Babenhausen

Geplanter Stellenabbau bei Continental: Gravierende Folgen befürchtet

Etwa 2000 Conti-Mitarbeiter und Unterstützter zogen Ende Oktober durch Babenhausen, um gegen den geplanten Stellenabbau zu demonstrieren. 
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Etwa 2000 Conti-Mitarbeiter und Unterstützter zogen Ende Oktober durch Babenhausen, um gegen den geplanten Stellenabbau zu demonstrieren. 

Für die Stadt Babenhausen hätte der geplante Stellenabbau bei Continental ganz unterschiedliche Folgen – für die Feuerwehr, die Gaststätten und das gesellschaftliche Leben.

  • Babenhausen wäre von Stellenabbau bei Continental stark betroffen
  • Auch die Freiwillige Feuerwehr würde die Konsequenzen spüren
  • Auswirkungen auch auf das gesellschaftliche Leben in Babenhausen

Babenhausen – Etwa 400 Babenhäuser verdienen ihr Geld bei Continental. Im gesamten Landkreis Darmstadt-Dieburg dürften es knapp 1 000 sein. Und aus dem Landkreis Offenbach pendeln zirka 160 Arbeiter tagtäglich in den Norden der Gersprenzstadt. Die Zahlen machen eines sehr deutlich: Babenhausen wäre besonders stark betroffen, wenn die Continental-Unternehmensführung an ihrem Ende September 2019 verkündeten massiven Jobabbau von 2 250 der derzeit 3 700 Stellen festhält.

Geplanter Stellenabbau bei Continental in Babenhausen: Frage nach dem „Warum?“

Die Frage nach den Gründen, dem „Warum?“ beschäftigt viele in der Stadt. Allen voran Bürgermeister Joachim Knoke. In der Vergangenheit habe es regelmäßig Gespräche mit der Standortleitung gegeben. Wie auch nun mit dem neuen Babenhausen-Chef, der seit 1. Januar die Position besetzt. Die Digitalisierung habe dabei immer eine Rolle gespielt, und dass die Stadt Babenhausen gut aufgestellt sei. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass es nun heißt, der digitale Wandel sei verschlafen worden“, so Knoke. Er persönlich habe bei Terminen vor Ort viele digitale Elemente zu sehen bekommen. Er weiß auch, dass andere Unternehmen in der Stadt eng mit Continental zusammenarbeiten, die etwa für die Qualitätsprüfung bei Steckmotoren verantwortlich sind. Auch sie sind betroffen.

Auch Hotellerie in Babenhausen wäre vom Stellenabbau bei Continental betroffen

Im Blick hat Knoke ebenso die Freiwillige Feuerwehr. Ad hoc fallen ihm sechs Babenhäuser Conti-Mitarbeiter ein, die im Alarmfall alles stehen und liegen lassen und zur Feuerwache eilen. Sollte diese zukünftig andernorts arbeiten, würde dies die Tagesalarmstärke deutlich reduzieren. Auch muss Babenhausen mit dem größten Kaufkraftverlust seit dem Abzug der amerikanischen Soldaten vor gut zehn Jahren rechnen. Vor allem die Gaststätten und die Hotellerie wären davon betroffen.

„Die angebotenen Mittagstische werden auch von vielen Conti-Mitarbeitern angenommen“, weiß etwa Gewerbevereinsvorsitzende Silke Kasamas zu berichten. Ebenso gebe es auch durch Continental viele Übernachtungsgäste in der Gersprenzstadt. „Das ist kein Pappenstiel, sollte das alles wegfallen.“ Die Mitgliedsbetriebe des Gewerbevereins jedenfalls werden sich mit den um ihren Arbeitsplatz bangenden Mitarbeitern solidarisch zeigen. Geplant sind unter anderem Schilder in den Schaufenstern.

Weniger Zukunftsperspektiven in Babenhausen durch Stellenabbau bei Continental

Auch auf das gesellschaftliche Leben hat der befürchtete Stellenabbau Auswirkungen. „Die Menschen haben dann einfach andere Sorgen, als sich zum Beispiel in Vereinen zu engagieren“, meint Knoke. Für Andreas Bludau, Vorstandsvorsitzender der SG Rot-Weiss Handballer, jedenfalls hat die ganze Diskussion um Continental eine gesellschaftspolitische Bedeutung. „Wir haben viele Kinder und Jugendliche im Verein. Denen wird auch eine Zukunftsperspektive genommen“, sagt er. Auch deshalb werde Bludau in seinem Vorstand darum werben, im gegründeten Aktionsbündnis mitzumachen und sich mit den betroffenen Bürgern zu solidarisieren.

Von Norman Körtge

Für viele Menschen ist die Corona-Pandemie existenzbedrohend. Schausteller Helmut Fendt aus Babenhausen nennt sie eine „Katastrophe“.

Quelle: op-online.de

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