Simon Teuchner macht ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Turnverein

Zwischen Schule und Job: Aufgabe mit viel Freiraum

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Simon Teuchner (Mitte, blaues T-Shirt) unterstützt als FSJler beim Turnverein Babenhausen Thea Scharwinski bei der Leitung von „Ich turne alleine“. Zum Team gehören auch Nele Schierling und Maja Seidl, die eine Übungsleiterausbildung im Turngau Odenwald absolviert haben.

Babenhausen - Schulabschluss geschafft – und was dann? Viele junge Menschen brauchen dann erst einmal etwas Zeit, um sich darüber klar zu werden, welchen Weg sie für ihre Zukunft wählen möchten. Von Julia Glaser

Eine gute Möglichkeit, umfassend in ein mögliches Berufsfeld hinein zu schnuppern, ist das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Ein solches absolviert Simon Teuchner seit dem 1. September beim TV Babenhausen. Rund 30 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren rennen, springen und schaukeln während der „Ich turne alleine“-Sportstunde dienstags in der Turnhalle des TV Babenhausen, die Geräuschkulisse ist entsprechend ausgelassen. Mitten unter ihnen: Simon Teuchner, zu dem die Knirpse immer ein ganzes Stück hochgucken müssen, weil er sie um mehrere Längen überragt. An seiner Hand balancieren sie vor- oder rückwärts über eine umgedrehte Bank, kichern und haben sichtlich Freude an der Bewegung.

„Seit ich ein Jahr alt bin, bin ich im Verein, habe Fußball gespielt, Tennis und Basketball“, sagt der 19-Jährige, der im letzten Jahr sein Fachabitur an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg gemacht hat. Zur Anerkennung fehlt ihm jetzt noch ein einjähriges Praktikum, das er mit dem FSJ erfüllt. Dass er in „seinem Verein“ tätig sein darf, ist für ihn also quasi ein Heimspiel. Durch das vielfältige Aufgabenfeld lernt er trotzdem auch Neues kennen: „Ich bin bei vielen Sportarten dabei, in allen Altersklassen und Gruppen. Mutter-Kind-Turnen, Ich-turne-alleine, bei den Jugendmannschaften im Basketball und dreimal die Woche im Seniorensport“, erzählt Simon. Dazu kommen Hausmeisterdienste rund um die Halle wie Unkrautjäten oder den Geräteraum aufräumen, außerdem richtet er mit einigen anderen Helfern den Ballett-raum im Keller komplett neu ein. Alle zwei Wochen hilft Simon beim Seniorencafé, spielt Skippo oder Uno mit den Besuchern und unterhält sich. Zwei Stunden die Woche erledigt er dazu noch Büroarbeiten in der Geschäftsstelle. Nach den Osterferien möchte er selbstständig ein Projekt leiten, eine Vorgabe der Sportjugend, über die das FSJ geregelt ist. „Ich möchte einen Spielenachmittag mit Kindern anbieten. Entweder für die Zeit, wenn die Elternselbst Sport machen oder vielleicht am Wochenende, wenn die Eltern den Einkauf machen“, berichtet er. Ein Höhepunkt in diesem Jahr: Er fährt als Helfer mit zum Internationalen Deutschen Turnfest, das vom 3. bis zum 6. Juni in Berlin stattfindet.

Von diesen Jobs träumen die Deutschen

Simons Fazit zum FSJ beim TV Babenhausen fällt durchweg positiv aus: „Es ist auf keinen Fall langweilig hier. Man hat viel Freiraum, die Ansprechpartner sind alle sehr nett, gibt es Probleme, werden die sofort geklärt. Ich kann das FSJ jedem nur empfehlen.“ Ihm gefallen auch die flexiblen Arbeitszeiten, die ihm zwischendurch immer wieder Freizeit lassen. Diese nutzt er zum Beispiel, um seine Oma zu besuchen, die nicht weit von der Turnhalle entfernt lebt. Und was plant Simon für die Zeit nach dem FSJ? „Ich möchte schon etwas mit Sport machen. Vielleicht Sport- oder Fitnessmanagement oder Sportmedien. Das entscheide ich noch“, sagt der junge Mann über seine Zukunft.

Quelle: op-online.de

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