Glamouröse Ballnacht

Reit- und Fahrverein bittet zum gesellschaftlichen Stelldichein

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Die Babenhäuser Reiterin Julia Bereiter (Zweite von links) gehörte zur Riege der von Bernd Bansa, Vorsitzender des Kreisreiterbundes Ausgezeichneten.

Mit einem leuchtend roten Kleid und fünf roten Rosen im Haar ist Tatjana Cannon beim Kreisreiterball in der Stadthalle eine der am auffälligsten gekleideten Personen. 

Babenhausen – „Die Rosen habe ich selbst gemacht, das Kleid kürzlich in Paris gekauft“, berichtet die Mainhäuserin, die seit über 40 Jahren dem Babenhäuser Reit- und Fahrverein (RuF) die Treue hält. Die ehemalige Springreiterin ist im Kreis Offenbach als Künstlerin in vielen Bereichen bekannt, darunter als Malerin, Autorin oder als Modedesignerin. „Da meine Freundinnen gerne Abendkleider tragen und sich schick machen, habe ich ihnen vorgeschlagen, heute Abend hierherzukommen und sich wie eine Hollywood-Diva zu fühlen“, ergänzt Cannon lachend.

Den Kreisreiterball richteten in diesem Jahr die Babenhäuser Reiter aus. „In der Regel machen wir das alle fünf Jahre, was sich mit unseren Vereinsjubiläen deckt. 2019 bestehen wir bekanntermaßen seit 70 Jahren“, sagt RuF-Vorsitzender Ingo Dries. Fleißige Helfer des Vereins hatten alles für eine rauschende Ballnacht in die Wege geleitet. So gab es verschiedene Orga-Teams, darunter eines zum Schmücken der Halle. Mit Pferde-Mobiles an der Decke, Hufeisen-Collagen an den Wänden oder Sprunghindernissen, die sich wie Kunstwerke in die Räume integrierten, leistete jene Gruppe ganze Arbeit.

400 Gäste kamen zum Tanz in die Babenhäuser Stadthalle. 

Als Blickfang ersten Ranges stand im Foyer ein beleuchtetes Pferd, dessen dreidimensionale, lebensgroße Form sich aus unzähligen kleinen Hufeisen zusammensetzte. Wenige Meter weiter bestand die Möglichkeit, bei einer Fotografin Bilder in Abendgarderobe zu machen. Das Restaurant „Goldener Engel“ kümmerte sich mit Köstlichkeiten um die hungrigen Mägen. Zu vorgerückter Stunde verschwand das Büfett und der kleine Saal verwandelte sich in eine Bar.

Für die Musik des Abends war die mehrköpfige Aschaffenburger Band Barney Jackson zuständig. Die Mühe der Organisatoren kam kurz vor Mitternacht noch einmal in herausragender Weise zum Tragen: Eine brasilianische Tanzformation aus Köln versetzte mit Sambarhythmen die Stadthalle an die Copacabana.

Zuvor hatte am frühen Abend die Ehrung der erfolgreichsten Reiter im Kreis stattgefunden. Als einzige Vertreterin des RuF wurde Julia Bereiter ausgezeichnet. Von Bernd Bansa, dem Vorsitzenden des Kreisreiterbundes, erhielt sie ein Geschenk für ihre diesjährige Kreismeisterschaft in der Sparte Dressur-LK5.

Eine Premiere beim Kreisreiterball feierte Anja Blickhan. „Für mich ist das heute das erste Mal“, meinte die 49-Jährige, die erst seit zwei Jahren im Sattel sitzt. Dafür ist Tochter Larissa (14) verantwortlich. Sie reitet seit vier Jahren und steckte mit ihrer Passion die Mutter an. Beim RuF stellt ihre Mutter nicht die einzige Spätberufene dar: „Wir haben bereits eine Mama-Gruppe aufgemacht. Insgesamt sind wir zu viert“, weiß Anja Blickhan. Keine der Mütter habe bisher aufgegeben und das Quartett sei noch komplett mit von der Partie.

Aus Hufeisen ist das Pferd geformt worden, das beim Kreisreiterball ein echter Hingucker und Fotomotiv war: etwa für Beate Leue (links) und Tatjana Cannon. Fotos: Just

Für den Kreisreiterball hatte der RuF Einladungen an alle Reitvereine in der Umgebung geschickt. 400 Personen kamen, was eine stattliche Zahl darstellte. „Früher verzeichneten die Kreisreiterbälle auch 600 Gäste. Heute lassen sich solche Zahlen leider nicht mehr erreichen“, bedauert der ehemalige RuF-Vorsitzende Manfred Willand. Besonders schwierig ist es, Vereine zu finden, die die Organisation in die Hand nehmen. 2018 fand sich ein solcher nicht, weshalb der Kreisreiterball ausfiel. In diesem Jahr trat der RuF auf den Plan und erhielt für seine professionelle Planung und Ausrichtung höchstes Lob von allen Seiten. Für den Vorsitzenden Ingo Dries ist der gute Zuspruch an jungen Erwachsenen Motivation genug, dass sein Verein als regelmäßiger Organisator erhalten bleibt. „Alleine dafür lohnt es sich, weiter zu machen“, hob er mit im Blick auf die vielen jungen Gesichter heraus.

Der Ausrichter für das kommende Jahr steht schon fest: Gastgeber wird dann der Dieburger Reit-Club sein. Der RuF möchte sich dann wieder 2024 engagieren.

VON MICHAEL JUST

Quelle: op-online.de

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