Neue Chancen für Altes

Babenhausen - Nach und nach will sich die Stadt Babenhausen von einem Teil ihrer Wohngebäude trennen. Vor Jahrzehnten mit Steuermitteln errichtet, wurden sie dann ihrem Schicksal überlassen.

Die meisten dieser Wohnungen bedürfen schon seit langen Jahren der energetischen und baulichen Sanierung; Sanitärbereiche, Fenster, Elektroinstallationen und Heizung müssen erneuert, Wärmedämmung angebracht werden. Da größere Investitionen immer wieder verschoben wurden, zahlen die Mieter zwar geringe Mieten, aber hohe Nebenkosten bei schlechter Wohnqualität.

Vor drei Jahren haben Eigenbetrieb und Stadtverordnete entschieden, Schritt für Schritt über Verkauf oder Sanierung von Liegenschaften zu entscheiden. „Wir sehen im Verkauf neue Chancen für Wohnungen, die den heutigen Standards schon lange nicht mehr genügen. Wohnraum wird dringend benötigt; deshalb sind Private gerne gesehen, die die erforderlichen Investitionen tätigen und sozial verträgliche Mieten gewährleisten“, erläutert Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Der Verkauf von Wohnungen an die seitherigen Mieter sei ebenfalls ein erfolgreicher Weg, Wohnraum zu erhalten und aufzuwerten.

Verkauf der Grundstücke

Als erstes Projekt für 2010 standen die sechs Häuschen in der Heinrich-Heine-Straße auf der Tagesordnung. Diese wurden inzwischen abgerissen, der Verkauf der Grundstücke in die Wege geleitet. Im vergangenen Jahr kauften dann Mieter in der Wilhelmstraße nicht nur ihre Haushälfte, sondern auch das Nachbarhaus, um beide Objekte gemeinsam zu sanieren. Die seitherige Miethöhe war derart gering, dass daraus keine Investitionen finanziert werden konnten.

Ebenfalls 2012 gab es bei den vier städtischen Häusern in der Seligenstädter Straße einen Eigentümerwechsel. Die maroden Gebäude werden nun nacheinander abgerissen und neu aufgebaut.. Dabei wurde vertraglich vereinbart, dass die Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen vermietet werden, mit einem Belegrecht für die Stadt. Die alten Mietverträge blieben bestehen.

Bausubstanz marode

Dies soll nun auch in den beiden Häusern in der Spessartstraße gelingen. Auch hier ist die Bausubstanz marode, eine Grundsanierung unumgänglich – zu teuer für den städtischen Haushalt. Der voraussichtliche Käufer hat die Übernahme der Mietparteien zugesagt.

Die Betriebskommission des Eigenbetriebs hat den Verkauf inzwischen befürwortet, genau so wie die Absicht eines ortsansässigen Reisebüros, sich im ehemaligen Rathaus in Harreshausen zu erweitern. Nachdem die Vereine nun den neuen Treffpunkt „middedrin“ im ehemaligen Feuerwehrgelände nutzen, kann das verwinkelte Fachwerkhäuschen in private Hand übergehen. Dazu und zum Verkauf der beiden Häuser in der Spessartstraße trifft die Stadtverordnetenversammlung Anfang Juli die letzte Entscheidung.  

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st

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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