Ausstellung von Beate Perschbacher bei Optik Wiese

Tendenzen ins Abstrakte

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Freudige Gesichter bei der Vernissage: Beate Perschbacher (rechts) hält eines ihrer Werke zusammen mit Kerstin Wiese.

Babenhausen -   Als Apothekerin in der Schloss-Apotheke ist Beate Perschbacher vielen Babenhäusern vertraut. Dass sie auch eine künstlerische Ader hat, zeigt sie nun bei Optik Wiese. Von Michael Just

Beate Perschbacher ist als Malerin in Babenhausen bisher kaum in Erscheinung getreten. Sie ist nicht im Künstlerkreis und nur Freunde und Bekannte wissen um ihr Hobby. Mit Kerstin Wiese riet ihr allerdings schon öfter eine gute Bekannte, doch mal auszustellen. Sogar ihren Verkaufsraum bot ihr die Inhaberin eines Optikergeschäfts in der Babenhäuser Altstadt dafür an. „So viel muss ich für eine Ausstellung doch gar nicht machen: Einfach die oberste Reihe Brillen abräumen und auf die freigewordenen Ablagen die Bilder stellen“, erläutert Wiese. Mit dieser recht einfachen Handhabe, die ohne Nägel und Leisten auskommt, wurde sie in der Vergangenheit schon ein paar Mal zur Galeristin. Für die aktuelle Schau brauchte es zwar ein wenig Vorlaufzeit, aber letztlich klappte alles: Unter dem Titel „Menschen im Augenblick“ fand nun in der Fahrstraße die Vernissage zur Schau der Werke von Perschbacher statt.

Die Malerin gehört nicht zu jener Künstler-Riege, in deren Vita steht, dass schon in der Kindheit gerne gemalt wurde. Zwar war sie als junges Mädchen kreativ, aber nicht unbedingt mit dem Pinsel in der Hand. Das Malen begann vor rund sieben Jahren, seit drei wird es mit besonderer Intensität betrieben. Das nötige Rüstzeug beschaffte sich die hauptberufliche Apothekerin an einer Kunstakademie in der Nähe von Rosenheim. Dort fand auch die erste Schau ihrer Bilder statt.

Es sind fast ausschließlich Menschen, die Beate Perschbacher als Motiv in einer flüchtigen Situation einfängt. Sehr oft heben sie sich in leuchtenden Farben von einem dunkel gehaltenen Hintergrund ab. Manchmal sind die Gesichter im Ausdruck klar und deutlich, dann wieder nur schemenhaft.

Als Ausgangspunkt aller Bilder dienen Fotografien, die manchmal beim Hinter- oder Vordergrund kombiniert werden. Die Darstellungen haben Tendenzen ins Abstrakte, als weiteres Mittel der Verfremdung dient die Farbauswahl.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Perschbachers Bilder könnten kaum besser in den Verkaufsraum von Wiese passen. Da dieser in weiß gehalten ist, entsteht ein wunderbarer Kontrast, der die Bilder prächtig hervorhebt. Vor allem, weil die Acryl-Gemälde alle relativ großflächig sind. Die verwendeten Maße bewegen sich in der Regel zwischen 70 mal 100 und 80 mal 120 Zentimeter.

Die Werke lassen sich noch bis Montag, 20. November, während der Öffnungszeiten von Optik Wiese, Fahrstraße 36, bewundern.

Einige Bilder geben Impressionen aus fernen Ländern wieder. Besonders deutlich wird das an einem Bild mit indischen Motiven. Weitere Darstellungen aus Bali oder Vietnam, die eine Frau beim Wasserschöpfen und Fischer zeigen, schließen den exotischen Ausflug. Wer die Bilder von Beate Perschbacher betrachtet, glaubt einen eigenen Stil in der Darstellung ihrer Menschen und der Farbkompositionen zu erkennen. Bereits unverwechselbar ist, dass immer Menschen Eingang in die Werke finden. „Fehlen sie, dann fehlt mir was“, sagt die Künstlerin.

Quelle: op-online.de

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