Taschenrechner als wichtiges Utensil

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Ende eines Kurses, bei dem die Teilnehmer viel im Umgang mit Geld mitnahmen: Christiane Hucke (Dritte von rechts) überreicht die Urkunden.

Babenhausen - Musikfalle, Spiegelfalle, Quengelfalle, Augenhöhlenfalle - wer heute in einen Supermarkt geht sieht sich vielen Reizen und Verlockungen ausgesetzt, damit die Hand ins Regal wandert. Von Michael Just

Mit welchen Finessen hier gearbeitet wird war nur ein Teil des Kurses „Auskommen mit dem Einkommen – Fit für Haushalt, Kinder, Job, Finanzen“.

„Wir haben eine gute Gemeinschaft hinbekommen und sind alle schon ein wenig traurig, dass es jetzt zu Ende geht“, sagte Kursleiterin Christiane Hucke bei der Abschlussfeier. In den Wochen zuvor vermittelte sie unter der Überschrift „Wenn das Geld nicht reicht“ Zahlreiches zu Budgetplanung, Ratenverträgen, Versandhauskauf, markengeleitetem Konsumverhalten oder was zu tun ist, wenn der Gerichtsvollzieher kommt. Mit Ernst Schnatze schaute zudem ein Babenhäuser Schuldnerberater vorbei.

Tipps für eine preiswerte und gesunde Küche

Des Weiteren gab es Tipps für eine preiswerte und gesunde Küche mit wenig Geld. Ernährungsgewohnheiten wurden dabei ebenso analysiert wie eine sinnvolle Resteverwertung. „Kochen ohne Fleisch ist immer billiger“, wiederholte Hucke eine der wichtigsten Erkenntnisse. Beim Thema gesunde Küche wurde demonstriert, wie viel Zucker in einigen Lebensmitteln steckt. Als besonders interessant entpuppte sich die Joghurtverkostung, die das Ergebnis brachte, lieber Naturjoghurt mit Früchten selbst zu mischen als auf künstliche Aromen hereinzufallen.

Im Kurs zählte aber nicht nur die Theorie: „Uns war es wichtig, die Hälfte praktisch zu gestalten“, erläutert Hucke. Dafür gab es die professionelle Unterstützung von Hauswirtschafterin Irmgard Wielsch. Unter ihrer Leitung wurde jeden Tag gekocht und dafür ein exakter Essens- und Einkaufsplan, zum Teil mit Preisvergleich in den Geschäften, kreiert. Ein Taschenrechner gehörte dabei zu den wichtigsten Utensilien.

Gang durch den Behördendschungel

Sogar die Fenster wurden im evangelischen Gemeindehaus geputzt, um die richtige Verwendung von Putzmitteln aufzuzeigen. Hucke: „Oft sind diese zu scharf und werden falsch dosiert.“

Weitere Tipps gab es für den Gang durch den Behördendschungel oder die Kindererziehung. Am Ende hatte Hucke ein dickes Lob für alle Teilnehmerinnen samt einem Zertifikat parat. Mit einem gemeinsam zubereiteten Buffet und dem Motto des Kurses „Mit Steinen, die dir den Weg verbauen, kannst du Brücken bauen“ gingen erfahrungsreiche fünf Wochen zu Ende.

Den Kurs, der vor allem Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen helfen will, initiierte die Kreisverwaltung mit der Kreisagentur für Beschäftigung. Das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg gestaltete den Kurs inhaltlich. Im Vorfeld hatte die Kreisagentur 67 Personen eingeladen, 18 fanden sich dann auf der Teilnehmerliste wieder. Die evangelische Gemeinde Babenhausen stellte dafür ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, das Dekanat bezuschusste die Teilnahmegebühr.

Aus Babenhausen entstammte auch das Gros der Teilnehmer. Da die Hälfte alleinerziehende Mütter waren, wurde eine Kinderbetreuung eingerichtet. Über einen Zeitraum von fünf Wochen traf sich die Gruppe 15 Mal, das waren drei Zusammenkünfte pro Woche.

Quelle: op-online.de

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