„Es ist zu laut“

Neues Lärmgutachten in Babenhausen

Der von der Bundesstraße 26 ausgehende Verkehrslärm überschreitet bereits Grenzwerte.
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Der von der Bundesstraße 26 ausgehende Verkehrslärm überschreitet bereits Grenzwerte.

Überraschend sind die Ergebnisse des Lärmgutachtens nicht, die Daniel Beitlich von der Kasernenkonversionsgesellschaft am Donnerstagabend im Ausschuss kurz umriss.

Babenhausen – Die Grenzwerte entlang der Bundesstraße 26 – innerörtlich die Darmstädter und Aschaffenburger Straße – werden sowohl tagsüber (70 Dezibel) als auch nachts (60) überschritten. „Es ist jetzt schon teilweise zu laut“, sagte Beitlich, bevor er auf die Prognose zu sprechen kam, welche zusätzliche Lärmbelastung durch die zu erwartenden Verkehrsströme nach dem Besiedeln der Kaserne – es wird von einem Mehr an 8 000 Fahrzeugen pro Tag ausgegangen – entstehen. Beitlich nannte einen Mehrwert von maximal 1,5 Dezibel, der im Gutachten als „nicht wesentlich mehr“ angesehen werde.

Eine Einschätzung, die Tino Eidebenz von der Bürgerinitiative „Verkehr Babenhausen“ naturgemäß nicht teilt. „Jedes Zehntel mehr ist zuviel“, meinte er gestern auf Anfrage. Generell sei die BI für einen kooperativen und konstruktiven Austausch mit der Kasernenkonversionsgesellschaft. In gut einer Woche werde es ein Treffen mit den Investoren geben, in der das neue Lärmgutachten mit den Mitgliedern der BI erörtert und diskutiert werden soll.

Babenhausen: Langfristig hilft nur eine Ortsumfahrung

Eidebenz macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er Sofortmaßnahmen fordert. Seiner Ansicht nach müsste schnell geprüft werden, ob „verkehrsrechtlich Maßnahmen wie Tempo 30 oder ein Lkw-Durchfahrtsverbot“ machbar sind. Er erinnert auch daran, dass erheblicher Lärm von den über 30 000 Zugfahrten jährlich auf der Strecke parallel zur B26 verursacht werde. Bei diesem Thema setze die BI auf den Lärmaktionsplan des Eisenbahn-Bundesamtes.

Weiter Druck werde die BI auf jeden Fall hinsichtlich der anstehenden Offenlage des Bebauungsplans für die Kaisergärten aufbauen. Sie schließt rechtliche Schritte nicht aus.

Einen vermeintlichen Königsweg zeigt das Gutachten ebenfalls auf, wie Beitlich aus der Zusammenfassung des Gutachtens zitierte: Städtebaulich helfe langfristig nur eine Ortsumfahrung. Die sogenannte Südumgehung, die Babenhäuser Politiker und die Stadtverwaltung seit Jahrzehnten auf der Agenda haben, aber im aktuellen Bundesverkehrswegeplan in der Dringlichkeit erst einmal wieder zurückgestuft worden ist.

Babenhausen: Stadt müsse mehr Druck bei Hessen Mobil machen

Das hob Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm (CDU) erneut hervor und forderte, dass die Stadt immer wieder bei Hessen Mobil Druck machen müsse. Bau-Fachbereichsleiter Christian Heinemann sagte dazu, dass Hessen Mobil die Zusage gegeben habe, dass wenn alle notwendigen Gutachten und Mobilitätskonzepte vorliege, die Behörde die Stadt beim weiteren Vorgehen unterstützen würde. Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) bezeichnete das Lösen der Verkehrsprobleme und damit zusammenhängend die Lärmminderung als das Zukunftsthema für die Stadt.

von Norman Körtge

Quelle: op-online.de

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