Babenhausen

Verzwickte Verkehrslage in Babenhausen: hoffnungsvolles warten auf Teil C

Das Nadelöhr im Babenhäuser Autoverkehr ist und bleibt die Bahnunterführung am Bahnhof. Ob die im Berufsverkehr stark befahrene B26 (im Vordergrund) über eine Ost-, West- oder Südumgehung am sinnvollsten entlastet wird, soll noch berechnet werden.
+
Das Nadelöhr im Babenhäuser Autoverkehr ist und bleibt die Bahnunterführung am Bahnhof.

Der Verkehr in Babenhausen nimmt insbesondere auf den Hauptachsen B26 und L3116 weiter zu. Eine sinnvolle Entlastung wird geprüft.

Babenhausen – Der Verkehr auf den Verkehrshauptachsen – B26 und L3116 – wird bis zum Ende des Jahrzehnts stark zunehmen. Keine überraschende Nachricht, die in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung von der Rodgauer Ingenieurgesellschaft „Habermehl und Follmann“ präsentiert worden ist.

Das Unternehmen ist von der Stadt beauftragt worden, ein „Stadtentwicklungskonzept Mobilität“ zu entwerfen, um eines der dringendsten Probleme Babenhausens anzugehen. Unter Berücksichtigung diverser Faktoren – neben der allgemeinen Zunahme des Fahrzeugverkehrs, auch die durch neue Baugebiete in Babenhausen (etwa Kaserne, Boßwenhain, Michelsbräu-Gelände) und in der Region entstehenden zusätzlichen Verkehre) prognostizieren die Experten eine Zunahme des Babenhäuser Gesamtverkehrsaufkommens um 33 Prozent bis zum Jahr 2030. Bedeutet: Von derzeit 48 500 Fahrten an einem Werktag sollen es zukünftig 64 500 sein.

Babenhausen: Stärkste Verkehrs-Zunahme auf B26

Die stärksten Zunahmen werden demnach auf der B26 (Darmstadt-Aschaffenburg) und eben auf der L3116 (Schaafheim-Babenhausen-Rodgau) erwartet. Die beiden Strecken kreuzen sich in Babenhausen, wobei der L3116-Verkehr für wenige hundert Meter die Bundesstraße nutzt, bevor es durch die Bahnunterführung geht. Dem seit Jahrzehnten bekannten Nadelöhr. Besagter B26-Streckenabschnitt zwischen der Schaafheimer Straße und der Bahnunterführung ist bereits seit Jahren zu den Hauptverkehrszeiten überlastet.

Wie Edwin Mayer, einer der geschäftsführenden Gesellschafter bei „Habermehl und Follmann“, in der knapp zweistündigen Präsentation berichtete, sind die aktuellen Verkehrsdaten 2019 sowohl durch Verkehrszählungen als auch bei durch die Polizei unterstützten Befragungen von Autofahrern (Woher? Wohin? Zweck?) erhoben worden. Mayer hob hervor, dass die gesamte Stadt mit ihren Stadtteilen in das Konzept einfließt und es nicht nur um Auto- und Schwerlastverkehr gehe. Daher wurde auch der Radverkehr und der ÖPNV unter die Lupe genommen.

Verkehr in Babenhausen: Teil C als Hoffnung

Letztere beiden Aspekte auch vor dem Hintergrund, ob ein Verbessern der Radwegeinfrastruktur oder des ÖPNV zu einem Entlasten des Straßenverkehrs führen würden. Nach Bestandsaufnahme und Modellberechnungen (bessere und mehr Radwege, Stadtbuslinie, attraktiverer Zeitplan mit dichteren Takten) lautet das ernüchternde Fazit: Eine Entlastung ist erwartbar, aber das Verkehrsproblem kann damit nicht gelöst werden. Das Entscheidende ist und bleibt der Auto- und Lkw-Verkehr.

Und damit richtet sich der Blick auf den noch nicht fertiggestellten Teil C (Maßnahmen und Studien) des Konzeptes, der Ortsumfahrungen im Osten, Westen und die schon seit Jahrzehnten geforderte Südumgehung prüfen soll. Ebenso einen innerstädtischer Umbau der B26. Im Bauausschuss votierten die Stadtverordneten einstimmig dafür, dass alle sechs Varianten – eine Planfallberechnung kostet exakt 6 128,50 Euro – einfließen sollen.

Bahnunterführung in Babenhausen: Mögliche Variante noch in diesem Jahr

In welche Richtung es nach der Präsentation der Machbarkeitsstudien letztendlich gehen soll, müsse dann die Babenhäuser Lokalpolitik entscheiden, sagte Edwin Meyer abschließend. Vorgestellt werden sollen die möglichen Varianten noch in diesem Jahr. (Norman Körtge)

Die komplizierte Verkehrslage in Babenhausen wirkt an vielen Stellen auch auf Radfahrer aus.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare