Prägende Neubauten 

Stadtverordnete heben Großprojekte auf nächste Planungsstufe

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Die geplante Wohnbebauung auf dem Gelände der Gärtnerei Grünewald. Im Vordergrund verläuft die Straße an der Stadtmauer.

Schweißtreibend war die gemeinsame Sitzung des Bau- mit dem Kasernenkonversions-Ausschuss und dem Ortsbeirat der Kernstadt am Dienstagabend nicht nur wegen der Schwüle im Sitzungssaal des Rathauses.

Babenhausen – Große, das Stadtbild verändernde Projekte standen auf der Tagesordnung, die in den drei Stunden zuweilen hitzig diskutiert wurden. Die letztendlich bindenden Beschlüsse fallen in der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause am Donnerstag, 27. Juni, ab 19. 30 Uhr im Rathaus.

Grünewald-Areal

Mit den Stimmen von CDU, Grünen und FDP billigten Bauausschuss und Ortsbeirat den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das jetzt noch von der Gärtnerei Grünewald genutzten Areals im Straßeneck An der Stadtmauer/Martin-Luther-Straße. Die SPD stimmte vor allem deswegen dagegen, weil sie dort aus städtebaulicher Sicht nach wie vor ein Mischgebiet mit höherem Gewerbeanteil – wie ursprünglich vorgesehen – favorisiere. Allerdings hatte das Stadtparlament mehrheitlich für ein allgemeines Wohngebiet votiert. In diesem ist, wenn auch stark eingeschränkt, ebenfalls Gewerbe möglich. Wie am Dienstagabend bekannt wurde, haben die Planer der eigens gegründeten Alte Gärtnerei Immobilien GmbH eine Gewerbefläche von maximal 400 Quadratmetern – etwa für einen Nachbarschaftsladen – vorgesehen. „Diese Schlacht ist geschlagen“, meinte Grünen-Politiker Manfred Nodes zum Vorgehen der SPD. Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Willand empfand die Diskussion als müßig, da die Entscheidung gefallen ist.

FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil begründete sein Nein mit der vorgesehenen Bauweise von elf der insgesamt 13 Gebäude (siehe auch Infokasten). Seiner Meinung nach passen die „Flachdachbunker“ an dieser Stelle in unmittelbarer Nähe zur Stadtmauer und der Altstadt nicht ins Stadtbild. Projektplaner Claus Schunk, der das Vorhaben in der aktualisierten Version bereits im November im Ausschuss präsentiert hatte, entgegnete, dass gerade der Denkmalschutz einen Kontrast zwischen alt und neu fordere.

Neu im Entwurf eingearbeitet wurde eine Behelfsausfahrt auf die Martin-Luther-Straße. Sie solle nur dann geöffnet werden, wenn, wie etwa beim Ostermarkt, die eigentliche Zufahrt zur Tiefgarage über die Straße an der Stadtmauer nicht möglich ist.

Da im Antrag als finanzielle Auswirkung für die Stadt das Bereitstellen von Kita-Plätzen genannt wurde, bat CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Sawallich darum, dass dies auch in Euro beziffert werden soll.

Boßwenhain

Nicht nur ein Mehrbedarf bei Kita-Plätzen, sondern gleich der Bau einer neuen Kindertagesstätte sei notwendig, wenn erst einmal das ehemalige Iroplast-Gelände an der Frankfurter Straße bebaut und bezogen sein sollte. Trotz dieser großen finanziellen Auswirkung stimmten Bauausschuss und Ortsbeirat mit großer Mehrheit für den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren. Lediglich FWB-Fraktionsvorsitzender Heil enthielt sich der Stimme, da er nicht auf die Umweltberichte verzichten möchte, die beim beschleunigten Verfahren nicht notwendig sind. Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) versuchte, den Vorbehalt zu entkräften, da es sich einerseits bereits um ein bebautes Areal handelt, anderseits auch beim angestrebten Verfahren Umweltaspekte berücksichtigt werden müssten. Im Fall des Iroplast-Geländes wäre dies so auf jeden Fall die Fledermaus-Population, so Knoke.

Wie berichtet, möchte die zur Dornieden-Gruppe gehörende Vista Reihenhaus GmbH auf der Gewerbebrache in Fertigbauweise etwa 50 Reihen- und 30 Doppelhäuser errichten.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

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