„Lasse sie wachsen und blühen“

Schultüten tragende Kinder dominierten gestern das Stadtbild

+
„Hast du Angst, fragte die Maus?“ heißt das Theaterstück, das die Klasse 3c der Schule im Kirchgarten in der Stadthalle aufführte.

Für 159 Kinder, deren Eltern und Verwandten war gestern ein großer Tag. Sie erlebten und feierten ihren ersten Schultag an der Schule im Kirchgarten sowie der Bachwiesen- und Markwaldschule.

Babenhausen – Erst geht es in die Kirche, dann zur Begrüßungsfeier und schließlich erstmals in die Klassenräume: Schultüten tragende Kinder dominierten gestern das Stadtbild.

Gottes Segen

Dass Pfarrer Philip Messner gestern Morgen einen Regenschirm in der evangelischen Kirche in Langstadt aufspannte, hatte nichts mit Wetterkapriolen zu tun. Vielmehr symbolisierte er damit den 28 Erstklässlern der Markwaldschule, wie Gottes schützende Kraft über ihnen ist. Dazu zitierte er aus Psalm 91: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ Anschließend segnete er jeden der Schulanfänger einzeln, bevor ihre Klassenlehrerinnen Jessica Hauck und Sandra Scheld, Rektorin Birgit Schulmeyer und Mitschüler Fürbitten sprachen, wie, dass die Kinder bildlich „wachsen und blühen“ sollen. Der Kinderchor der Schule begeisterte mit dem dreistimmigen Kanon „Nach dieser Erde“ und wurde mit viel Beifall belohnt.

In Langstadt feierte Pfarrer Philip Messner (links) zusammen mit den 28 Erstklässlern der Markwaldschule den Schulanfangsgottesdienst in der evangelischen Kirche. Den Regenschirm spannte er in seiner Ansprache auf, um die schützende Kraft Gottes zu symbolisieren. Fotos: NKÖ

Mit 101 Kindern knackt die Markwaldschule erstmals die 100er-Marke, wie Schulmeyer berichtete. Um genügend Klassenräume zu haben, wurde in den Sommerferien ein Schulcontainer aufgestellt und als Klassenzimmer hergerichtet.

Ein Staatssekretär

Einen Gast aus Wiesbaden konnte die Bachwiesenschule in Hergershausen begrüßen: Hier wünschte den 42 Abc-Schützen Digitalstaatssekretär Patrick Burghard alles Gute für ihren neuen Lebensweg. Wie er sagte, sei es an diesem Tag üblich, dass die Vertreter der Landesregierung ausschwirren, um die besten Wünsche für den Schulstart zu übermitteln. Die Frage,, warum er ausgerechnet in Hergershausen landete, begründete Burghard damit, dass er eine Reihe von Schulen zur Auswahl vorgelegt bekam. „Davon hat die Bachwiesenschule mit ihren Schwerpunkten auf Pädagogik und Musik einen besonderen Eindruck auf mich hinterlassen“, hob der ehemalige Oberbürgermeister von Rüsselsheim und einstige Präsident des Hessischen Städtetages heraus. 

In Hergershausen lauschten die Abc-Schützen der Bachwiesenschule und ihre Eltern unter anderem den Worten von Digitalstaatssekretär Patrick Burghard. Fotos: mj

Dass er mit seiner Ansicht richtig liegt, belegte vor seinen Grußworten ein Chor mit Schülern der Jahrgangsstufen zwei und drei. In seiner kurzen Rede erinnerte sich der Staatssekretär an seinen ersten Schultag 1987. Seitdem habe es viele Veränderungen gegeben, etwa bei den Schulranzen. Besonders gut könne er sich an das Öffnen seiner Schultüte erinnern und die kleine Enttäuschung, dass darin mehr Stifte als Süßwaren zu finden waren. Den neuen Erstklässlern riet er, stets neugierig zu bleiben und unentwegt Fragen zu stellen. Zudem bedankte er sich bei den Lehrern, dass diese jene große Verantwortung übernehmen, die Schüler in dieser Lebensphase zu unterrichten. „Ich bin selbst mit einer Lehrerin verheiratet. Da kommt auch mal Frust über die Arbeit vor“, führte der Gast an. An die Eltern ging der Ratschlag, Geduld mit den Lehrern und ihren Kindern zu beweisen, wenn es mal nicht so läuft.

Keine Angst

Einen Tanz mit Schulranzen, das Lied „Ich schenk dir einen Regebogen“, den Mitmachtanz mit dem Namen „Kenako“ und das Theaterstück „Hast du Angst, fragte die Maus?“ hatten die Schüler der Schule im Kirchgarten für die Erstklässer vorbereitet. Schulleiterin Silke Schulz-Mandl begrüßte die insgesamt 89 Schulanfänger – davon zehn in der Vorklasse – in der Stadthalle, in der trotz 600 gestellter Stühle nicht alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkels und Tanten einen Sitzplatz fanden. 

Mit 361 Kindern ist die Schule an der Martin-Luther-Straße die größte der drei Grundschulen Babenhausens. Mit dem Thema Angst beschäftigte sich das Theater der Klasse 3c, in der zwei Mäuse auf zahlreiche wilde Tiere wie Löwen, Elefanten und Hasen treffen – die Kinder waren von fleißigen Eltern liebevoll geschminkt worden. Doch ängstlich sind weder die Mäuse noch die Wildtiere. Und auch die Erstklässer müssen keinerlei Angst haben, „denn in der Schule im Kirchgarten sind doch die nettesten Lehrer der Welt“, lautete der Tenor.  

mj/nkö


Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare