Turnier mit Gast aus hohem Norden

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Drei Wochen lang verbringt Franziska Melina Rieth ihre Sommerferien in Hergershausen. Am Wochenende startete die Kielerin beim Reitturnier auf der Schwedenschanze. Unser Bild zeigt sie mit Pferd „Sunshine“ und ihrer französischen Bulldogge „Pummel-Fee“.

Babenhausen - Die Autokennzeichen beim Reitturnier des Reit- und Fahrvereins (RuF) am Wochenende verrieten einen nicht gerade kleinen Einzugsbereich: Alle Nachbarlandkreise waren vertreten und auch welche von weiter weg. Von Michael Just

Und doch tummelte sich eine junge Reiterin darunter, die sich als „Nordlicht“ outete und damit die restlichen Pferdefreunde, was die Entfernung zur Heimat angeht, in den Schatten stellte: Franziska Melina Rieth kommt aus dem Landkreis Kiel und damit aus Schleswig-Holstein. Doch wieso kommt jemand von der Ostsee ausgerechnet nach Babenhausen?.

„Alles fing auf einer Auktion in Kranichstein an“, erzählt die Schülerin. Dort half sie Freunden, ein Pferd vorzustellen und zu verkaufen. Dabei lernte sie die Familie Weber vom Hergershäuser Erlenwiesenhof kennen. Die luden sie ein, mal in die Pferdestadt zu kommen. In diesem Sommer tut das die 18-Jährige drei Wochen lang, inklusive Teilnahme am Reitturnier.

Babenhausen gefällt ihr gut, inklusive Wetter: „Hier ist es wärmer als bei uns.“ Auf die Frage, wie ihr Tagesablauf auf den Erlenwiesenhof aussieht, muss sie nicht lange überlegen: „Reiten! Den ganzen Tag, rauf und runter“, sagt sie lachend. Langweilig werde es ihr dabei nie.

Die ultimative Sommerparty bei den Reitern am Samstagabend erfüllte die Erwartungen. 250 bis 300 Besuchern amüsierten sich mit der Band Toms Jet Set XXL.

Die Pferdepassion lässt sich mit Blick auf ihre Wurzeln schnell verstehen: Die Mama ist Reitlehrerin, der Vater hat eine Pferdezucht. Mit Vierbeinern aufgewachsen ist die Zukunft von Franziska Melina, die drei Pferde besitzt, schon vorherbestimmt: Sie will Sport- und Eventmanagement mit dem Schwerpunkt „Equine“ („das Pferd betreffend“) studieren. Das kann sie beispielsweise in Holland oder in Nordrhein-Westfalen. „Ich habe in Hergershausen schon viele Freunde gefunden“, sagt sie auf die jungen Gleichgesinnten vom Erlenwiesenhof blickend.

Darunter ist auch Björn (16), der Sohn der Familie Weber und dessen Freundin Sandra, beide ebenfalls am Wochenende auf der Schwedenschanze im Sattel.

Mit seinem Reitturnier unterstreichte der RuF am Wochenende deutlich, dass die Babenhäuser den Namen „Pferdestadt“ verdienen. Über vier Tage lang standen die Vierbeiner im Mittelpunkt bei über 1 200 Starts und 600 Rössern.

Party war neben dem Reiten auch angesagt

Nur am Samstagabend ging es für kurze Zeit mal nicht ums Reiten. Bei der ultimativen Sommerparty mit der Band Toms Jet Set XXL standen gute Laune und der Tanzspaß im Mittelpunkt. Nachdem die Country- und Westernnächte zuvor kaum noch Besucher anlockten, entschied sich der RuF-Vorstand zu etwas Neuem.

Durch die nicht ganz billige Verpflichtung waren die Verantwortlichen im Vorfeld etwas nervös, ob die fünfköpfige Band ein Erfolg oder ein Zuschussgeschäft wird.

Rund 250 bis 300 Besucher kamen und wurden nicht enttäuscht. Mit „Hang on Sloopy“, „I can‘t get no Satisfaction“ und der Aufforderung die Luftgitarren rauszuholen, wurde die zweite Runde nach Mitternacht eingeläutet.

„So haben wird uns das vorgestellt. Meine ganz persönlichen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen“, sagte RuF-Vorsitzender Manfred Willand zufrieden.

Zurück zum Gast aus dem Norden: Insgesamt war Franziska Melina viermal am Start, am Samstag holte sie einen guten 6. Platz beim S-Springen. In zwei Wochen geht‘s wieder zurück nach Kiel. Was sie dort die restlichen Sommerferien macht ist eigentlich gar nicht so schwer zu erraten: „Reiten“ lautet natürlich die plausible Antwort.

Am heutigen Abend steht noch der Höhepunkt des Turniers mit dem S-Springen an. Dazu spielt das Hergershäuser Blasorchester auf.

Quelle: op-online.de

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