Babenhausens Superschmöker gesucht

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Natascha Romero (Mitte) hat den Logowettbewerb für das Büchercasting gewonnen.

Babenhausen - Schwimmbad, Eis essen, Schwimmbad, Eis essen, Schwimmbad und zwischendrin Pommes essen. Die Schulbücher liegen derweil irgendwo weit weg in der Ecke. So ungefähr läuft das reguläre Sommerferienprogramm zu Hause ab. Doch dieses Jahr ist alles anders: Da steht BSDS an. Von Kathrin Rosendorff

Das ist kein Abklatsch von DSDS und auch Dieter Bohlen wird in Babenhausen nicht seine Lästersprüche loslassen. BSDS heißt übersetzt „Babenhausen sucht den Superschmöker“. Die Idee des ersten Babenhäuser Büchercastings ist einfach: Alle Schüler zwischen zehn und 15 Jahren können ab dem 9. Juli aus 50 brandneuen Jugend-Buchtiteln wählen.

Von jedem Titel gibt es vier Exemplare. Jeder bekommt bei Anmeldung (ab 2. Juli) einen BSDS-Ausweis und ein Lese-Logbuch „die Schmökerliste“. „Dort können die Jugendlichen ihre Buchtitel eintragen“, erklärt die Leiterin der Stadtbücherei, Ulrike Barysch. Die Bücher bekommen dann von den Schülern Noten verpasst. „Humor, Spannung, Freundschaft und Inhalt werden bewertet“, sagt Barysch. Damit keiner bei der Bewertung mogeln kann und auch nicht bei der Anzahl der Bücher, die er gelesen hat, gibt es bei jeder Rückgabe ein kleines Quiz.

Das erfordert ein fleißiges „Vor“-Lesen. „Mein Team und ich sind jetzt schon eifrig am Lesen, damit wir auch die richtigen Fragen stellen können“, sagt Barysch und lacht. Sie hatte die Idee zum Büchercasting. „In Nordrhein-Westfalen gibt es schon länger so ein Leseprojekt, das nennt sich ‚Sommerleseclub‘ und da dachte ich, das wäre doch auch was für Babenhausen“, erzählt Bayrsch. Sie betont, dass sie trotz Computerspiel-Zeiten eine sehr gute Anzahl an Jugendbuchausleihen zu verzeichnen hätten. „Ich hoffe, dass das Projekt auch gut ankommt“, sagt sie. Außerdem hofft sie, so zu erfahren, welche Buchtitel die Jugendlichen am liebsten lesen – mehr Teenieromanzen wie „Sommersprossen-Kussgewitter“, oder Thriller wie das „Dornröschengift“. Gesponsert wurden die Bücher zur Hälfte von der Wirtschaftsförderung der Stadt, zur anderen von der Offenen Schule. Am Ende des Sommers gibt es eine Top-Ten-Liste. „Aus diesen zehn Lieblings-Titeln sollen drei ausgesucht werden.“ Das erledigt dann die BSDS-Jury. „Aus all den BSDS-Teilnehmern werden die fünf eingeladen, die die meisten Bücher gelesen haben“, führt Ulrike Bayrsch aus. Zur Belohnung gibt es am Ende eine Abschlussparty (29. August). „Und alle, die mehr als drei Bücher gelesen haben, bekommen dort eine Urkunde“, sagt die Stadtbücherei-Leiterin.

Auch eine Art Urkunde hat die 16-jährige Natascha Romero, die die Offenen Schule besucht, bekommen. Aber nicht etwa als Entlohnung fürs fleißige Lesen. Natascha hat das Logo für „Babenhausen sucht den Superstar“ im Kunstunterricht selbst entworfen.

Auf dem BSDS-Plakat zu sehen ist ein Männchen mit großem Zylinder, Lesebrille und Schnurrbart, das hinter einem großem Buch hervorlugt. „Lesen ist nicht so mein Ding“, winkt Natascha ab. 50 Euro gab es für ihren hübschen Entwurf. Das Geld wird dann wohl eher nicht etwa in den nächsten Roman der Vampir-Liebesgeschichte Twilight fließen.

Quelle: op-online.de

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