800 Euro kostet der Kanalmeter

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Im Sitzungssaal des Rathauses informierten sich die Anlieger über mögliche Kostenbeteiligungen: In der Schwimmbad- und Rhönstraße sowie Am Felsenkeller werden die Kanäle erneuert.

Babenhausen - Sind Rohrleitungen und Kanäle 40 bis 50 Jahre alt, wird es Zeit, dass sie ausgewechselt werden. In der Schwimmbad- und Rhönstraße sowie Am Felsenkeller trifft das zu, so dass sich die Stadt vor geraumer Zeit zur Erneuerung entschlossen hat. Von Michael Just

Ende Januar 2013 wird jene Baufirma die Arbeiten angehen, die schon bald den Zuschlag für das Ausschreibungsverfahren erhält. Am Dienstag waren alle Anlieger zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus geladen, wo unter anderem Heinrich Grimm, Fachbereichsleiter Bau- und Stadtplanung, sowie Christian Heinemann, Leiter Eigenbetrieb Kommunale Dienstleistungen, Auskunft über die anstehenden Arbeiten gaben. Dazu konnten die Anlieger Fragen aller Art stellen.

Während es in der Schwimmbad- und Rhönstraße eine grundhafte Sanierung mit einer komplett neuen Fahrbahndecke gibt, hat die Stadt entschieden, dass der Asphalt Am Felsenkeller noch gut in Schuss ist. Dort sollen nur die aufgerissenen Stellen wieder geschlossen werden. Insgesamt befinden sich 24 Häuser in dem Gebiet. TV-Voruntersuchungen haben ergeben, dass über 80 Prozent der Kanalanschlüsse sanierungsbedürftig sind.

Veranstaltung aus zwei Gründen interessant

Für die Anlieger war die Veranstaltung aus zwei Gründen interessant: Einmal, um zu erfahren, ob ihr Anschluss sanierungsbedürftig ist, und zweitens, um etwas über die Kostenbeteiligung zu erfahren. Zwar gibt es in Babenhausen keine Satzung, die –wie in einigen anderen Kommunen – die Bürger an einer grundhaften Erneuerung beteiligt und damit am Straßenbau. Die Kosten werden aber umgelegt beim sogenannten „Rohrgraben“, damit ist die Verbindung vom Hauptkanal zur Grundstücksgrenze gemeint, und der damit verbundenen Oberflächenherstellung.

Mit Durchschnittslängen der Kanäle von 4,50 Metern dürften mittels Bescheid Kosten von rund 3000 Euro (750 bis 800 Euro pro Meter) auf Hausbesitzer mit maroden Anschlüssen zukommen. Des weiteren entsteht eine Verwaltungsgebühr von 100 Euro. Die genauen Kosten wird den Anliegern ein Vertreter des zuständigen Ingenieurbüros mitteilen, der in den nächsten Tagen Kontakt zu ihnen aufnimmt.

„Wir rechnen eher mit mehr als 3000 Euro“

„Wir rechnen eher mit mehr als 3000 Euro“, sagt ein älteres Ehepaar. Die beiden wollen beim Besuch des Vertreters auf alle Fälle die Kamerabilder sehen. „Wenn die den Handlungsbedarf belegen, werden wir um die Summe nicht herumkommen“, konstatieren sie. Die meisten Babenhäuser erkannten die Notwendigkeit der Arbeiten und akzeptierten ihr „finanzielles Schicksal“.

Nur vereinzelt gab es Kritik: So sagte ein Mann, dass er die Beteiligung am Rohrgraben nicht versteht, wenn der Straßenbelag ohnehin komplett neu gemacht wird. Denn dann liege eine grundhafte Erneuerung vor und damit die Kosten komplett auf Seiten der Stadt. Zu verstehen sei nur die Beteiligung im Felsenkeller, wo lediglich die Baugruben wieder verschlossen werden. An dieser Stelle wurde kritisiert, dass die Arbeiten einen Flickenteppich zurückließen. „Warum wird nicht gleich alles gemacht?“, fragte ein Anwohner.

Ein anderes Thema waren Breitband und dass mit der Rohrsanierung auch gleich die Grundlagen für ein schnelleres Internet geschaffen werden. Wie Bauplaner Grimm sagte, wolle die Stadt die Bemühungen des Landkreises abwarten, der mit den Kommunen Genossenschaften zwecks gemeinsamer Breitbandversorgung anstrebt. Auf alle Fälle wären aber Leerrohre vorgesehen, die jederzeit für eine moderne Internet-Abdeckung genutzt werden könnten.

Quelle: op-online.de

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