Abriss nicht zum Nulltarif

Zwei Brücken werden demontiert: Neubau der Westring-Querung

Die Brücke über die Gersprenz am Nieder-Röder-Weg bei Sickenhofen gehört zu den Bauwerken, die ersatzlos abgerissen werden. Fotos:Körtge
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Die Brücke über die Gersprenz am Nieder-Röder-Weg bei Sickenhofen gehört zu den Bauwerken, die ersatzlos abgerissen werden.

Sie gehören zu den Dauerthemen im Bau-Fachbereich, im Magistrat und letztendlich auch im Stadtparlament: die maroden Brücken im Stadtgebiet. 77 Querungen über die zahlreichen Fließgewässer gibt es.

Babenhausen – Um Kosten zu sparen, haben die Lokalpolitiker beschlossen, sieben Brücken ersatzlos abzureißen, wenn sie nicht mehr gefahrlos genutzt werden können. Aber auch das ist nicht zum Nulltarif zu haben. Jeweils rund 70 000 Euro sind für den Rückbau von zwei Gersprenzbrücken veranschlagt, für die die Stadt entweder bereits die notwendige wasserrechtliche Genehmigung erhalten beziehungsweise beantragt hat, wie Bürgermeister Joachim Knoke in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung berichtete.

Gemeint ist ein Bauwerk zwischen Harreshausen und Stockstadt, das schon seit Längerem komplett gesperrt ist. Auch am Nieder-Röder-Weg bei Sickenhofen sind die Tage einer Brücke gezählt, über die zuletzt nur noch Fußgänger und Radfahrer durften. Derzeit ist sie wegen der am Wegesrand stehenden, nicht mehr verkehrssicheren Bäume, komplett gesperrt. Wann die Brücken abgerissen werden, hänge letztendlich auch davon ab, wann es einen genehmigten Haushalt gibt und ob dann aus Zeitgründen (Wasserrecht) ein Abriss überhaupt erfolgen darf, heißt es aus dem Bauamt.

Bereits abgebaut worden ist der Holzsteg an der Bachstraße über den Richer Bach in Sickenhofen. Abgerissen werden sollen auch eine Richer-Bach-Querung in Hergershausen, zwei bereits gesperrte Fußgängerstege über den Schüttgraben in Langstadt und eine Wirtschaftswegbrücke über den Semmbach in Hergershausen.

Über die Lache führt die Westringbrücke, die in diesem Jahr neu gebaut werden soll.

Ebenfalls abgerissen, aber dann auch wieder neu errichtet, wird die in die Jahre gekommene Stahlbetonbrücke im Westring über die Lache. „Der Neubau ist beauftragt worden“, berichtet Knoke aus dem Magistrat. Bereits im November 2018 hatten die Stadtverordneten den entsprechenden Beschluss dazu gefasst. Kostenpunkt: Zirka 610 000 Euro. Demnächst soll der genaue Zeitplan für die in diesem Jahr stattfindenden Bauarbeiten bekannt gegeben werden.

Wie groß der Investitionsstau bei den Brückenbauwerken ist, geht aus einem 2019 erstellten Prioritätenverzeichnis eines Ingenieurbüros hervor. Für Neubauten, Sanierungen und Reparaturen wird eine Summe von 12,2 Millionen Euro genannt.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

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