Bachgauschule in Babenhausen

Kulturprofil soll ausgebaut werden

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Die Bachgauschule in Babenhausen hat ein neues Gesicht: Nachdem der Posten zeitweilig nicht besetzt war, ist nun Christina Martini-Appel  die neue Schulleiterin  am Oberstufengymnasium. Wie es dazu kam und was sie an der Schule bewegen will, verriet sie uns im Gespräch. Die neue Direktorin Christina Martini-Appel.

Babenhausen - Schon als Kind mochte es Christina Martini-Appel, mit Kreide auf eine Tafel zu schreiben. Das allein war aber natürlich nicht der Grund, weshalb sie sich zum Lehramts-Studium entschloss. Von Corinna Hiss

Seit knapp einem Monat ist sie nun die neue Direktorin der Bachgauschule in Babenhausen und hat sich damit ihren Wunschberuf erfüllt. „Ich wollte schon immer einmal Schulleiterin werden“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die 51-Jährige verbrachte ihre Kindheit in Berlin-Charlottenburg. Erst durch den Umzug der Eltern nach Heidelberg verschlug es sie nach Süddeutschland. Seitdem sie in Darmstadt angefangen hatte, Politikwissenschaft und Biologie auf Lehramt zu studieren, ist sie aber in Hessen fest verwurzelt.

„Viele finden meine Fächerkombination ungewöhnlich“, gibt sie zu, „aber durch das Studium wollte ich meine Denkweise in mehreren Bereichen erweitern.“ In der Schule haben ihr alle Fächer gefallen, daher wollte sie sich sowohl im naturwissenschaftlichen als auch im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich ausbilden.

Den Wunsch, Lehrerin zu sein, hegte sie schon früh. „Ich stellte es mir schön vor, mit jungen Leuten zu arbeiten, außerdem kann ich gut erklären“, ist Christina Martini-Appel überzeugt. Zudem weiß sie, dass sich ihre außergewöhnliche Fächerkombination in keinem Beruf so leicht vereinbaren lasse, wie an der Schule.

Eine kleine Glaubenskrise

Eine kleine Glaubenskrise hatte sie während des Studiums in Darmstadt dann doch. Aus Angst, als Lehrer beruflich nicht Fuß fassen zu können – schon damals waren Referendariatsplätze Mangelware – brach die gebürtige Berlinerin das Studium ab. Nach neun Semestern entschloss sie sich kurzerhand um: Humanmedizin studieren und Ärztin werden war ihr Plan B. Rückblickend kann Christina Martini-Appel sagen, dass es eine gute Entscheidung war, die Humanmedizin doch wieder an den Nagel zu hängen und zum Lehramt zurückzufinden. Beruflich hat es bis jetzt auch reibungslos geklappt: Nach dem Studium bekam sie das Referendariat an der Georg-Büchner-Schule in Darmstadt. Zuletzt hat sie an der Musterschule in Frankfurt unterrichtet. Dort war sie auch Fachbereichsleiterin für die Gesellschaftswissenschaften.

Die Zeit am Gymnasium in einer Großstadt wie Frankfurt empfindet sie als lehrreich. „Stadtkindern wird in der Schule leider mehr geboten als Kindern aus ländlicheren Regionen“, bedauert Christina Martini-Appel, die mit ihrem Mann in Ober-Ramstadt wohnt und vorher immer nach Frankfurt gependelt ist. So habe der Hessische Rundfunk öfter Projekte in der Schule begleitet. „In den Medien werden meist nur Schulen aus den Städten gezeigt, dabei haben Schulen wie hier in Babenhausen auch viel zu bieten“, findet sie.

Für freie Stelle der Direktorin beworben 

Gerade die Bachgauschule sticht mit ihrem Kulturprofil hervor. Das, und die Nähe zum Wohnort, sei auch der Grund gewesen, sich auf die freie Stelle der Direktorin zu bewerben. „Durch das Kulturprofil besuchen unsere Schüler oft Theatervorstellungen oder Kunstausstellungen“, beschreibt die Schulleiterin. „Dazu können sie Kurse in Filmanalyse, Kunstgeschichte, Texten oder Singen belegen.“ Selbst kunstinteressiert, liegt es Christina Martini-Appel am Herzen, das besondere Profil des Oberstufengymnasiums weiter auszubauen. „Mein Wunsch ist es, hier einmal ‘Jugend debattiert’ zu veranstalten“, sagt sie.

Als Direktorin hat die 51-Jährige nun andere Aufgaben als vorher. So käme das Unterrichten zweifelsohne zu kurz. Dafür erschließen sich ihr aber ganz andere, neue Aufgaben. „Jetzt habe ich die Personalverantwortung über das Lehrerkollegium. Die Arbeiten sind zwar eher im administrativen Bereich, aber trotzdem unglaublich vielseitig“, schwärmt sie. Klar gäbe es auch mal stressige Momente, gibt sie zu, aber das Schöne überwiege. „Jeder Tag ist anders und birgt neue Herausforderungen, das finde ich so spannend“, sagt sie und dabei sieht man ihr an, dass sie ihre Arbeit wirklich mit Leidenschaft ausübt. Freizeit bliebe zwar nicht viel, aber die wenige nutze sie zum Lesen, Spazierengehen oder im Garten werkeln. Als Direktorin muss sie Eltern, Lehrer und Schüler vereinen – eine Aufgabe, die nicht immer leicht ist und bei der es oft zu Konflikten kommt. Dabei hat sie aber immer ein Ziel vor Augen: „Gemeinsam werden wir an der Weiterentwicklung der Bachgauschule arbeiten. Meine Tür steht allen immer offen, jeder kann seine Ideen dazu vortragen.“

Quelle: op-online.de

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