Bachgauschule

Nur die Lehrer müssen arbeiten

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Die Bachgauschule will ihre Schüler fit für das Abitur machen. Deshalb treffen sich die Lehrer zu einem Pädagogischen Tag. Und die Schüler haben frei.

Babenhausen - Die Schüler, die die Bachgauschule in Babenhausen besuchen, haben oft unterschiedlichste Schullaufbahnen hinter sich. Sie kommen aus Hessen oder aus Bayern, von G8- oder Realschulen. Und dennoch haben sie am Oberstufengymnasium ein gemeinsames Ziel: das Abitur.

Wie eine Schule dafür die besten Voraussetzungen schafft, diese Frage stellt sich für wohl jede Schule. Fördermaßnahmen wie zusätzliche Kurse in Mathematik oder zur Stärkung der Rechtschreibung in Deutsch gehören mittlerweile zum Alltag – auch an der Bachgauschule. Trotzdem gibt es noch Handlungsbedarf. „Wir wollen alle Schüler individuell fördern und haben dazu einen Pädagogischen Tag veranstaltet“, erklärte Michael Gremler aus dem Lehrerkollegium. Mit positivem Effekt für die Schüler: Sie durften sich am Donnerstag über einen schulfreien Tag freuen, während die Lehrer einen ganzen Tag mit der Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen verbrachten.

Auf den sonst von Schülern benutzen Tischen stapelten sich Bücher, Hefte und andere Unterrichtsmaterialien. Es wurde gesichtet, ausgewählt, neu geordnet. Am Ende standen Vorschläge der einzelnen Fachgruppen für eine Förderung, die jedem einzelnen Schüler gerecht werden soll. Besonders wichtig wird dabei die Förderung in den Fächern Mathematik, Englisch und Biologie eingeschätzt. In Mathe muss jeder hessische Abiturient eine Prüfung ablegen. Allein schon aus diesem Grund ergibt sich die Notwendigkeit, alle Schüler so zu unterstützen, dass sie möglichst gute Voraussetzungen haben.

Zudem werden an der Bachgauschule die Fächer Englisch und Biologie häufig als Leistungskurse gewählt. Deshalb erhalten diese Fächer eine sogenannte Kompensationsstunde, durch die die Schüler besonders gut auf die Anforderungen eines Leistungskurses vorbereitet werden. Die Lehrkräfte dieser Fächer hatten beim Pädagogischen Tag den Auftrag, detaillierte Pläne für die zusätzlichen Stunden zu erarbeiten. Dabei kam heraus, dass mehr auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Kinder und Jugendlichen geachtet werden müsse. Aber: Wie können diese überhaupt festgestellt werden? „Zu Beginn des Schuljahres wollen wir den Kenntnisstand der Schüler ermitteln“, erklärte Christa Brinkmann die geplante Vorgehensweise der Englisch-Fachkollegen, „danach werden wir individuelle Förderkonzepte erstellen.“ Durch die gezielte Förderung an der Bachgauschule sollen bei den Schülern jedoch nicht nur mögliche Defizite aufgeholt, sondern auch besondere Stärken unterstützt werden.

Deshalb bietet die Schule für besonders motivierte Schüler verschiedene Veranstaltungen an. Theaterbesuche und Workshops gehören beispielsweise zum Angebot. Erst vor kurzem war ein Bionik-Kurs besonders für kreative Schüler mit naturwissenschaftlichem Interesse geeignet. Dort entwickelten die Schüler nach einem biologischen Vorbild ein technisches Produkt: So wurde, angelehnt an Tieraugen, ein Schutzhelm entworfen, der eine Rundumsicht ermöglicht.

Zudem nahmen sich die Schülerinnen Sabrina und Louisa den Kugelfisch als Vorbild und stellten ihre selbst entworfenen Winterschuhe mit Spikes vor. Dieser von externen Partnern angebotene Workshop erfreute sich großer Beliebtheit und soll wiederholt werden. Da die Bachgauschule öfters mit externen Partnern zusammenarbeitet, ist für das Ende des Schuljahres zudem eine Sommerschule geplant, die in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt durchgeführt wird. Dabei können die Schüler vier Tage lang mit Geographie-Studenten, Professoren verschiedener Fachrichtungen und weiteren Experten, wie Architekten und Stadtplanern, zusammenarbeiten. J dani

Quelle: op-online.de

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