Grünstich

Neue Bodenfarbe in Kita erhitzt die Gemüter - Arbeiten nur mit Sonnenbrille?

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Einer der Gruppenräume mit dem grünen Bodenbelag, den die Erzieherinnen für ungeeignet halten. 

Der neue Boden für die evangelischen Kita in Babenhausen sorgt für Streit. Die Erzieherinnen kritisieren die Farbwahl. Nun schaltet sich sogar die Politik ein.

  • Die evangelische Kita in Babenhausen soll bald in Betrieb gehen
  • Ein neuer Bodenbelag sorgt allerdings für Streit
  • Bürgermeister von Babenhausen sieht kein Problem

Babenhausen – „Grün, grün, grün ist alles, was ich hab’. Darum lieb’ ich alles was so grün ist. ...“, heißt es in einem bekannten Kinderlied, in dem Kleiderfarben bestimmten Berufen zugeordnet werden. Im Fall von Grün ist es der Jäger. Den Erzieherinnen der evangelischen Kindertagesstätte allerdings kommt bei dieser Liedstrophe allenfalls der Handwerker in den Sinn, der den von der Stadtverwaltung ausgewählten grünen Bodenbelag in den Gruppenräumen verlegt hat.

Babenhausen: Kita-Boden blendet Handwerker

An sich eine schöne Farbe. Aber: „Bei Sonneneinstrahlung reflektiert der Boden sehr stark. Alles wird in ein helles, grünliches Licht getaucht“, beschreibt Jana Pursche, stellvertretende Kita-Leiterin, die Situation. Ein in den Räumen arbeitender Handwerker habe schließlich sogar eine Sonnenbrille aufgesetzt, um weiterarbeiten zu können.

Schmieden Pläne für die Eröffnung: Die stellvertretende Kita-Leiterin Jana Pursche (hinten rechts) und ihre Kolleginnen.

Der Boden sei ungeeignet, lautet das Fazit des aktuell zehn-köpfigen Teams um Leiter Thomas Jennerich. Ein schlichtes Grau wäre der Wunsch der Erzieherinnen, die sich nicht vorstellen können, in den Gruppenräumen längere Zeit arbeiten zu können. Farblos würden die Räume dennoch nicht. Das Mobiliar und die Spielsachen sind bunt, die Kleider der Kinder sind farbig. Da sei eine neutrale Bodenfarbe beruhigend.

Beim Magistrat sind die Erzieher mittlerweile vorstellig geworden. Und auch die Politik wird sich mit dem Bodenbelag beschäftigen. Auf der für kommenden Mittwoch, 13. Mai, angesetzten Sozialausschuss-Sitzung – 19.30 Uhr, Stadthalle – ist das Thema beim Tagesordnungspunkt „Sachstand evangelische Kita“ explizit genannt. Im Ausschuss wird Bürgermeister Joachim Knoke berichten können, was Stunden zuvor die Beratungen im Magistrat ergeben haben. 

Babenhausen: Neue Farbe für Boden in der Kita wäre teuer

Seine Position macht er aber vorab klar: Er möchte, dass die Kita in Babenhausen möglichst bald in Betrieb gehen kann und mögliche Auswirkungen des grünen Bodenbelags in der tatsächlichen Nutzung beobachtet werden sollen. „Dieser Boden ist in etlichen Kitas eingebaut worden. Die können doch nicht alle falsch gelegen haben“, meint er. 

Knoke glaubt zudem, dass wenn erst einmal Möbel in den Räumen stehen und der Boden nach mehrmaligem Wischen und dem intensiven Gebrauch sicherlich nicht mehr so glänzen werde. „Ich bin ein großer Freund, Probleme zu lösen. Aber hier sehe ich es noch nicht“, plädiert Knoke fürs Abwarten. Letztendlich ist es auch eine Kostenfrage. Zwischen 15 .000 und 20. 000 Euro würde es kosten, wenn der Boden eine andere Farbe bekommen soll.

Farbenfroh sind die die Kleiderspinde in den geräumigen Fluren, die auch zum Spielen genutzt werden sollen. Noch stapelt sich dort Spielgerät.

So oder so arbeiten Pursche und ihre Kolleginnen an der Eröffnung. Wann diese in der Corona-Krise genau sein wird, steht noch nicht fest. Die derzeit für vier Kinder beantragte Notbetreuung findet in der Kita Kaisergärten statt. Derweil wird im Neubau eingerichtet, sortiert und eingeräumt. Besonders freut sich Pursche auf ein Babenhäuser Alleinstellungsmerkmal: „Wir werden hier frisches Essen kochen. Mit den Kindern“, erzählt sie und hofft, dass bald viele Kinder durch die Einrichtung an der Martin-Luther-Straße wuseln können.

Von Norman Körtge

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Quelle: op-online.de

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