Schulung für Senioren

Sicher über die Straße kommen

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Rollatoren helfen Senioren, weiterhin mobil zu bleiben. Doch auch hier gelten bestimmte Regeln. Beim Rollator-Training mit Verkehrsexperten Ralf Drexelius üben die Senioren den sicheren Umgang mit der Gehhilfe. Obwohl viele anfangs skeptisch sind, lernen sie schnell die Vorteile, die das Gehen mit dem Rollator hat.

Babenhausen - Wenn das Laufen zunehmend schwerfällt, sind Rollatoren ein gutes Hilfsmittel, um mobil zu bleiben. Eine Sicherheitsschulung im Umgang mit dem Gefährt bietet Verkehrsexperte Ralf Drexelius. Von Ursula Friedrich 

Innerhalb des Pilotprojekts „Bewegtes Alter“ des Arbeitskreises Interkommunale Seniorenarbeit des Landkreises Darmstadt-Dieburg gastierte der Verkehrsexperte am Montag in Babenhausen.

Anfangs galten sie bei vielen Senioren als „peinlich“ – inzwischen sind sie ein probates Mittel, um trotz Handicap aktiv zu bleiben. Rollatoren parken bei Seniorenveranstaltungen zu Hauf in Reih´ und Glied – sie ermöglichen sichere Mobilität im Alltag und damit ein Stück Lebensqualität. Doch der Umgang will gelernt sein.

„Achten Sie beim Kauf auf Bremsen, Reifen und Reflektoren“, riet Polizeioberkommissar Ralf Drexelius. Auch die Sitzfläche – viele Rollatoren bieten ein recht komfortables Plätzchen zum Rasten – sollte vorm Kauf erprobt werden.

Wie manövriert man den neuen Laufpartner durch den Straßenverkehr, managt Straßenunebenheiten und Bordsteinkanten? Nach der theoretischen Schulung in den Räumen der Emmaus-Gemeinde ging es in die Praxis. Mit einem kleinen Aufwärmprogramm machte Sabrina Lautenschläger, Sport- und Gymnastiklehrerin, die kleine Seniorengruppe fit für das Training. Kurven fahren, bremsen, hinsetzen und mehr wurden unter den wachsamen Augen der Fachleute geübt.

Drexelius tourt dieses Jahr durch den Kreis

„Eigentlich fühle ich mich noch zu jung für so ein Gerät“, gestand Annemarie Schneider (85). „Letztes Jahr bin ich noch Fahrrad gefahren.“ Dem Drängen von Ehemann Richard hatte sie nun doch nachgegeben, die Schulung besucht, und erste Schritte mit dem Rollator unternommen. „Rollatoren sind hip“, machte Drexelius Mut, Hemmungen abzulegen. Um die Nutzung des Geräts zu optimieren, verstellte er die Lenkerhöhe („Sonst kann es Rückenschmerzen geben!“), gab Tipps und fachlichen Rat.

Schließlich, so die Quintessenz der Verkehrsschulung, gibt es im öffentlichen Straßenraum eine ordentliche Mängelliste – da ist die sichere Beherrschung des Rollators unbedingt Voraussetzung. Mangelnde Verkehrsmoral, dichter Verkehr, fehlende Sicherheit für schwache Verkehrsteilnehmer wurden angeführt. „Die Bouxwiller Straße ist hier für mich das Paradebeispiel“, sagte ein Teilnehmer. Querungshilfen gebe es zwar, jedoch zu wenige, „und an der falschen Stelle.“ Wieso es noch nicht genügend Möglichkeiten gäbe, die Straße sicher zu überqueren, läge an mangelnden Mitteln, so die Behörden. Um so wichtiger ist es, die Funktionsweise des Rollators zu beherrschen.

Wer Einstiegshilfe benötigt, ist beim Verkehrsexperten richtig. „Günstige Rollatoren gibt es bereits ab 70 Euro“, sagte Ralf Drexelius, „inzwischen wird die Anschaffung auch von den Krankenkassen bezuschusst.“

Mit seinem Schulungsprogramm will der Verkehrsexperte in diesem Jahr durch den Landkreis touren.

Buchungsanfragen an Ralf Drexelius über Kontakt@jvs-dieburg.de

Quelle: op-online.de

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