Heute S-Springen und Spanferkelessen

Turniere des Reit- und Fahrverein: 1500 Starts an vier Tagen

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Auf dem Dressurplatz zeigten die Reitern und ihre Pferde ebenfalls ihr Können.

Die Gersprenzstadt wird in diesen Tagen ihrem inoffiziellen Titel als „Stadt der Pferde“ mehr als gerecht – gut 650 Rösser sind hier zuhause.

Babenhausen – Die Babenhäuser Turniertage An der Schwedenschanze bieten viel Programm im Dressurviereck und Springparcours – und jede Menge attraktive, gesellschaftliche Höhepunkte, wie die Reiterparty am Samstagabend. Am heutigen Montag, dem finalen Turniertag mit der populären Springpferdeprüfung Klasse S* mit Stechen, werden wie in den Vorjahren bis zu 2 000 Gäste erwartet.

Der Wirtschaftsausschuss ist gewappnet. Vier Tage lang hat die Crew vielseitige Turniergastronomie serviert – ein Markenzeichen des ausrichtenden Reit- und Fahrvereins Babenhausen (RuF). Ob gefüllte Paprika, Fruchtquark, Handkäs´ oder Spanferkel – hier wird auch in der Küche geklotzt. „250 bis 300 Arbeitseinheiten à vier Stunden“, rechnet Vereinschef Ingo Dries vor. Das ist das Pensum, das die Helfer in der Marathonwoche auf der idyllischen Anlage leisten. Pro Schicht müssen Minimum 30 Helfer am Start sein, um die Veranstaltung zu stemmen, „und einige schaffen das ganze Jahr!“ Ralf Geißler, stellvertretender Vorsitzender des Traditionsvereins, nimmt es mit Humor. 1500 Starts haben die „Macher“ der 41. Sportveranstaltung dieser Art in die vier Tage gepackt – ein außerordentliches Pensum, mit dem sie ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für sich verbuchen. Selbst in Groß-Zimmern, wo Anfang August eine Veranstaltung ähnlicher Größenordnung mit vergleichbarem Leistungsspektrum ausgerichtet wird, ist nach 1400 Nennungen Schluss.

Weil die fein herausgeputzte Anlage weitläufig ist, entzerrt sich am Samstagmittag das Gewusel unterschiedlicher Rösser, die für die Prüfungen warm geritten werden. Dries klettert von seinem angestammten Platz im Richterwagen, um den Ritt von Tochter Daniela Dries (22) mitzuerleben. Die hat Contendro´s Cara Vita gesattelt und will in der Punktespringprüfung Klasse M* vorne dabei sein. Die Parcourschefs Jürgen Laubach und Tobias Hein haben ein besonderes Handicap eingebaut: den Joker, ein luftiges, für Pferde schwer einschätzbares Hindernis, das die kostbaren Punkte zum Sieg einbringt. Die Hannoveranerstute nimmt den fiesen Joker souverän, patzt jedoch an einem weiteren Sprung - die Stange fällt. Der „Fluch der eigenen Anlage“, wie er in Reiterkreisen gefürchtet ist, kostet wertvolle Punkte für einen vorderen Platz. Aufgeregt sei sie wegen des Heimstarts gewesen, erklärt die zierliche Reiterin, die schon mit sechs Jahren erste Turniererfahrungen sammelte. Auf einem der Ponys des Reit- und Fahrvereins, in der Führzügelklasse.

Joker-Sprung: RuF-Mitglied Daniela Dries auf Contendro´s Cara Vita.

Auch diesmal ist ein Teil des Schulpferdekaders am Start. Doro, Kiss und Creamy, die drei Ponydamen tragen ihre Reiter brav durch die Dressurprüfungen. Für viele Jugendliche des Vereins bietet sich die erste Turniererfahrung bei diesem Heimturnier – entsprechend groß ist das Lampenfieber. Auf fünf vereinseigenen Rössern können sich Pferdenarren beim Reit- und Fahrverein die Sporen verdienen oder am Voltigierunterricht, der Abteilung Turnen zu Pferde, mitmachen. Die Tiere sind einige hundert Meter weiter im Reitstall Geißler zuhause, wo sie ein aus Schulpferdesicht, gutes Leben führen. Artgerecht, mit täglichem Auslauf und Koppelgang. Die braven Rösser sind für manchen Pferdenarren der Sprung in die Sportkarriere. „Ich habe damals auf Filli gelernt“, erinnert sich Daniela Dries, die sich inzwischen der nächsten kniffligen Aufgabe stellt: dem M-Stilspringen mit Stechen.

26 Reiter starten an vier Tagen für den gastgebenden Verein. Der hat mit einem Spektrum von 29 Prüfungen vom Einsteigerwettkampf bis zur anspruchsvollen M-Dressur und dem S*-Springen mit Stechen für jede Anspruch etwas im Angebot. „Das ist ein Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport“, erklärt Ingo Dries, „unser zweiter Spagat ist, alles in vier Tagen zu schultern.“  

zah

Quelle: op-online.de

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