Qualifizierungszentrum

Stadt fährt auf VW ab

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Das Qualifizierungszentrum liegt an der B26 in Nachbarschaft zum China-Restaurant (linker Bildrand). Der eigentliche Baukörper ist in kräftigem Orange dargestellt. Rund um das Zentrum liegen Zufahrtstraße und Parkplätze. Auf der rückwärtigen Seite hin zur Wohnbebauung an der Friedrich-Ebert-Straße ist noch Platz für Häuser.  

Babenhausen - Es ist eine große Sache für die Stadt, und die politisch Verantwortlichen ziehen an einem Strang: Der Autobauer VW will ein Ausbildungszentrum auf einer Teilfläche des Bruchborns an der B 26 östlich des China-Restaurants errichten. Von Stefan Scharkopf 

Es wird damit gerechnet, dass bis zu 4 800 Personen pro Jahr das Qualifizierungszentrum in Anspruch nehmen – für den Babenhäuser Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie eine klasse Sache. Am Donnerstag haben die Stadtverordneten ob der Chancen für die Stadt auch nicht viel Federlesens gemacht und der Aufstellung eines Bebauungsplans, der im beschleunigten Verfahren behandelt wird, unisono zugestimmt. Bereits im Dezember 2013 hatten die Stadtverordneten dem Verkauf von etwa 10.000 Quadratmetern zugestimmt. Für einen amtlich festgelegten Bodenrichtwert von 90 Euro pro Quadratmeter wird das Areal veräußert.

Sind alle Formalitäten erledigt, soll es Schlag auf Schlag gehen: Weil der Bruchborn in einer Senke liegt, wird bereits im Juni/Juli mit der Auffüllung des Geländes mit schadstofffreiem Material begonnen, um auf Straßenniveau zu kommen. Die Erschließungsstraße soll bis Oktober fertig sein. Parallel dazu geht es auch an die Erschließung des Geländes gegenüber auf der nördlichen Seite der B 26. Neben dem Bau von VW ist auf dem rückwärtigen Teil noch Platz für acht Einzelbauplätze á 400 Quadratmeter.

Zwölf bundesweit verteilten Qualifizierungszentren

So könnte es aussehen. Das Bild zeigt eine Einrichtung gleicher Bauart an einem anderen Ort.

Die Wolfsburger Autobauer wollen sukzessive ihre zwölf bundesweit verteilten Qualifizierungszentren durch Neubauten ersetzen; eines davon eben in Babenhausen. Die Einrichtung dient ausschließlich der Funktion, das Personal der Händler und Werkstätten bestmöglich mit dem aktuellen Wissensstand zu versorgen. Je nach Inhalt der Schulung kommen die Teilnehmer dabei schwerpunktmäßig aus der Region oder auch dem gesamten Bundesgebiet, wie es im Bebauungsplan dazu heißt. Die Bandbreite der Schulungen wird von Wartung und Instandsetzung über nicht-technische sowie IT-Qualifizierungen reichen. Die Ausstattung mit Trainings-Fahrzeugen und -Aggregaten wechselt und wird der jeweils aktuellen Pkw- und Nutzfahrzeug-Modellpalette angepasst.

Das rund 100 Meter lange, 35 Meter breite und acht Meter hohe Gebäude verfügt über eine Bruttogeschossfläche von rund 4 200 Quadratmetern. Bei Architektur und Gebäudekonzeption wird nicht nur auf einen optimalen Trainingsbetrieb, sondern auch auf eine ökologische Ausrichtung geachtet – effiziente Raumaufteilung mit viel Tageslicht und optimierte Energiebilanz. Das Erscheinungsbild nach außen setzt auf Glas und Holz. Der Mittelgang des Gebäudes wird als Multifunktionsfläche auch für die Bewegung der Fahrzeuge ausgelegt. Von ihm zweigen sieben Trainingseinheiten ab, die alle über Raum für drei Schulungsfahrzeuge verfügen. Maßgebliche Ausstattungselemente werden jeweils eine bodeneben eingebaute Hebebühne und Anschlüsse an die Abgasabsauganlage sowie die Druckluftversorgung sein. Eine weitere Trainingseinheit mit eigenem Luftkreislauf zur Filterung und Konditionierung der Raum- und Außenluft, der vom Nebenraum gesteuert wird, ist speziell für Lackschulungen vorgesehen. Ein Obergeschoss wird nur teilweise errichtet. Dort, so heißt es weiter im Plan, befinden sich zwei weitere Schulungsräume, in denen EDV-orientierte, betriebswirtschaftliche und kundenorientierte Schulungen stattfinden werden.

Jeweils bis zu zwölf Mitarbeiter pro Raum werden künftig weitergebildet – in Kursen von zwei bis fünf Tagen. Neben den Ausbildungsräumen befinden sich der Entréebereich und eine Versorgungseinheit im Gebäude. Mit der Bewirtschaftung soll ein Cateringunternehmen beauftragt werden, das die Belegschaft am Vormittag und Mittag versorgt. Für weitergehende Wünsche – und da kommt die Stadt ins Spiel – werden die Besucher Gastronomie und Übernachtungsbetriebe vor Ort in Anspruch nehmen. Im VW-Zentrum sollen nach Konzernangaben zwölf bis 15 Mitarbeiter beschäftigt sein, um den Betrieb zu betreuen. 156 Parkplätze werden angelegt.

Quelle: op-online.de

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