Erfolgreicher Blutspendetermin in der Stadthalle

Babenhausen: „So viele wie noch nie“ - Blutspende während Corona

Babenhausen: Temperatur messen gehört nun zu den Standards vor der Blutspende während Corona.

„So viele Spender hatten wir noch nie“, freute sich der Babenhäuser DRK-Vorsitzende Helmut Fendt mit Blick in die Stadthalle, wo erstmals eine Blutspende unter Corona-Bedingungen, also mit verschärften Hygienemaßnahmen und einer obligatorischen Voranmeldung, stattfand. 

„143 Spendenwillige haben sich im Vorfeld beim Blutspendedienst online angemeldet. Sonst haben wir in Babenhausen im Durchschnitt immer um die 100 Leute. Wahrscheinlich sind heute auch Spender aus einem weiteren Umfeld dabei“.

Das Erfreuliche nach dem Termin: Bis auf eine Handvoll Leute sind tatsächlich auch alle gekommen, die sich angemeldet hatten. Und für die paar, die nicht aufgetaucht sind, durften Spender einspringen, die es versäumt hatten, sich anzumelden und trotzdem vorbeikamen. Alles in allem fanden sich 144 Spendenwillige ein, von denen vier aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht spenden durften. „Es war kein Corona-Fall dabei“, sagte Fendt.

Unter den 140 Freiwilligen, die schließlich auf den Liegen Platz nahmen und ihren Lebenssaft spendeten, waren auch neun Erstspender.

Für die DRK-Seite war dieser Termin in Ausnahmezeiten ein großer Erfolg und auch die Bürger, die zum Spenden kamen, hatten nichts zu meckern. Denn die Abläufe, die sich nur minimal vom üblichen Prozedere unterschieden, klappten gut. Sonst immer mal entstehende Wartezeiten entfielen fast komplett oder waren stark reduziert durch den vorgegebenen Takt aus der Online-Terminvergabe. Jeder, der sich anmeldet, bekommt eine Uhrzeit zugewiesen. „Die Leute sind zufrieden mit dem Ablauf. Die Terminreservierung kommt gut an“, sagte Doreen Veble vom Blutspendedienst.

In Babenhausen war der letzte Blutspendetermin turnusgemäß im März. Es habe durchgehend, auch in den zurückliegenden Wochen, an verschiedenen Orten Gelegenheit zum Blutspenden gegeben. Eine Zeit lang ein bisschen seltener, manch kleinerer Termin sei ausgefallen. Aber jetzt laufe es wieder richtig an, sagten die DRKler. Eine wichtige Voraussetzung sei allerdings, dass die Hallen oder anderen Räume groß genug seien. Ein Imbiss wurde nach dem Aderlass nicht gereicht, aber kleine Geschenktüten mit Süßigkeiten durften die Spender mitnehmen.

Ein Problem für den Ortsverein, der die Blutspenden immer gemeinsam mit dem Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen durchführt, ist der hohe Altersdurchschnitt der örtlichen Helfer. Vom Vorsitzenden Helmut Fendt abgesehen gehören sie mit über 65 Jahren zur Risikogruppe und mussten deshalb zuhause bleiben. Was den Damen, die sonst den Imbiss vorbereiten, gar nicht gefiel, wie Fendt erzählte: „Die hätten gerne wieder die Brötchen geschmiert“.

Das wirft ein Schlaglicht auf ein – nicht nur beim DRK Babenhausen – bestehendes Dilemma. „Ich bin mit meinen 64 Jahren der jüngste von den Alten“, sagte Fendt mit Galgenhumor, denn die Überalterung seines Ortsvereins macht ihm Sorgen. Ein im März von ihm gestarteter Aufruf habe lediglich einen weiteren Helfer zur Gruppe geführt. Deshalb wirbt er auch weiterhin um neue und vor allem jüngere Mitglieder, die aktiv dabei sein wollen.

Beim Spendentermin unter Corona-Bedingungen konnte sich Fendt auf die Unterstützung verschiedener Ortsvereine aus der Umgebung verlassen. Beispielsweise aus Klein-Umstadt, Mosbach und Reinheim waren Helfer dazugestoßen. Maike Velten vom Ortsverein Kleestadt erwartete die angemeldeten Spendenwilligen am Eingang der Stadthalle mit einem Fieberthermometer, überwachte das Desinfizieren der Hände und verteilte sterilen Mundschutz. Der eigene, selbst mitgebrachte sollte in der Tasche bleiben. Für die junge DRKlerin war es keine Frage, in Babenhausen dabei zu sein: „Das ist doch selbstverständlich, dass wir uns hier in der Region gegenseitig unterstützen. Viele unserer Helfer gehören zur Risikogruppe“. Die Spendenwilligen, darunter der Groß-Umstädter Bernhard Füßler, fühlten sich nach eigenen Angaben sicher bei der Blutspende und auch die Online-Anmeldung sei kein Problem gewesen, „obwohl ich ja auch schon älter bin“, sagt er. Er gehe alle Vierteljahr zum Blut spenden, erzählte er. Auch in Corona-Zeiten.

Nächster Termin

Am Donnerstag, 10. September, in der Babenhäuser Stadthalle. Anmeldung unter blutspende.de.

VON PETRA GRIMM

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare