ihrem Verkaufsladen und der Kfz-Werkstatt im Babenhäuser Gewerbegebiet „Im Riemen“. Dabei findet man einträchtig nebeneinander frische Kürbisse, abgepackte Kartoffeln und neue Autoreifen.  

Babenhausen - Kartoffeln, Kürbis, Kraftfahrzeuge - Im ersten Moment scheint beim Lesen dieser Aufzählung kein Zusammenhang zwischen den genannten Produkten erkennbar. Nun, bei Familie Ankenbrand in Babenhausen ist dies anders. Von Walter Kutscher 

Wenn man allerdings weiß, welche Tätigkeiten und Berufe die Beiden ausüben, ergibt sich doch ein Sinn. Denn Birgit und Markus Ankenbrand betreiben zum einen eine Kfz-Werkstatt, in der kompletter Service rund um alle Automarken und Fabrikate angeboten wird, und zum anderen haben sie sich dem biologischen Landbau verschrieben.

Seit 2004 bauen sie im Nebenerwerb auf einer Fläche von rund 40 Hektar in Harreshausen Kartoffeln, Speisekürbisse und Getreide an und das mit entsprechenden Zertifizierungen von „Naturland“, einem Verband für ökologischen Landbau. Dieser gibt sehr strenge Richtlinien für den biologischen und naturnahen Feldbau vor, die von den Ankenbrands streng eingehalten werden. Wie Birgit Ankenbrand erzählt, war der Wunsch zur gesunden Ernährung und der nachhaltigen Erzeugung von Lebensmitteln vor zehn Jahren der Auslöser für die ungewöhnliche Geschäftsidee und den zweigleisigen Betrieb grundverschiedener Geschäfte.

Als Quereinsteiger in die Landwirtschaft mussten sie sich erst die Grundkenntnisse aneignen und die vielfältige Unterstützung durch die Familie und andere Harreshäuser Einwohner brachte doch bald die ersten Erfolge. Da auch inzwischen die erwachsenen Töchter auf dem Feld mitarbeiten, ist die Einbringung der Ernte in gemeinsamer Familienarbeit sichergestellt.

Die ungewöhnliche Kombination von Gemüsen und Autos hatte auch den in der Kfz-Werkstatt beschäftigten Servicetechniker Michael Schling verblüfft. In seinen ersten Arbeitstagen bei der Firma Ankenbrand wünschte eine Kundin von ihm einen Sack Kartoffeln. Schling, so wörtlich: „Ich dachte, die Frau nimmt mich auf den Arm“. Heute ist er daran gewöhnt und konsumiert auch gerne die schmackhaften Feldfrüchte seines Chefs: „Das schmeckt doch noch wie eine Kartoffel, ganz anders als die Ware vom Discounter“ – mit einem Grinsen im Gesicht verschwindet Michael Schling wieder mit seinem Schraubenschlüssel unter der Motorhaube des Autos, an dem er gerade geschraubt hat.

Neben den verschiedenen Kartoffelsorten und Kürbissen erhält man auch noch einen Biohonig, der von Imkern hergestellt wird, die ebenfalls nach Naturlandrichtlinien produzieren. Und wenn man sich während der Wartezeit beim Reifenwechsel oder eines Lichttests seines Fahrzeuges etwas umschaut, so findet man im Verkaufsraum auch Rezeptvorschläge, Broschüren und weitere Informationen zu den Bioprodukten.

Quelle: op-online.de

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