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Boxen liegt im Trend: Neue Abteilung beim Turnverein wächst schnell

Eine kurze Kampfeinlage zwischen TVB-Coach Lloyd Taylor (links) und Daniel Tischer, Präsident des Hessischen Boxverband, gab es in der Edward-Flanagan-Schule.
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Eine kurze Kampfeinlage zwischen TVB-Coach Lloyd Taylor (links) und Daniel Tischer, Präsident des Hessischen Boxverband, gab es in der Edward-Flanagan-Schule.

Judo, Ju-Jutsu, Kickboxen – zum Kampfsportangebot des Turnvereins hat sich eine vierte Sportart gesellt: Boxen. 

Babenhausen – Gründungsvater der brandneuen Abteilung, die formell seit 1. Januar Teil der TVB-Familie ist, ist ein international erfolgreich Ex-Boxer: Lloyd Taylor hat Babenhausen einen erfahrenen Sportler und dank Trainer B-Lizenz sachkundigen Coach. 300 Kämpfe hat der sympathische Aschaffenburger selbst bestritten, war unter anderem Deutscher Meister und Dritter bei den Europameisterschaften in der Wettkampfklasse bis 67 Kilogramm. Die aktive Zeit im Ring ist längst passé. Taylor will seine Fertigkeiten an Jüngere weitergeben und lässt dabei offen, ob dies in Fitnessboxen oder wettkampforientiertes Training mündet.

„Fitness-Boxen liegt voll im Trend“, so Ute Teuchner, eine von drei Vorsitzenden des rund 1800 Mitglieder starken Traditionsvereins, der sich durch weitere Angebote vom Gesundheits- und Reha-, über Trendsportarten und bewährte Angebote bis hin zum Leistungssport stetig weiter entwickelt. Die Entscheidung, eine vierte Kampfsportart ins vielseitige Vereinsangebot aufzunehmen, fiel nicht schwer – und kommt sehr gut an. Rund 30 Aktive beiden Geschlechts schnüren inzwischen regelmäßig die Handschuhe. Taylor bietet an vier Terminen Training für die jeweiligen Altersgruppen an, die Jüngsten sind zehn Jahre alt. Des Weiteren gibt es eine AG für die Schüler der Edward-Flanagan-Schule.

Dort, im Bewegungsraum der Flanagan-Schule wird auch trainiert – mit Abstrichen. „Es gibt keine Duschen!“, so Jörg Wendling, Leiter der neuen Boxabteilung. Auch wird der Raum angesichts der Popularität des neuen Angebots zu klein. Eine Alternative wird gesucht, wo die bis zu 50 Kilogramm schweren Boxsäcke aufgehängt und die Gruppen trainiert werden können. Auch für die Ausstattung suche die junge Abteilung noch Sponsoren, sagt Karoline Taylor, Ehefrau des Star-Trainers und ebenfalls infiziert. Sie absolviert derzeit eine Ausbildung zur C-Trainerin, um den Ausbildungskader zu verstärken.

„Boxen ist ein toller Sport – außerdem Sozialarbeit und gelebte Integration“, erklärte Daniel Tischer, der Präsident des Hessischen Boxverband, und Gasttrainer beim TVB. Ob als wettkampforientierter Kampfsport mit dem Ziel, dem Herausforderer den Knock Out zu verpassen, als Fitnesstraining oder gar soziales Angebot für aggressive Jugendliche, wie in Offenbach erfolgreich praktiziert, Boxen sei ein Allroundangebot. 75 Box-Clubs und Vereine gibt es in Hessen. 12 000 Mitglieder trainieren hier. In Babenhausen gilt das neue Angebot für jedes Alter. Neben Grundschülern sind auch Erwachsene mit Feuereifer dabei, Männer wie Mädels. Ein Freizeitsport mit Suchtpotenzial, wie Wendling erklärt, den im neuen Abteilungsvorstand Lennox Reibiger (Jugendwart) und Martin Gottwald (Pressewart) unterstützen.

In den kommenden Monaten soll sich herauskristallisieren, wohin die Entwicklung der jungen Abteilung geht: Eine reine Frauengruppe? Ein Wettkampfteam? Taylor ist ergebnisoffen. Der Fokus liegt auf Breitensport, Einsteigen könne jeder jederzeit.

Auf die eigene Karriere angesprochen, beginnen die Augen des passionierten Athleten zu glänzen. Was das Härteste war? „Ständig auf sein Gewicht zu achten“, schmunzelt TVB-Coach Taylor, dem auch Saunabesuche im Müllsack in Erinnerung sind, um schnell abzuspecken.

Infos im Internet gibt es auf tvbabenhausen.de

zah

Quelle: op-online.de

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