Eine Meisterleistung

Trotz Sternsingerschwund alle 300 Haushalte besucht

Ein großes Dankeschön bekamen die Sternsinger am Sonntagmorgen im Gottesdienst. Foto: just
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Ein großes Dankeschön bekamen die Sternsinger am Sonntagmorgen im Gottesdienst.

Die Sparkasse und die Volksbank, die Stadtverwaltung, das K+S Seniorenzentrum sowie die Tagespflege von Bethesda stellten am gestrigen Montag die letzten Stationen der Babenhäuser Sternsinger dar.

Babenhausen –  Rund 300 Adressen wurden in der Kernstadt und den Stadtteilen in den letzten Tagen besucht. Dabei brachte man den Segen fürs neue Jahr und sammelte Spenden für bedürftige Kinder in den armen Regionen dieser Welt.

Im Gottesdienst am Sonntagmorgen sprach Pfarrer Christian Dach, der Ferdinand Winter vertrat, den verkleideten Königskindern seinen Dank für ihr Engagement aus. In diesem Jahr kamen laut Claudia Czernek, Gemeindereferentin bei St. Josef, nur zwei Drittel der benötigten kleinen Helfer zusammen. „Trotzdem haben wir soweit alle Adressen hingekriegt“, bilanziert sie. So schaffte eine Gruppe an einem Nachmittag 18 Adressen, was einer Meisterleistung gleichkam. In Hergershausen schlüpfte eine Mutter kurzerhand ins Kostüm, nachdem ein Kind krankheitsbedingt ausfiel. In allen Stadtteilen konnte sich Czernek auf Eltern als Gruppenleiter verlassen. Hier musste sie nur die Ausrüstung, darunter die Kostüme, die Aufkleber „20*C+M+B+20“, die Sammeldosen oder die Adresslisten übergeben.

In Harpertshausen ist Hildegard Mainka seit fast zwei Jahrzehnten als Organisatorin vor Ort dabei. Sie spricht Kinder aus ihrer Nachbarschaft direkt an, ob sie bei den Sternsingern dabei sein wollen. In Hergershausen ist Claudia Dittmann die rechte Hand der Gemeindereferentin. Wie sie sagt, habe man den Familien und Personen, die nicht anwesend waren, einen Brief eingeworfen. Neben einer kleinen Neujahrsbotschaft befänden sich darin der Türaufkleber und ein Überweisungsträger, mit dem sich das Kindermissionswerk in Aachen unterstützen lässt.

Die Babenhäuser Sternsinger grenzen ihr Kommen auf den Tag ein, eine exakte Angabe der Uhrzeit zeigt sich aber aufgrund der Menge an Haushalten als schwierig. Die meisten Kinder und Jugendlichen hatten richtig Spaß an ihrer Tätigkeit – und das nicht nur wegen der Süßigkeiten, die sie traditionell für ihr Erscheinen bekommen. „Einige Leute haben uns geradezu erwartet und sich sehr über das Auftreten der Heiligen aus dem Morgenland gefreut. Das ist natürlich schön zu sehen, wenn man Leute glücklich machen kann“, sagt der elfjährige Benni Kny. Einige Kinder erwiesen sich auf der Tour als besonders aufmerksame Beobachter. So berichtete ein Junge, dass in Harreshausen besonders viel Geld gespendet wird. Dafür würden die Süßigkeiten geringer ausfallen. In Babenhausen sei es genau umgekehrt.

Pro Jahr sammeln die Sternsinger in der Kernstadt und den Stadtteilen fast 5 000 Euro, die an das Kindermissionswerk in Aachen und von dort aus an Kinderhilfsprojekte in der ganzen Welt gehen. In diesem Jahr ist der Libanon das vorrangige Zielland. Wie hoch der Babenhäuser Anteil 2020 genau ausfällt, wird laut Czernek nach dem Abschluss in den nächsten Tagen feststehen. Die ersten Umschläge, die an sie zurückgingen, ergaben bereits, dass die Summe nicht viel geringer ausfällt als die Jahre zuvor.

Von Pfarrer Dach und der Gemeindereferentin gab es im Gottesdienst ein großes Lob an die Sternsinger, dass sie sich in ihrer Freizeit für Gleichaltrige einsetzen, denen es in unterentwickelten Ländern weitaus weniger gut geht. Ein Teil der Babenhäuser Sternsinger war gleich mehrere Tage im Einsatz. Bei längeren Strecken, wie in Hergershausen, dem größten Stadtteil, half der Pfarrbus. „Moderne Könige kommen heutzutage motorisiert. Kamele sind einfach zu selten geworden“, meinte Czernek zum Wandel der Zeit.

VON MICHAEL JUST

Quelle: op-online.de

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