Babenhausens Brauerei

Michelsbräu hat weniger Bier verkauft

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Unter anderem wegen des schlechten Wetters haben die Brauereien 2017 weniger Bier abgesetzt.

Wiesbaden/Babenhausen - Deutsches Bier läuft nicht mehr so – auch teils in der Region. Im vergangenen Jahr haben die deutschen Brauereien und Bierlager so wenig Bier abgesetzt wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Die Brauereien reagieren darauf mit immer neuen Produkten und möglicherweise auch mit Preiserhöhungen. Nach drei vergleichsweise stabilen Jahren sackte der Gesamtabsatz 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 93,5 Millionen Hektoliter ab, wie das Statistische Bundesamt gestern Branchenschätzungen bestätigte.

„Wir liegen im Bundestrend“, sagte der Geschäftsführer von Michelsbräu, Reiner Strohfuß, dieser Zeitung in Babenhausen. Im vergangenen Jahr habe seine Privatbrauerei etwa 20 000 Hektoliter Bier verkauft, zwei Prozent weniger als 2016. Einen Grund für die Entwicklung sieht Strohfuß darin, dass junge Leute nicht mehr ausschließlich Bier trinken. Er zeigte sich dennoch optimistisch für das laufende Jahr. Schließlich seien die Verbraucher sensibilisiert für regionale Produkte.

Anders als in den Vorjahren konnte dieses Mal in Deutschland auch der Export den sinkenden Bierdurst im Inland nicht ausgleichen. Stattdessen gaben die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU und nach Übersee mit einem Minus von 4,1 Prozent besonders stark nach. Als Grund nennt der Brauerbund „eine gewisse Marktsättigung“ in China, viele andere Märkte liefen deutlich besser. Langfristig hat die steigende Nachfrage im Ausland den deutschen Brauereien aber hübsche Zusatzgeschäfte beschert: Seit 1993 hat sich der Bierexport inklusive der EU deutlich mehr als verdoppelt (+135 Prozent), während der Inlandsabsatz in dieser Spanne um mehr als ein Viertel (-26,6 Prozent) zurückgegangen ist.

Als Gründe für das maue Bierjahr 2017 nennt der Brauerbund neben der allgemeinen demografischen Entwicklung – ältere Leute trinken weniger Bier – das schlechte Wetter im verregneten Sommer 2017. Strohfuß aus Babenhausen schließt dieser Einschätzung an. Im laufenden Jahr soll eine aus deutscher Sicht möglichst erfolgreiche Fußball-WM den Bierdurst der Fans steigern, hofft Brauer-Präsident Jörg Lehmann.

Bilder vom Rathaussturm in Babenhausen

Nach Einschätzung der Veltins-Brauerei kann eine gute WM rund eine Million Hektoliter zusätzlichen Absatz bringen, ein gutes Prozent der gesamten Absatzmenge. „Wir wissen, dass die WM das große Bier-Ereignis in Deutschland ist“, sagte Veltins-Chef Michael Huber.

Regelmäßige Marktstudien des Fachmagazins „Inside“ zeigen die Probleme der großen, häufig mit TV-Spots beworbenen Bier-Marken. Unter den Top-10 konnten im vergangenen Jahr lediglich der Marktführer Krombacher, Veltins und die exportstarke Paulaner-Brauerei gegen den Markt wachsen, während Marken wie Warsteiner und Hasseröder teils dramatische Absatzrückgänge verzeichneten. (dpa/ku)

Quelle: op-online.de

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