Wasserski am Sickenhöfer See

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Die Freizeiteinrichtungen liegen nach der neuen Planung nun an der B26 (linke, obere Hälfte). Dort, parallel zur Straße, werden auch die Parkplätze sein. Weitere Bedarfsstellplätze soll es am Hardtweg geben. Die Wassersportareale auf dem See sind im Schaubild schwarz umrandet.

Babenhausen - Am Sickenhöfer See gehen die Planungen für ein Erlebnisbad weiter. Jetzt liegt der Fokus auf den Wassersportlern, nachdem die Stadtverordnetenversammlung 2007/08 die Verlegung des Babenhäuser Freibads an den See als Teil des Projekts abgelehnt hatte. Von Stefan Scharkopf

Das Freibad wurde mittlerweile am alten Standort saniert und die Betreiber von „Seamotion“ orientieren sich nun in eine andere Richtung.

Nachdem es einige Jahre ruhig war, treibt Andreas Bludau, Geschäftsführer der Seamotion AG und Vorstandsmitglied der Hardt KG als Besitzerin des Sees, die Pläne voran. Er hat dabei Investoren aus dem Freizeit- und Eventbereich mit an Bord. Gedacht ist an Wasserski und Wakeboarding – eine Mischung aus Wasserski und Wellenreiten. Dabei wird dem Sportler ein Brett an die Füße geschnallt wird, um damit auf dem Wasser zu gleiten. Der Fahrer wird von einem Boot oder einer Seilbahn gezogen.

„Seamotion“ soll in mehreren Abschnitten eröffnet werden

Bereits 2001 hatte die Politik den Weg für das Vorhaben eines Spaßbades geebnet, die Öffentlichkeit sowie die Behörden und sogenannten Träger öffentlicher Belange waren eingebunden. 2006 war die öffentliche Auslegung. Inhaltliche Änderungen machen jetzt eine neue Abstimmung nötig. Der Ortsbeirat der Kernstadt und der Bauausschuss haben in ihrer jüngsten Sitzung dem geänderten Planentwurf, der eine erneute Offenlage beinhaltet, und dem geänderten Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans bereits einhellig zugestimmt. Am 24. Mai befindet das Stadtparlament darüber. Fällt das Votum dort ebenfalls positiv aus, rechnet Bludau damit, den Bauantrag zügig stellen und mit den Arbeiten in den Wintermonaten beginnen zu können. „Seamotion“ soll in mehreren Abschnitten eröffnet werden, der erste bereits 2013. Größere Bauten werden nicht nötig sein.

Von den früheren Planungen unterscheidet sich die neue Variante vor allem durch die Lage: die zentralen Anlagen sollen nun im westlichen Bereich zwischen See und der B26 errichtet werden, statt bisher am nördlichen Ufer. „Wir rücken jetzt an die B26, parallel zur Straße“, sagt Andreas Bludau. Es soll zwei etwa 500 Meter lange Areale für Wasserski geben, Gastronomie und ein kleines Strandbad mit Zugang zum See. Becken wie sie üblicherweise in einem Freibad zu finden sind, wird es am Sickenhöfer See aber nicht geben. Da die Zielgruppe eine andere ist, befürchtet Bludau auch keine Konkurrenz fürs Schwimmbad. Für die Zukunft seien noch eine Neunloch-Anlage für Golfer und Camping mit festausgebauten Zelten möglich, aber kein herkömmlicher Zeltplatz. Das sei aber noch in der Überlegung.

Die Straßenplaner fordern eine Bedarfsampel

„Wir haben uns an dem geänderten Freizeitverhalten der Leute orientiert“, so Bludau, der jetzt auf die Wassersportler setzt. Er rechnet mit etwa 70 bis 80 Wakeboardern täglich, an etwa 217 nutzbaren Tagen pro Jahr. Für das Strandbad, hier ist die Saison etwas kürzer, mit 30.000 Nutzern an etwa 100 Tagen, also etwa 300 pro Tag, zu Spitzenzeiten freilich mehr. Bludau rechnet damit, dass es zehn bis 15 feste, ganzjährige Arbeitsplätze gibt, hinzu kommen noch Saisonkräfte. Ebenfalls an der B 26 werden etwa 150 Parkplätze entstehen, plus die gleiche Anzahl von Bedarfsparkplätzen bei hohem Andrang.

Ein Teil des Sees wird weiterhin industriell für den Kiesabbau genutzt. Die Verkehrsanbindung an die B 26 ist mit Hessen Mobil bereits geklärt, so Bludau. Die Straßenplaner fordern eine Bedarfsampel. Auch die Trassenführung der Südumgehung sei berücksichtigt. Der Hardtweg wird künftig in einem rechten Winkel auf die B 26 führen. Einige Flächen des Sees bleiben auch als Naturräume erhalten.

Quelle: op-online.de

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