Vorträge und Testfahren zur Gesundheitswoche

Radeln mit Pedelec bringt viel für Fitness

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Die Vortragsteilnehmer ließen sich von Zweiradmechaniker Ralf Baumann beim Zweiradshop Niederhofer in die Vorzüge von Pedelecs einweisen. Ein Teil von ihnen begab sich später auf Testfahrt.

Babenhausen - Die Behauptung, dass Pedelecfahren gesünder ist als „normales“ Fahrradfahren, stand im Mittelpunkt eine Vortrags beim Zweiradshop Niederhofer zu den laufenden „Gesundheitswochen Babenhausen“. Von Petra Grimm 

Bei einer Tour mit motorunterstützten Drahteseln waren die Teilnehmer eingeladen, dieses Fahrgefühl selbst auszuprobieren.
Seit etwa vier Jahren erleben E-Bikes und Pedelecs einen wahren Boom und entfernen sich allmählich auch von ihrem Image als Seniorenfahrzeug. Dass das Fahren auf einem Pedelec, das – im Gegensatz zum E-Bike – nur mit Motorunterstützung läuft, wenn man auch selbst in die Pedale tritt, sogar einen gesundheitlichen Vorteil haben soll, war neu für die fünf Zuhörer. Zweiradmechaniker Ralf Baumann untermauerte die überraschende These mit schlüssigen Argumenten. Zum einen werde das Pedelec wegen seines unterstützenden Motors, der wie „Rückenwind“ wirke, häufiger und für längere Touren genutzt als ein normales Fahrrad. Denn der Nutzer überwinde sich leichter, auch bei schlechterer Tagesform, großer Hitze oder anderen Widrigkeiten, in die Pedale zu treten. Der innere Schweinehund hat also schlechtere Karten.

Zum anderen sei es eine deutlich körperschonendere Variante des Radsports. Gerade Untrainierte oder Menschen mit kleineren Gebrechen könnten sich mit dem Pedelec jederzeit entspannt auf eine Tour begeben, ohne Angst haben zu müssen, unterwegs Schmerzen zu bekommen oder abzubauen, so Baumann. „Gelenke und Kreislauf werden geschont, da man auch bei einer Steigung, einem schlecht befahrbaren Weg oder Gegenwind nicht an sein körperliches Limit gehen muss. Der Motor, den man auf vier Fahrstufen stellen kann, gleicht das aus und man kann ohne zu große Anstrengung weiter radeln“.

Man fahre nicht nur häufiger. „Man macht auch längere Touren, weil man sich mehr zutraut. Für die Fitness ist die Dauer und Häufigkeit des Fahrens ja viel wichtiger als eine kurzzeitige Überlastung des Körpers. Ein entspannter Trainingsreiz ist besser, als sich völlig zu verausgaben. Das bringt nichts, außer Schmerzen“, so Baumann, der seit seinem 14. Lebensjahr Radsport auf hohem Niveau betreibt – auch bei Wettbewerben.

Das Pedelec wird also öfter als das normale Fahrrad aus der Garage geholt und wenn man damit fährt, ist es für den Körper wesentlich gesünder, da man ein Training mit moderater Anstrengung betreibt. Das leuchtete den Zuhörern ein, von denen lediglich Ilse Kling aus Babenhausen bereits ein Pedelec fährt. Die 83-Jährige hat es zum 80. Geburtstag als Geschenk bekommen und hatte noch den Mut, umzusteigen.

Gewöhnungsbedürftig sei für sie vor allem das Gewicht des Fahrzeugs gewesen, erzählt die rüstige Seniorin. Das liegt in der Regel bei 20 bis 30 Kilogramm. Da das Rad aber neben den vier Fahrstufen auch über eine Schiebehilfe verfügt, wie Baumann erklärt, könne man es trotz des Gewichtes beispielsweise in einer Fußgängerzone ohne Probleme neben sich herschieben.

Wie das Fahrrad einen Antrieb bekommt

Werner Kling radelt noch konventionell, probierte im Anschluss an den Vortrag aber bei der Testfahrt, die nach Schaafheim zum Wartturm führen sollte, ein motorisiertes Rad aus. Mit dem Gedanken, sich ein Pedelec zuzulegen, spielen auch Iris und Reinhold Schumacher, die vor einigen Jahren noch größere Touren gemacht haben. Eine erfahrene Radfahrerin ist die Rodgauerin Monika Frey, die vor nicht allzu langer Zeit noch täglich mit dem Fahrrad nach Frankfurt zur Arbeit gefahren ist. Jetzt ärgert sie sich ein bisschen über sich selbst, dass sie inzwischen „auch für kurze Wege das Auto nimmt“. Auch sie stieg beherzt auf das Pedelec, um an der Testfahrt teilzunehmen.

Am kommenden Mittwoch, 19. September, um 10 Uhr findet der Vortrag, bei dem auch alle Fragen rund um das Pedelec beantwortet werden, inklusive Probefahrt noch einmal statt. Um eine Anmeldung unter 06073/712003 wird dringend gebeten.

Quelle: op-online.de

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