Emmaus-Gemeinde

Erste Ausrufezeichen gesetzt: Babenhausens Pastor Burkhard Heupel hat sich eingelebt

Babenhausen: Pastor Burkhard Heupel hat sich eingelebt
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Für neue Gottesdienstbesucher hält die Emmaus-Gemeinde mit ihrem Pastor Burkhard Heupel Begrüßungsumschläge bereit. 

Wo kann ich mich und meine Gaben einbringen? Wo kann ich helfen, Neues entstehen zu lassen? Es sind Fragen wie diese, die Burkhard Heupel vor gut einem Jahr beschäftigt haben. Da war der heute 55-jährige Pastor auf der Suche. 

Babenhausen - In Babenhausen bei der Emmaus-Gemeinde, die ihrerseits auf der Suche nach einem Geistlichen war, ist er schließlich fündig geworden.

Gesucht und gefunden ist man geneigt zu sagen. Und ein erstes sichtbares Ergebnis des Findens ist seit Kurzem in der Altstadt sichtbar. Mit der Übernahme des Second-Hand-Ladens „Anziehpunkt“ vom DRK zeigt die Gemeinde auch außerhalb ihres Gemeindezentrums an der Bürgermeister-Willand-Straße, direkt gegenüber der Joachim-Schumann-Schule, Präsenz. „Das Projekt ist mir quasi vor die Füße gefallen“, sagt Heupel, der dankbar ist, dass er zusammen mit den etwa 100 Gemeindemitgliedern und Gemeindereferentin Martina Diehl es auch gestemmt haben. Das erste Ausrufezeichen ist damit gesetzt.

Genauso viel Wert legt Heupel, seit 1989 verheiratet und Vater von vier mittlerweile erwachsenen Kindern, auf die Arbeit in der Gemeinde. „Ich möchte alle Mitglieder besuchen“, erzählt er. Dabei wird er auch viel von seiner Lebensgeschichte berichten müssen.

Aufgewachsen in der Nähe von Dillenburg in einem christlich geprägten Elternhaus, lernte Heupel zunächst Bankkaufmann. Von 1986 bis 1990 hängte er eine theologische Ausbildung dran und arbeite als Pastor in Bad Hersfeld. Ein Burn-out, der erste von zweien, warf ihn vorübergehend aus dem Arbeitsleben. Er arbeitete schließlich am von der Hilfsorganisation World Vision realisierten „Pavillon der Hoffnung“ auf der Expo 2000 in Hannover mit.

Babenhausen: Pastor Burkhard Heupel lebte schon eimal auf Papua-Neuguinea

Von 2003 bis 2008 lebten er und seine Familie auf Papua-Neuguinea, wo er für die evangelisch-lutherische Kirche Projekte in der Landwirtschaft, Bildung und im Gesundheitssektor aufbaute und kirchenmusikalische Angebote betreute. „Das darf man sich nicht wie bei uns vorstellen“, erzählt er. Zum Repertoire gehörten vor allem Gitarren und Blechblasinstrumente. Allerdings hat Heupel nicht nur schöne Erinnerungen an die Zeit auf der Insel im Pazifik. Mehrmals seien er und seine Familie überfallen worden. Auch deshalb kehrte die Familie schließlich nach Deutschland zurück. Über Charlottenburg und die Schwäbische Alb, wo er für ein christliches Hilfswerk tätig war, führte ihn der Weg nun nach Babenhausen.

Dass die kleine Stadt Babenhausen ein „Abstellgleis“ sein könnte, dieser Gedanke ist bei Heupel schnell verflogen. Zum einen wegen der doch zentralen Lage zwischen Frankfurt, Aschaffenburg und Darmstadt. Zum anderen – und das sei der ausschlaggebende Punkt gewesen – haben den viel herumgekommenen Pastor die zur Verfügung stehenden Räume an der Bürgermeister-Willand-Straße gereizt. 

Babenhausen: Gemeindezentrum hat Potenziel

Das Gemeindezentrum bietet enorm viel Potenzial. Es gibt ein Bistro mit Theke, eine Großraumküche, einen riesigen Jugendraum mit Sofas und Billardtisch, einen großen Mehrzweckraum für Veranstaltungen und ein Zimmer für die ganz Kleinen, in dem sich jeweils mittwochs ein Krabbelkreis trifft. Davon können andere Gemeinde nur träumen.

„Was sucht und braucht der Mensch im Jahr 2020?“, ist eine Leitfrage, die Heupel antreibt und wofür er Antworten im christlichen Glauben finden und weitergeben möchte. Die Babenhäuser hat er in den vergangenen Monaten als „aufgeschlossene Menschen“ wahrgenommen, und er freut sich, dass es in der Stadt eine gut funktionierende und fruchtbare Ökumene gibt.

Im Jahr 2021 wird die Emmaus-Gemeinde ein wenig mehr in den Mittelpunkt rücken. Denn dann feiert sie mit dem 25-jährigen Bestehen ein besonderes Jubiläum.

Von Norman Körtge

Quelle: op-online.de

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