Weltladen lädt zu „Frühstück uff de Gass’“

Erfolg basiert auf Team von 27 Frauen: Frühstück für soziale Projekte

Gut angenommen wird stets das „Frühstück uff de Gass’“ des Weltladens in der Fahrstraße. Foto: Petra Grimm

Für Samstagvormittag hat das Weltladen-Team in der bundesweiten Fairen Woche in Babenhausen zum traditionellen „Frühstück uff de Gass’“ eingeladen.

Babenhausen – Nicht nur mit diversen Brotaufstrichen, Kaffee und Tee, sondern auch mit einer dampfenden Süßkartoffel-Erdnuss-Suppe, wie sie in Südamerika gegessen wird, und einer indischen Reis-Gemüse-Pfanne begaben sich die Zungen und Geschmacksnerven der Gäste auf eine kleine, kulinarische Weltreise.

Für Samstagvormittag hatte das Weltladen-Team in der bundesweiten Fairen Woche zum traditionellen „Frühstück uff de Gass’“ eingeladen und die Gäste hatten dabei nicht nur die Möglichkeit, fair gehandelte Leckerei zu kosten, sondern auch im breiten Sortiment zu stöbern. .

Neben Lebensmitteln bietet der Laden in der Bummelgasse auch Kunsthandwerk und Gebrauchsgegenstände. Zudem findet man Geschenkartikel aus allen Kontinenten, von Tüchern über Taschen und Portemonnaies, Silberschmuck aus Mexiko bis zu Kinderspielzeug.

„Etwa Zweidrittel des Umsatzes werden aber noch immer mit Lebensmitteln gemacht“, sagte Helga Heintzenberg. Sie war über 25 Jahre die Vorsitzende des „Vereins zur Förderung des Verständnisses der einen Welt“, der den Laden managt. Bei den Vorstandswahlen im Mai hatte sie ihren Posten zur Verfügung gestellt und Ruth Selzer-Breuninger übernahm das Amt. Als zweite Vorsitzende wurde Marga Jonas wieder gewählt. Als Beisitzerinnen engagieren sich Hanne Marschall, Renate Mertens, Gisela Willand und Beate Klotz-Reichel.

Im Gegensatz zum Eppertshäuser Weltladen, der seine Pforten, wie berichtet, schließen wird, läuft das Babenhäuser Geschäft gut und erwirtschaftet sogar einen Überschuss. „Der wird an verschiedene Projekte gespendet. Wir unterstützen schwerpunktmäßig und mit einem festen Betrag seit vielen Jahren die gemeinnützige Gesundheitsorganisation CSRA in Bolivien, die sich für die medizinische Versorgung der ärmeren Landbevölkerung des Andenstaates, vornehmlich Indios, einsetzt“, sagte Heintzenberg. Wenn mehr übrig bleibt, gehen Spenden beispielsweise an die Opfer von Umweltkatastrophen.

Der Erfolg des Ladens ist sicher auf das große und vor allem lang anhaltende Engagement des 25-köpfigen Frauenteams zurückzuführen, das den Laden seit fast 27 Jahren ehrenamtlich betreibt. Die meisten Helferinnen sind seit der ersten Stunde dabei. So auch die neue Vorsitzende Ruth Selzer-Breuninger, der es wichtig ist, das Team zu vergrößern und vor allem auch zu verjüngen. „Vor 26 Jahren hätten wir niemals gedacht, dass wir unseren Laden so lange würden halten können. Um seine Zukunft zu sichern ist es wichtig, sukzessive neue Mitarbeiter zu gewinnen. Das ist die Herausforderung, vor der wir stehen. Wir freuen uns auf jeden der Lust hat, an unseren sozialen Projekten und unserer Arbeit im Laden mitzuwirken. Uns leitet die Idee der Weltläden, zu deren Dachverband auch wir gehören, den produzierenden Menschen in den ärmeren Ländern einen Preis für ihre Produkte zu zahlen, von dem sie auch leben können. Das ist uns wichtig in einer Welt, in der das Preisdumping regiert.“

Eins zeichnet den Babenhäuser Laden auch aus. Er hat bei der Zusammenstellung seines Sortiments sein Ohr am Puls der Zeit. „Wir müssen marktorientiert arbeiten, schließlich werden wir vom Finanzamt wie ein ganz normaler Betrieb behandelt“, sagte Heintzenberg. So liege das Bambus-Geschirr, das aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wird und für Kleinkinder geeignet sei, im Trend. Schließlich wolle man so weit wie möglich auf Plastik verzichten.

Und auch das Produkt des Monats, das aus Südafrika kommt, findet Käufer. Das so genannte Sonnenglas mit einem LED-Licht sieht aus wie ein normales Einmach-Glas mit dekorativen Blüten. Der Clou ist, dass es sich über den Tag im Sonnenlicht auflädt und nachts dann ohne weitere Stromzufuhr leuchtet.

„Das benutzen die Menschen in Südafrika, wenn es dunkel ist, selbst als Lichtquelle“, erklärte Heintzenberg, die den Deckel des Sonnenglases abschraubt und auf eine kleine Öffnung zeigt: „Hier kann man außerdem sein Handy aufladen“.

VON PETRA GRIMM

Quelle: op-online.de

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