Vor dem Fest übt die Jugendwehr

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Verbinden will gelernt sein: Wehrnachwuchs übt sich im Bergen verletzten Radfahrers.

Hergershausen (pg) - „Wir haben schon besprochen, was bei der Übung gemacht wird und welche Aufgabe jeder hat“, sagte Jugendfeuerwehrmitglied Timo Heil.

Ungeduldig warteten die HergershäuserNachwuchsfeuerwehrleute am Samstagabend auf den Start ihrer Schauübung, mit der der Hessische Abend bei der Stadtteilwehr eingeleitet wurde. Unter der Leitung von Jugendfeuerwehrwart Daniel Kunkel trainierten sie den Einsatz bei einem Verkehrsunfall. „Ein Auto hat einem Radfahrer die Vorfahrt genommen. Ein Zeuge hat mit der Notrufnummer 112 die Leitstelle in Dieburg alarmiert“, erklärte Josef Kriegisch den Zuschauern per Mikrofon das Übungsszenario auf der Bahnhofstraße. Insgesamt 28 Jugendliche zählt die Nachwuchstruppe der Hergershäuser Floriansjünger, nach der Kernstadt ist sie die zweitgrößte in Babenhausen. Mit zwei Fahrzeugen brausten sie kurz darauf zur Unfallstelle, um die beiden Verletzten zu retten und das qualmende Fahrzeug zu löschen.

Feuerwehrchef Thomas Kolb beim Kücheneinsatz.

Engagierte Jugendfeuerwehrgruppen sind das A und O bei der Nachwuchsrekrutierung der Einsatzabteilungen. Quereinsteiger, die als Erwachsene dazu kommen, gibt es eher selten. Die Übernahmequote in Hergershausen sei gut, sagte Jugendwart Daniel Kunkel: „Wer bis zum Alter von 16 Jahren dabei bleibt, macht in der Regel auch seinen Grundlehrgang. Wenn sie abspringen, dann eher am Anfang der Pubertät, so mit zwölf oder dreizehn Jahren“. Um die Jugendlichen bei Stange zu halten, spielt neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung auch die gemeinsame Freizeitgestaltung, wie Ausflüge und Zeltlager, eine große Rolle. Bei schönem Wetter über die Sommermonate wird viel praktisch geübt. „Da fahren wir oft raus zur Gersprenz, aus der wir Wasser entnehmen, und trainieren auf einem Acker die Abläufe“, sagte Kunkel.

Jeder ist willkommen

Muss man besondere körperliche Voraussetzungen mitbringen, um bei der Jugendfeuerwehr mitzumachen? „Nein, jeder ist willkommen. Wir finden für jeden eine Aufgabe“, sagte der Jugendwart, der in den letzten Wochen mit seiner Truppe für den Bundeswettbewerb trainiert hat, der am 3. Juni für die Jugendfeuerwehren des Landkreises in Reinheim stattfindet. „Ein Hindernislauf und ein Löschangriff gehören zum Wettbewerb. Nur acht Mannschaften aus dem ganzen Landkreis stellen sich dieser Herausforderung. Mit Harpertshausen, der Kernstadt und Hergershausen kommen drei davon aus Babenhäuser Stadtteilen“, erklärt Kunkel.

Beim Fest waren die Jugendlichen nach ihrer Übung noch am Geschirrmobil im Einsatz und unterstützen so die Veranstaltung des Vereins, bei der hessische Spezialitäten, wie Rippchen mit Kraut, Fleischwurst, Handkäs´, Kochkäs´ und Schweinskopfsülze angeboten wurden. Die Kartoffeln, die zur grünen Soße gereicht wurden, kamen aus einem alten Kartoffeldämpfer, den Landwirt Walter Matthes zur Verfügung gestellt hatte. „Für diese Hilfe sind wir dankbar“, sagte der Vorsitzende Thomas Kolb, der mit den anderen Aktiven in der Küche seinen Einsatz hatte. Am späteren Abend sorgte eine Cocktailbar für hochprozentige Genüsse bei den Gästen.

Wer zwischen zehn und 17 Jahren alt ist und Interesse hat, bei der Jugendfeuerwehr mitzumachen, ist eingeladen, bei den Gruppenstunden donnerstags von 18 bis 20 Uhr vorbeizukommen. Für kleinere Kinder zwischen sechs und zehn Jahren gibt es in Hergershausen auch eine Bambini-Wehr, die sich donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Feuerwehrhaus trifft.

Quelle: op-online.de

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